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Garching:Konzentrierte Blicke ins Weltall

Teleskop Garching Max-Planck-Gesellschaft für Extraterrestrische Physik

Das ganze Universum im Visier: Teleskop auf dem Dach des Max-Planck-Instituts in Garching.

(Foto: Florian Peljak)

Das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik arbeitet an Experimenten, die physikalische Gesetze beweisen sollen.

Von Christina Hertel

Garching gehöre zu den besten Standorten für Physik auf der Welt, da ist sich Dieter Lutz sicher. Er ist Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching, dessen Direktor Reinhard Genzel seit Dienstag neuer Physik-Nobelpreisträger ist. Lutz arbeitet in derselben Arbeitsgruppe wie Genzel. Dass in einer kleinen Stadt wie Garching mit nur etwa 15 000 Einwohnern so viel Spitzenforschung betrieben werde, sei in der Welt einmalig.

Im MPE arbeiten etwa 400 Menschen in vier Arbeitsgruppen. Eine Hauptaufgabe des Instituts ist, Experimente zu entwickeln, um mit ihnen physikalische Gesetze zu beweisen. Genzels Gruppe zählt 50 Mitarbeiter. Der Nachweis, dass in der Mitte unserer Milchstraße ein Schwarzes Loch liegt, sei nicht durch ein einzelnes Experiment gelungen, erzählt Dieter Lutz, sondern durch eine drei Jahrzehnte lange Arbeit. Er bestätigt damit, was auch Nobelpreisträger Genzel sagt.

Die anderen Arbeitsgruppen am MPE beschäftigen sich zum Beispiel mit fernen Galaxien oder mit der Entstehung von Sternen. Neben Wissenschaftlern arbeiten in dem Institut auch Ingenieure, die in Werkstätten Instrumente für Teleskope entwickeln. Diese werden dann in Chile in der Atacama-Wüste aufgebaut - für die Europäische Südsternwarte, deren Zentrale ebenfalls in Garching liegt.

Derzeit wird dort ein 40 Meter langes Teleskop konstruiert. Die Beobachtungsinstrumente an dem Gerät - unter anderem Spezialkameras - stammen aus Genzels Institut. Begonnen hat die Entwicklung dieser Teleskope in Garching schon Anfang der Neunzigerjahre. Seitdem werden sie immer größer und immer genauer.

Aus Garching fliegen Wissenschaftler regelmäßig nach Chile - wenn die Teleskope dort in Betrieb genommen werden, aber auch um sie zu warten. Auch in der direkten Nachbarschaft von Genzels Institut befassen sich Forscher mit dem Weltraum. Direkt neben dem Institut für extraterrestrische Physik liegt das Max-Planck-Institut für Astrophysik. Die Wissenschaftler dort beschäftigen sich eher mit Theorien als mit Experimenten. Hervorgegangen sind beide Institute aus dem Max-Planck-Institut für Physik. Vor dem Zweiten Weltkrieg lag dieses in Berlin. Auch Albert Einstein arbeitete dort.

© SZ vom 07.10.2020/wean
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