Na klar, Konkurrenz belebt das Geschäft. Sagt jeder. Vor allem dann, wenn er oder sie glaubt, konkurrenzlos gut zu sein. Oder vornehm genug, nicht schlecht über andere zu sprechen. Und doch hat man manchmal das Gefühl, es gebe da eine gewisse Rivalität zwischen den beiden großen Feinkosttempeln der Stadt, dem Delikatessenhaus Dallmayr und Feinkost Käfer. Gelegentliches halböffentliches Sticheln und das eine oder andere milde Foul nicht ausgeschlossen. Dass beide zum Beispiel für ihre Top-Restaurants Alois und Esszimmer (inzwischen The Cloud) auch internationale Top-Stars der Küche wie Rosina Ostler und bis vor kurzem Bobby Bräuer verpflichtet hatten und haben, hat schon Gründe.
Dallmayr hat jetzt den Sommer über sein Delikatessenhaus mächtig umgebaut – man ist noch nicht ganz fertig, ein Teil der Geschenkeabteilung im ersten Stock mit neuem Kaffeeröster kommt noch. Damit wird erstmals seit gut 75 Jahren wieder im Laden Kaffee geröstet. Im Oktober soll der Umbau abgeschlossen sein und groß gefeiert werden. Seit April waren die Abteilungen Confiserie, Pâtisserie, Kaffee und Tee schrittweise umgebaut und erneuert worden. „Ein Einkauf bei uns wird noch mehr zum Erlebnis“, sagt Dallmayr-Chef Florian Randlkofer (Dallmayr Delikatessenhaus, Dienerstraße 14-15, Telefon 6747268, www.dallmayr.de).
Wie’s der Zufall so will, hat Käfer über die Sommerpause hinweg seine Käfer-Schänke umfassend renoviert, das Ergebnis kann man seit diesem Montag sehen. Die Käfer-Schänke ist seit Jahrzehnten bei altem Geld und Neureichen gleichermaßen beliebt, sie steht für edle Küche zu gehobenen Preisen. So alle zehn Jahre wird die Schänke runderneuert, und jetzt war es mal wieder so weit.
Das Münchner Büro Buchberger Design hat die dunklen Altholzwände durch „soft kannelierte Wandvertäfelungen aus Eichenholz“ ersetzt, der Gastraum wirkt dadurch heller. Auch sonst wurden viele Details aufgehübscht. Zwei neue Stuben gibt es, unter anderem wurde das frühere „Chefstüberl“ – nein, nicht zur „CEO Lounge“, sondern zur „Wintergarten Stube“ umgestaltet. Alles neu macht der Herbst (Käfer-Schänke, Prinzregentenstraße 73, Telefon 4168247, Montag bis Samstag, 12-23 Uhr, www.feinkost-kaefer.de/pages/schaenke).

In der Innenstadt tut sich überhaupt eine ganze Menge. Diese Woche stellte der Freistaat die Nachfolger von Alfons Schuhbeck für dessen Südtiroler Stuben am Platzl vor, die ja künftig von der Staatsbrauerei Weihenstephan betrieben werden. Im Sommer 2026 soll das neue Bräuhaus eröffnen, voraussichtlich mit dem naheliegenden Namen Weihenstephaner. Neue Wirte werden die Brüder Sebastian und Ferdinand Zinner, die schon seit 2020 in Taufkirchen das Wirtshaus Zinner’s führen und seit Kurzem auch das Weinhäusl am Wiener Platz in München-Haidhausen. Mit dem künftigen Salvatorredner Stephan Zinner sind die beiden nicht verwandt. Der könnte also durchaus noch Maibockredner im benachbarten Hofbräuhaus werden, ohne in familiäre Konflikte zu geraten.
Geklärt ist auch die Nachfolge in der Brasserie Thi in der Bräuhausstraße 8 ein paar Häuser weiter. Vielleicht war dort auch die hochwertige Konkurrenz zu präsent: Neben der Brasserie befindet sich eines der besten italienischen Restaurants der Stadt mit dem Katzlmacher, gut 100 Meter weiter seit vielen Jahren schon das Buffet Kull mit sehr anständiger, französisch-mediterraner Bistroküche. Das Buffet Kull hat übrigens gerade den begehrten „Best of Award of Excellence“ für sein Weinkonzept vom führenden amerikanischen Magazin Wine Spectator verliehen bekommen. „Die Auszeichnung ist die renommierteste Auszeichnung der Weinwelt für Restaurants“, verlautet es stolz aus dem Hause Kull & Weinzierl.

