Konzern in der KriseGaleria am Rotkreuzplatz hat April-Miete offenbar nicht gezahlt

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Die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz hat keine Zukunft – der Mietvertrag läuft regulär 2027 aus.
Die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz hat keine Zukunft – der Mietvertrag läuft regulär 2027 aus. Stephan Rumpf
  • Der Warenhauskonzern Galeria hat deutschlandweit angeblich um zinslose Stundung von Mieten gebeten und in mehreren Fällen womöglich die April-Miete nicht gezahlt.
  • In München soll die Filiale am Rotkreuzplatz betroffen sein, deren Mietvertrag ohnehin regulär 2027 ausläuft.
  • Die Zahlungsprobleme stehen im Kontrast zu den Aussagen der Konzernführung vom Dezember, es gebe keine Insolvenzgefahr und eine stabile Finanzierung.
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Der Konzern steht seit Jahren massiv unter Druck. Nun soll er deutschlandweit um zinslose Stundung von Mieten gebeten haben. Für München ist das ein Warnsignal.

Von Catherine Hoffmann und Sebastian Krass

Der Warenhauskonzern Galeria steckt offenbar in einer neuen Krise – die auch München betrifft. Die Immobilien-Zeitung berichtet unter Berufung auf mehrere Vermieter, das Unternehmen habe deutschlandweit um eine zinslose Stundung von Mieten gebeten; in mehreren Fällen sei zudem die April-Miete bislang nicht gezahlt worden. Eine Sprecherin von Galeria teilte auf Anfrage mit, dass man sich „zu laufenden Gesprächen oder Verhandlungen mit Vertragspartnern“ nicht äußere.

Zu den betroffenen Standorten gehört offenbar mindestens einer in München: Nach SZ-Informationen soll für die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz die April-Miete bislang nicht eingegangen sein. Eine Bitte um Stundung habe den Eigentümer dort aber nicht erreicht, heißt es aus Insiderkreisen, die Zahlung sei vielmehr einfach ausgeblieben.

Bemerkenswert ist, dass offenbar ausgerechnet am Rotkreuzplatz keine Miete gezahlt wurde. Dort ist ohnehin absehbar, dass Galeria keine langfristige Zukunft mehr hat. Der Mietvertrag für das Haus läuft regulär 2027 aus. Zugleich gibt es für die Immobilie Pläne für einen tiefgreifenden Umbau – künftig ohne Warenhaus. Die OFB Projektentwicklung, die das frühere Signa-Objekt 2024 aus der Insolvenzmasse übernommen hat, verfolgt dort ein neues Konzept mit Büros, Hotel, Wohnungen und Einzelhandel, der im Unter- und im Erdgeschoss konzentriert ist. Schon im März 2026 hatte Galeria mitgeteilt, für acht Filialen, darunter die am Rotkreuzplatz, die Mietverträge nachverhandeln zu wollen; damals war auch von möglichen Schließungen die Rede.

Was die Entwicklung für die übrigen drei Münchner Standorte bedeutet – Marienplatz, Münchner Freiheit und Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) –, ist derzeit offen. Die ECE-Gruppe, die das OEZ betreibt und somit dort Vermieterin von Galeria ist, teilte auf Anfrage lediglich mit, man äußere sich grundsätzlich nicht zum Zahlungsverhalten einzelner Mieter und nicht zu Details einzelner Mietverhältnisse. Auch eine Sprecherin der Sedlmayr Grund und Immobilien AG, Eigentümer der Immobilie an der Münchner Freiheit, schrieb auf Anfrage, „dass wir uns generell nicht zu Vertragsangelegenheiten öffentlich äußern“. Von den Eigentümern des Hauses am Marienplatz lag keine Stellungnahme vor.

Die Berichte über ausbleibende Mietzahlungen stehen in deutlichem Kontrast zu den Äußerungen der Konzernführung aus dem vergangenen Dezember. Damals sagte die Galeria-Spitze im Interview mit der SZ, es gebe „keine Insolvenzgefahr“, das Unternehmen sei „für das komplette nächste Jahr hinweg stabil durchfinanziert“, zudem sei keine der 83 Filialen derzeit gefährdet. Tatsächlich steht das Geschäftsmodell von Vollsortimentern aber seit Jahren unter massivem Druck.

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Dieser Druck dürfte zuletzt eher noch größer geworden sein – durch die schwache Konjunktur, steigende Arbeitslosenzahlen und hohe Spritpreise. Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich nach Angaben des Ifo-Instituts im März erneut verschlechtert. „Die Einzelhändler sind verhalten in das neue Jahr gestartet“, sagt Ifo-Experte Patrick Höppner. „Wenn die aktuellen geopolitischen Risiken länger andauern und besonders Energie teurer wird, kann das die Verbraucherstimmung dämpfen.“ Das würde den stationären Handel zusätzlich belasten.

Der Galeria-Konzern, in dem die einstigen Marken Kaufhof und Karstadt/Hertie aufgegangen sind, hat seit 2020 bereits drei Insolvenzen durchlaufen; das Filialnetz ist in dieser Zeit auf 83 Standorte geschrumpft. Allein in München verschwanden fünf von ursprünglich neun Häusern: am Hauptbahnhof, am Stachus, das Sport-Kaufhaus an der Neuhauser Straße sowie die Filiale am Nordbad und eine von ursprünglich zweien im OEZ.

Dass nun erneut über gestundete oder ausbleibende Mietzahlungen gesprochen wird, ist deshalb mehr als ein gewöhnlicher Konflikt zwischen Mieter und Vermieter. Für München ist es ein Warnsignal – zumal die vier Häuser des Konzerns noch immer wichtige Frequenzbringer an zentralen Standorten sind.

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