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Rustikeria:Dolce Vita aus der Box

Die Betreiber der kleinen Bottega packen das Urlaubsfeeling gleich mit in die Box.

(Foto: Rustikeria)

Die Brunchboxen der kleinen Bottega Rustikeria im Glockenbachviertel enthalten alles, was man für einen kulinarischen Kurzurlaub nach Italien braucht.

Von Jacqueline Lang

Um sich an einem Sonntag den Wecker zu stellen - egal zu welcher Uhrzeit - braucht es schon einen verdammt guten Grund. Zum Beispiel einen Flieger oder Zug gen Süden, den man erwischen will. Das ist derzeit zwar grundsätzlich möglich, aber nicht unbedingt ratsam. Einen Grund, am Wochenende früh aufzustehen, gibt es aber neuerdings trotzdem: die Brunchboxen der Rustikeria. Denn die Betreiber der kleinen Bottega packen das Urlaubsfeeling gleich mit in die Box. Kein Wunder, immerhin war die Rustikeria, die von Sabine Chiti und ihrem Mann Massimo betrieben wird, schon vor der Pandemie einer der vielleicht schönsten Orte für einen kulinarischen Kurzurlaub nach Italien.

Doch auch kleine Oasen wie die Rustikeria haben die Krise zu spüren bekommen: Als im Frühjahr 2020 alles schließen musste, war das für die Chitis zunächst nur halb so schlimm, sie waren gerade Eltern geworden. Als sie dann im vergangenen Jahr um Ostern herum versuchten, ein To-go-Geschäft zu etablieren und dieses floppte, bekam Sabine Chiti zum ersten Mal Angst. Über den Schuldenberg, der sich seitdem angehäuft habe, wolle sie lieber gar nicht nachdenken, sagt sie. Im Sommer, als sie ihre Terrasse kurzzeitig öffnen durften, war zwar viel los, doch der darauffolgende Winter war umso härter.

Anfang dieses Jahres entschieden die Chitis, es noch einmal mit To-go zu probieren und siehe da: Die Brunchboxen funktionierten. "Es lohnt sich für uns, weil es planbar ist", sagt Sabine Chiti am Telefon. Allerdings auch nur, weil sie und vor allem ihr Mann alles alleine machen. Müssten sie Personal bezahlen, sagt Chiti, sähe die Sache ganz anders aus.

Jetzt, wo sie wieder öffnen dürfen, bräuchten sie aber genau das ganz dringend: neues Personal. Das sei, sagt Chiti, aber gar nicht so einfach. Schließlich wisse man ja nicht, wann und wie lange man öffnen dürfe. Wie viele Gastronomen wünscht sie sich mehr Planungssicherheit seitens der Politik - und Verständnis von den Gästen. "Wenn man monatelang geschlossen war, kann man nicht von heute auf morgen öffnen." Die Vorbereitungen liefen aber bereits auf Hochtouren, Reservierungsanfragen seinen schon eingetrudelt und die Vorfreude sei ohnehin größer als die Sorge, sagt Chiti.

Überbrücken kann man die Zeit bis zum nächsten Besuch in der Rustikeria aber in jedem Fall ganz wunderbar mit einer Brunchbox - ganz egal, ob man warten muss, weil bereits alle Plätze ausreserviert sind oder man lieber noch ein wenig abwarten will, bis man wieder ausgeht.

Was ist drin und was kostet es?

Die "Brunchami-Boxen", was auf Deutsch wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie "Brunch mich", gibt es in zwei Ausführungen: die klassische Box und die vegetarische. Konzipiert sind sie beide für je zwei Personen; je nachdem wie groß der Hunger ist, reichen sie aber sogar für drei oder für zwei Mal Schlemmen.

Massimo Chiti betreibt die Rustikeria mit seiner Frau Sabine.

(Foto: Rustikeria)

In beiden Boxen sind zwei Cornetti enthalten, je ein Aprikosen- und ein Birnensaft, toskanische Käsespezialitäten, zwei kleine Frittate, ein Ziegenfrischkäsedip mit Pinienkernen, Limette und Minze sowie eine Mascarpone-Creme mit Waldfrüchten und hausgemachten Cantuccini und eine kleine Salami. Aber Vorsicht: Es handelt sich nicht etwa um eine feine Fenchelsalami, sondern um eine "Salame al cioccolato", sprich eine Schokoladensalami mit Nüssen. Das sei, so Sabine Chiti, eine besondere Spezialität in Italien. Dazu gibt es dreierlei Brotsorten, eine davon ist die Schiacciata, die die Betreiber der Rustikeria auch für ihre belegten Brote verwenden.

In der klassischen Box-Variante gibt es darüber hinaus noch toskanische Wurst, eine Mortadella-Mousse mit Pistazien, die jede Leberwurst problemlos in den Schatten stellt, und ein Fischcarpaccio mit Granatapfelkernen. Die vegetarische Variante kommt stattdessen mit einem Rote-Beete-Carpaccio mit Walnüssen, Rucola und dem italienischen Weichkäse Robiola, Hummus und Couscous mit Orangen, Rosinen, Mandeln, Haferflocken und Mango.

Beide Boxen kosten für Selbstabholer 49 Euro, im Radius von fünf Kilometern liefert Sabine Chiti sie zum Preis von 59 Euro aus, darüber hinaus kostet die Lieferung 64 Euro. Noch kann man die Boxen nur für zuhause bestellen, doch Sabine Chiti kann sich gut vorstellen, sie auch dauerhaft in die Karte aufzunehmen - für den sonntäglichen Brunch daheim oder in ihrem neu errichteten Schanigarten. Sich dort einen Platz zu sichern, hätte allerdings einen entscheidenden Vorteil: Man bekäme von Sabine Chiti einen Aperol Spritz dazu serviert.

Rustikeria, Angertorstr. 4, 80469 München, Bestellung der Brunchbox bis Freitag per Whatsapp unter 0174/5411757, Abholung sonntags zwischen 10 und 11.30 Uhr; aktuelle Öffnungszeiten: Do. bis Sa. 17 bis 20 Uhr

© SZ.de/amm, van
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