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Erzdiözese München und Freising:Neujahrssegen per Video

Sternsinger in München, 2018

Der Segen wird heuer nicht persönlich an die Türen gemalt.

(Foto: Catherina Hess)

Dieses Jahr ziehen die Sternsinger am Dreikönigstag nicht von Tür zu Tür. Spenden sammeln sie trotzdem: für Kinder aus der Ukraine, deren Eltern wegen der Corona-Krise nicht mehr arbeiten durften.

Von Sebastian Theuner

Dass derzeit coronabedingt einiges anders ablaufen muss wie gewohnt, trifft auch die Sternsinger der Erzdiözese München und Freising. Statt am Dreikönigstag von Tür zu Tür zu ziehen, wird in diesem Jahr der Segen per Video oder mit Weihrauchkörnchen gefüllten Päckchen in die Haushalte gebracht. "Ich freue mich, wenn die Sternsinger-Verantwortlichen in den Pfarrverbänden alternative und digitale Möglichkeiten für den Sternsingersegen und das Spendensammeln finden", sagt Diözesanjugendpfarrer Domvikar Richard Greul. Claudia Hoffmann, Öffentlichkeitsreferentin des Erzbischöflichen Jugendamtes, betont: "Die Sternsingeraktion findet auch in diesem Jahr statt - nur eben auf andere Weise als sonst."

Von Hausbesuchen wird abgeraten, das Kindermissionswerk, das das alljährliche Sternsingen bundesweit organisiert, schreibt auf seiner Internetseite: "Mit Ihnen gemeinsam setzen wir auf das kontaktlose Sternsingen - und zwar verantwortungsvoll, kreativ und vielfältig." Dieser Empfehlung schließt sich die Diözese an.

Der Motivation vieler Sternsinger tut das jedoch offenbar keinen Abbruch. Von den zirka 2400 Sternsingern, die 2020 in der Region unterwegs waren und insgesamt 2,87 Millionen Euro sammelten, würden heuer "zwei Drittel auf jeden Fall dabei sein", sagt Hoffmann. So haben die Sternsinger der Pfarrei Christkönig eigens einen Film produziert, in dem sie, singend und in bunte Umhänge gehüllt, ihre Neujahrswünsche direkt in die Wohnungen und Einrichtungen im Stadtteil Nymphenburg senden. Die Pfarrei Sankt Elisabeth aus dem Pfarrverband im Würmtal sammelt, wie viele andere Gemeinden, online Spenden, ebenso können diese im Pfarrbüro abgegeben werden. In vielen Kirchen liegt zudem der Segenswunsch "Christus mansionem benedicat" als Aufkleber zum Mitnehmen aus.

Unter dem Leitwort "Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit" sollen in diesem Jahr Kinder in dem osteuropäischen Land unterstützt werden, deren im Ausland arbeitenden Eltern aufgrund der Corona-Krise keine Arbeitserlaubnis mehr erhielten. Wegen der derzeitigen Situation wird die Sternsingeraktion in diesem Jahr bis zum 2. Februar verlängert. Gespendet werden kann unter anderem über das "Spendenkonto Sternsingeraktion" der Erzdiözese München und Freising. Weitere Infos unter www.eja-muenchen.de/jugendevents/sternsingeraktion.

© SZ vom 05.01.2021/van, kafe
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