Fridays for Future:Tausende Münchner marschieren für ein besseres Klima

Die nächste große Demo für den Klimaschutz: Auf dem Königsplatz treffen sich laut Polizei 18 000 Menschen. Die Veranstalter sprechen von doppelt so vielen.

Von Kai Blum und Kassian Stroh

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Fridays for Future: Klimastreik-Demo auf dem Königsplatz München

Quelle: Robert Haas

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Es ist Freitag, für viele ist Klimastreiktag. Und in München sind erneut Tausende auf die Straße gegangen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Am Mittag haben sie sich auf dem Königsplatz getroffen. Von 18 000 Teilnehmern spricht die Polizei, die Veranstalter sogar von 33 000.

FFF Demo München Lisa Huber, 29, und Bärbel Zankl, 60

Quelle: Kai Blum

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Gekommen sind auch Lisa Huber (links), 29, und Bärbel Zankl, 60. Mit Klima- und Energiefragen kennen sich die beiden schon von Berufs wegen aus. Sie arbeiten bei der Energieagentur Ebersberg-München, streiken für die Demo aber nicht, sondern sind in ihrer Freizeit gekommen. "Ich habe meinen Beruf gewählt, da es Ende der 70er-Jahre das große Waldsterben gab", sagt Zankl. "Ich hätte nicht gedacht, dass es 40 Jahre später noch schlimmer ist." Ihre Kollegin Huber bewundert vor allem den Einsatz und die Wirkung der Schwedin Greta Thunberg: "Es braucht nur einen Mutigen. Man kann es gar nicht genug schätzen, dass es Greta gibt."

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Quelle: Robert Haas

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"Am 20. September hat die Bundesregierung uns eine Botschaft geschickt, nämlich dass es ihr egal ist, was mit unserer Zukunft geschieht", sagt Antonia Messerschmitt von "Fridays for Future München". Damals einigte sich die Bundesregierung auf ein Klimapaket, das für viele Demonstranten enttäuschend war. "Heute schicken wir auch eine Botschaft, die so laut ist, dass man sie auch in Berlin noch hören kann."

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Damals, am 20. September, gab es ebenfalls eine Klima-Demo in München. 40 000 Menschen kamen - viermal so viele, wie "Fridays for Future München" erwartet hatte. So viele sind es an diesem Freitag bei weitem nicht, angemeldet hatten die Veranstalter 10 000 Teilnehmer.

FFF - Demo München - Mariel Davies

Quelle: Kai Blum

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Eine der ersten auf dem Königsplatz ist Mariel Davies. Seit August lebt sie in München, sie studiert Umweltingenieurwesen und engagiert sich auch bei "Fridays for Future". Die 26-Jährige beschäftigt vor allem, wie sehr unsere Ernährung die Umwelt belastet. "Wir könnten uns alle pflanzlich ernähren", sagt Davies. "Jedes Tier, das wir essen, muss transportiert, ernährt, beheizt und mit Medikamenten versorgt werden."

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An der Demo nehmen viele Studenten teil. Und auf der Bühne redet auch eine Hochschullehrerin. "Bleibt dabei, langfristig!", ruft Miranda Schreurs den Demonstranten zu. Sie ist Professorin für Umwelt- und Klimapolitik an der Hochschule für Politik. "Wir brauchen eine Bewegung, die nicht nach einem oder zwei Jahren aussteigt. Wir brauchen Konzepte, um München und Bayern zu Vorreitern im Klimaschutz zu machen."

FFF Demo München Walther Dombret, 70

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"Wir wollen uns nicht vor unseren Enkeln blamieren", sagt Walter Dombret. Die seien auch hier auf dem Königsplatz und demonstrierten nun gemeinsam mit ihm. Der 70-Jährige will nicht nur deutlich machen, dass er die Anliegen der jungen Demonstranten unterstützt. Er klagt auch: "Es passiert zu wenig in der Politik."

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Nach der Auftaktkundgebung am Königsplatz bewegt sich der Demonstrationszug durch die Maxvorstadt: über die Augusten-, die Gabelsberger- und die Schellingstraße über den Odeonsplatz zurück zum Königsplatz. Laut Polizei ist der Demozug knapp zwei Kilometer lang.

FFF Demo Münhcen Leonie Dudda

Quelle: Kai Blum

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An ihrem weißen Kittel trägt Leonie Dudda das Abzeichen von "Health for Future". Zusammen mit Kollegen, mit Ärzten und Pflegern, ist sie zum Münchner Klimastreik gekommen. Denn die Klimakrise habe massive Auswirkungen auf die Gesundheit, sagt die 28-Jährige. "Es gibt jetzt schon in Deutschland mehr Herzinfarkte, weil es im Sommer so heiß ist." Andererseits sei es gesund, klimaschonend zu leben. "Es braucht keinen Verzicht, sondern etwas Positives: Radfahren ist beispielsweise positiv für das Mentale, man bewegt sich."

Fridays for Future: Klimastreik-Demo auf dem Königsplatz München

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Großen Jubel erntete auf dem Königsplatz der Kabarettist Claus von Wagner für seine Rede. Ein Auszug: "Satire arbeitet mit Übertreibung. Aber was soll ich hier noch dazu erfinden? Die politische Welt übertreibt dermaßen, ich bin kurz vor der Arbeitslosigkeit! (...) Sie sagen, sie wollen individuelle Mobilität teurer machen - und erhöhen die Pendlerpauschale. (...) Sie sagen, sie erhöhen die Steuern auf Flugreisen - und sie investieren das Geld in Regionalflughäfen. (...) Sie sprechen von Klimareligion, wenn man wissenschaftliche Fakten nennt - und hoffen auf die unsichtbare Hand des Marktes! Ich rufe hiermit den Satirenotstand aus!"

© SZ.de/amm
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