Fußball-EM in München:EM-Euphorie in München: Mehr als 300 000 Menschen feiern friedlich in der Fan-Zone

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Das Public Viewing im Olympiapark bietet Platz für 25 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Dass nicht nur die Spiele der deutschen Mannschaft gut besucht sind, lässt den Oberbürgermeister und die Olympiapark-Chefin jubeln. Die ersten dänischen und serbischen Fans treffen zum entscheidenden Gruppenspiel ein.

Von Joachim Mölter

Der Münchner Marienplatz am Montag zur Mittagszeit: Während die Müllabfuhr den letzten Rest des Christopher Street Days vom Wochenende zusammenkehrt, trudeln dänische Fußball-Fans ein, leicht zu erkennen an Hüten, Hemden, Hosen in Rot-Weiß. Sie tröpfeln in Kleinstgrüppchen auf den Platz, zu zweit, zu viert, selten mehr – kein Vergleich zu den schottischen Anhängern, die neulich am Tag vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-EM zu Tausenden lautstark in die Innenstadt eingefallen waren.

Die Dänen lassen es ruhig angehen vor dem letzten Gruppenspiel ihres Teams gegen Serbien am Dienstag um 21 Uhr in der Fröttmaninger Arena. Dabei ist die Partie wegweisend in der Gruppe C: Sowohl Dänen als auch Serben könnten mit einem Sieg ins Achtelfinale kommen – und dort am Samstag auf die deutsche Elf treffen.

Trotz der sportlichen Brisanz stufen Europas Fußball-Verband Uefa und Münchens Sicherheitsbehörden die Partie weiter als „Low-Risk-Game“ ein, als Spiel mit geringem Risiko, was Fan-Ausschreitungen angeht. Zwar hat die Bundespolizei am Samstagabend im Hauptbahnhof sieben Dänen festgenommen, die am Bahnsteig Feuerwerkskörper gezündet hatten, und bei der Durchsuchung der Männer insgesamt 43 pyrotechnische Gegenstände sichergestellt, sowie einen Joint und einige Beutelchen mit Kokain.

Aber insgesamt sei es im Rahmen des Turniers kaum zu erwähnenswerten Zwischenfällen gekommen, sagte ein Polizeisprecher am Montag: Bislang sei alles friedlich gewesen. „Ich freue mich sehr, dass in der Stadt die EM-Euphorie angekommen ist“, resümierte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach der Hälfte der EM-Spiele in München und einem Drittel aller Turniertage. Es sei schön, wie die Münchner und die Gäste ihre jeweiligen Nationen „friedlich feiern und anfeuern“, sagte Reiter.

„Unsere Bilanz der ersten zehn Tage Fan-Zone fällt durchaus positiv aus“, stimmte Marion Schöne zu, die Geschäftsführerin des Olympiaparks, in dem Stadt und Uefa eine offizielle Fan-Zone eingerichtet haben. Mehr als 300 000 Fans kamen bis einschließlich Sonntag zum Public Viewing am Hans-Jochen-Vogel-Platz; das lässt hoffen, dass der Wunsch nach einer Million Gästen an den 31 EM-Tagen tatsächlich realisiert wird.

Bei den drei Vorrundenpartien der deutschen Mannschaft war die Kapazität von maximal 25 000 Besuchern jeweils ausgeschöpft. Der am besten frequentierte Tag war der vorige Mittwoch, als insgesamt 50 000 Menschen gezählt wurden – am Nachmittag zunächst 20 000 beim Vergleich zwischen Kroatien und Albanien, anschließend 25 000 bei Deutschland gegen Ungarn, am Ende noch 5000 beim Duell Schweiz gegen Schottland.

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Da bei den Partien Spanien gegen Italien mit 21 000 und Türkei gegen Portugal mit 20 000 ebenfalls mehr als 20 000 Fans vor den drei großen Bildschirmen in der Fan-Zone saßen, stellte Olympiapark-Chefin Schöne erfreut fest, „dass wir auch bei Spielen ohne deutsche Beteiligung sehr gut besucht sind. Die EM-Stimmung ist toll“. Während der zur gleichen Zeit angesetzten Paarungen am letzten Vorrundenspieltag werden beide Begegnungen auf unterschiedlichen Leinwänden gezeigt.

Im Fröttmaning wurden bislang das EM-Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland (5:1) sowie die Partien Rumänien gegen Ukraine (3:0) und Slowenien gegen Serbien (1:1) ausgetragen. Nach dem Duell am Dienstag zwischen Dänemark und Serbien finden noch ein Achtelfinale am 2. Juli und ein Halbfinale am 9. Juli in München statt.

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