Zwei Schläge benötigt Christian Scharpf, dann ist es so weit: Das diesjährige Frühlingsfest ist nach dem Einzug der Brauereigespanne, Musikkapellen und des Schauerstellerprunkwagens, die sich an der Theresienhöhe bereits bei Sonnenschein Freibier genehmigt haben, mit dem ersten angezapften Fass offiziell eröffnet.
„Das Frühlingsfest macht seinem Namen alle Ehre“, so Scharpf. Und, auch das sagt der Schirmherr: Es ist heuer ein besonderes Jahr für das Volksfest auf der Theresienwiese. Die „kleine Schwester der Wiesn“, wie der Referent für Arbeit und Wirtschaft es auch nennt, feiert nämlich heuer ihr 60-jähriges Bestehen.
Wer sich nun wundert: Bereits 1965 fand es zwar zum ersten Mal statt, 2020 sorgte die Pandemie aber für ein Jahr Zwangspause. Der Anstich unter Aufsicht vom Münchner Kindl Franziska Inselkammer, Wirtsleuten Sepp und Tina Krätz sowie Peter Bausch von der Veranstaltungsgesellschaft Münchner Schausteller ist zugleich der Auftakt der diesjährigen Volksfestsaison: „I gfrei mi scho narrisch“, so Scharpf.
Gefeiert wird in diesem besonderen Jahr zum einen mit drei, statt wie sonst nur zwei Wochen. Weil bis dahin viel Zeit ist, haben sich die Veranstalter sich neben dem üblichen Programm auch noch einige Besonderheiten überlegt: Schon am Sonntag etwa findet die Aktion statt: „60 Minuten – 60 Cent“. Wie der Name schon verrät, kostet von 10 bis 11 Uhr jede Karussellfahrt nur 60 Cent, auch an den übrigen Ständen gibt es Angebote zu diesem günstigen Preis: Im Weißbiergarten bekommt man zwei Weißwürste oder Wiener plus Getränk, dazu noch eine Breze.
Neben zwei Familientagen ist am ersten Dienstag, 21. April, noch ein zusätzlicher Bummeltag geplant – an allen drei Tagen gelten ermäßigte Preise. Noch eine Möglichkeit der Veranstalter, Danke zu sagen für 60 Jahre Frühlingsfest: das Weißwurst-Frühstück am Mittwoch, 22. April. 1000 Portionen gibt es für nur zwei Euro.
Außerdem wagen die Veranstalter einmal mehr den Schritt ins Moderne etwa mit der Veranstaltung „Night Glow“ am 29. April, bei der fünf Heißluftballons befeuert werden. Oder den Events „Lichtgestalten“ am 30. April, bei dem Stelzenläufer über den Festplatz stolzieren, und „Costumed Characters“ am 6. April, wenn Figuren wie Micky Maus und Elsa dazu einladen, verkleidet zu kommen. Neben traditionellen Veranstaltungen wie dem Schaustellergottesdienst und dem Tag des Brauchtums, die es ebenfalls geben wird. Dazu passt, dass im Hippodrom am 26. April einmal mehr der Rosa Sonntag mit der queeren Community gefeiert wird.
Los geht es an diesem Samstag aber nun erst mal mit dem Highlight für alle Schnäppchenjäger: dem Theresienwiesenflohmarkt, der direkt an das Frühlingsfest anschließt und jährlich bis zu 30 000 Besucher lockt – von denen sicherlich ein Großteil vor oder nach dem Stöbern noch einen Abstecher aufs Frühlingsfest macht. Allerdings aufgepasst: Das ACM-Oldtimertreffen findet nicht wie sonst ebenfalls am ersten Samstag statt, sondern erst am 26. April. Enden wird das Frühlingsfest nach 24 Tagen dann übrigens mit einem großen Umzug, Schäfflertanz inklusive.

