Das La Maison de Jany ist leicht zu übersehen. Ein wenig unscheinbar liegt das französisch-libanesische Café am Goetheplatz zwischen einem Wettbüro und einer Bäckereifiliale. Doch wer es erst einmal hineingeschafft hat, der findet eine gemütliche Einrichtung vor, mit Holzmöbeln, vielen Kissen auf der Sitzbank und einem riesigen Trockenblumenstrauß an der Wand. Der Laden ist recht klein, wirkt aber nicht eng, selbst am Wochenende, wenn die Tische voll sind.
Obwohl das Café in München erst seit weniger als einem Jahr existiert, im Oktober 2024 wurde eröffnet, sind weder seine Besitzer noch das Konzept des La Maison de Jany unerprobt. Denn zuvor hatten die Eheleute Dima und Noor Jany seit 2017 ein gleichnamiges Café mit ähnlichem Angebot in Nantes im Westen Frankreichs. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Erst in München konnten sie die Karte um viele Frühstücksspeisen erweitern.


„Mein Wunsch war es immer, ein Frühstückscafé zu eröffnen“, sagt die Münchnerin Dima Jany, die vor etwa zehn Jahren für ihren Mann nach Nantes gezogen war. In Frankreich sei das jedoch schwierig gewesen, die Menschen dort würden kaum mehr als ein Pain au chocolat am Morgen essen. Bloß einen sonntäglichen Brunch hätten sie in Nantes etablieren können und mussten sich ansonsten auf Mittagessen spezialisieren, sagt Jany.
Ganz anders in München: Das Café in der Lindwurmstraße ist täglich von neun bis 18 Uhr geöffnet, mit einer Karte, die Essen für jede Tageszeit bereithält. Es gibt Avocado-Brote, French Toasts, Schawarma-Sandwiches und sogar Hähnchenschnitzel. Wobei Jany betont: „Bei uns gibt es immer alles. Wer morgens um neun Uhr Hähnchen essen möchte, kann das tun.“

Ein verlockendes Angebot, sicher. Doch für alle, die mit einer Begleitung sowie etwas Zeit und Hunger ins Maison de Jany kommen, sei, um die libanesische Küche des Cafés kennenzulernen, der Brunch für zwei Personen empfohlen. Der kostet zwar 50 Euro, beinhaltet dafür aber zwei Tassen Kaffee und zwei Gläser der ausgezeichneten Minz-Limonade. Zu essen gibt es, rein vegetarisch, drei verschiedene Hummus-Sorten sowie Shakshuka, Falafel, Fetacreme und Halloumi, dazu etwas Fladenbrot.
Schlecht schmeckt nichts davon, die Falafel und das Shakshuka sind sogar sehr lecker. Aber das Essen begeistert auch nicht. Besonders der Hummus schmeckt zumindest an diesem Tag ein wenig, nun ja, langweilig.

Also doch noch ein Dessert. Das kommt, zumindest optisch, überhaupt nicht langweilig daher. Der French Toast im La Maison de Jany ist – Achtung Modewort! – äußerst instagrammable, macht sich also gut auf Bildern für Social Media. Er soll aber auch großartig schmecken: Eine Nutzerin behauptet gar, der French Toast im Maison de Jany sei der beste French Toast ihres Lebens gewesen. Und Inhaberin Dima Jany sagt: „Unsere French Toasts gehen richtig ab.“
Das einstige „Arme-Leute-Essen“ wird hier für 15,90 Euro angeboten, schön hergerichtet auf einem runden Teller mit etwas Obst, Puderzucker und einer Kugel Vanilleeis. Dazu Nutella und Marmelade. Man muss süß also schon mögen. Aber dann schmeckt der French Toast wirklich sehr gut. Die Beeren und das kalte Vanilleeis ergänzen sich gut mit dem gerade angemessen klebrigen French Toast. Der Hype ist gerechtfertigt.
La Maison de Jany, Lindwurmstraße 8, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr

