Festival:Zurück im Spiel

Lesezeit: 2 min

Festival: Das zentrale Thema "Respawn" kommt auch in der Ausstellung "Tod in Videospielen" im Mucca zum Tragen, hier eine Szene aus "Murdered: Soul Suspect".

Das zentrale Thema "Respawn" kommt auch in der Ausstellung "Tod in Videospielen" im Mucca zum Tragen, hier eine Szene aus "Murdered: Soul Suspect".

(Foto: Square Enix)

Das Games Festival München geht in die zweite Runde und hat dieses Mal im Kreativquartier seinen Ort. Das Besondere: Die Jugendlichen machen die meisten Veranstaltungen selbst.

Von Jürgen Moises

Der Tod kennt keine Wiederkehr. Zumindest nicht auf Erden. Nur im Himmel kann man auf die Wiederauferstehung hoffen. An Ostern wird der Glaube daran jedes Jahr gefeiert. In Computerspielen ist das etwas anders. Da kann man sich nach dem virtuellen Tod meist selbst "wiederbeleben", ins Spiel zurückkehren und neu starten. "Respawn" wird das im Englischen und auch in der Gamer-Fachsprache genannt. Mit "Respawn" ist ebenfalls das Münchner Games Festival 2022 betitelt, das vom 28. April bis 1. Mai wie schon bei seiner ersten Ausgabe im vergangenen Jahr die "Spielkultur in all ihren Facetten" feiern will. In Form von Workshops, Talks, Play Jams, Ausstellungen, Theaterstücken, Turnieren und einigem mehr.

Das meiste davon findet im Kreativquartier an der Dachauerstraße statt. Zentrale Anlaufstelle ist dabei das Pathos Theater, wo man im vergangenen Jahr mit dem transdisziplinären Online-Games- und Theater-Festival "Prepare to die!" schon in eine ähnliche Richtung ging. Weitere Orte sind die Halle 6, die Halle 2, das Mucca, die Werkbox, das Import Export, die Zirka Halle, die Skaterhalle und der Playground. Auch in der Juristischen Bibliothek, der Stadtbibliothek, im Café Netzwerk finden Veranstaltungen statt und zudem vereinzelt online. Initiator des Festivals ist die Computerspielakademie (CSA), die 2019 vom Medienzentrum München des JFF - Institut für Medienpädagogik sowie dem Medienzentrum Parabol gegründet wurde und nun mit dem Pathos Theater kooperiert.

Wobei beide im Grunde nur den Rahmen für das Festival vorgeben. Denn das Besondere daran ist: Dessen Programm richtet sich nicht nur primär an junge Menschen im Alter bis 26 Jahren. Sondern alle Angebote werden von gamingbegeisterten Jugendlichen entwickelt und umgesetzt. Zudem gibt es dieses mal auch eine Jugend-Festivalleitung, die aus der Kamerafrau und Studioassistentin Sidonie Greipel, dem 3D-Artist Connor Zimmermann sowie dem Biochemiestudenten und Schauspieler Kay Dafler besteht. Zusammen mit dem JFF und dem Pathos Theater haben sie das Festival konzipiert und werden nun auch das Programm mit koordinieren.

Zwei Ausstellungen beschäftigen sich mit dem Thema Tod in Videospielen

Was das zentrale Thema "Respawn" angeht, das kommt etwa in der Ausstellung "Tod in Videospielen" im Mucca zum Tragen. Oliver Reynolds vom Videospielkultur e.V. stellt dort vom 29. April bis 1. Mai Games wie "Murdered: Soul Suspect", "Spec Ops: The Line" oder "What Remains of Edith Finch" vor, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Sterben beschäftigen. Auch in der interaktiven Ausstellung "Requiem" von Lionel Dante Dzaack am 29. April im Pathos Theater steht der Tod im Zentrum. In der Juristischen Bibliothek gibt es zwei "exklusive Cosplay-Shootings", im Import Export Gaming-Quiz- und Sport-Shows und in der Halle 6 findet eine Virtual-Reality-Tanzperformance statt.

In den angebotenen Workshops geht es etwa darum, wie man mit Scratch oder der Unreal Engine Spiele programmiert oder digitale Strategien im Theater einbindet. Und dann ist da noch der Games Preis, der am 30. April vom JFF verliehen wird. Vergeben wird er seit 2020 in zwei Altersklassen (10-18 und 19-26 Jahre). Er ist mit 500 Euro dotiert, soll aber vor allem den Gewinnern zur Anerkennung ihrer Arbeit verhelfen, wie sie auch Connor Zimmermann erfahren hat. Der junge 3D-Artist hat den Preis bereits zweimal gewonnen und will nun als Jugend-Festivalleiter andere Teenager für das Spielen und Spielemachen begeistern. Damit sie spätestens dann beim nächsten Festival die gleiche Chance haben wie er.

Games Festival 2022: Respawn, Do., 28. April bis 1. Mai, www.gamesfestival.de

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB