Zwei Seen, eine Kleingartenanlage, Gaststätten und Kioske, zwei Außenbühnen, viele Plätze und Geräte für Sport und Spiel, rundherum viele Bäume und Wiesen. So sieht die überarbeitete Planung der Stadt für das neue Naherholungsgebiet gleich neben dem riesigen Baugebiet in Freiham aus. Im künstlichen Gewässer im Süden des Parks sollen die Besucher baden können, im Norden ist das noch unsicher. Dafür plant die Stadt schon länger einen weiteren Badesee auf der anderen Seite der Autobahn A99 an der Stadtgrenze zu Germering.
Doch die Menschen im Münchner Westen werden noch viel Geduld benötigen, bis sie in den neuen Seen baden beziehungsweise im fertigen Park von Freiham flanieren können. Bis alles angelegt ist, wird es wohl 20 Jahre dauern. Nur ein kleiner Teil des neuen Erholungsgebiets soll im kommenden Jahr gebaut werden. Angrenzend an den Sport-Campus in Freiham sollen dann Spielfelder, Sportgelegenheiten und andere Freizeitangebote vor allem für Schüler und Jugendliche entstehen.
So beschloss es der Bauausschuss am Dienstag einstimmig. Damit richtet die Stadt ihre langjährige Planung für den Grünzug in Freiham, ungefähr so groß wie der Westpark, neu aus. Der Siegerentwurf eines Wettbewerbs aus dem Jahr 2017 wird nicht mehr länger verfolgt. Der Park soll zudem nicht auf einmal angelegt werden, sondern in sechs Abschnitten.
Das hat den Vorteil, dass man die Pläne immer wieder aktuell dem Bedarf und den Wünschen der Menschen anpassen könne, schreibt Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer in der Beschlussvorlage. Es erscheine „aus heutiger Sicht abwegig“, ein Konzept umzusetzen, „das zum Zeitpunkt der Fertigstellung bereits 20 Jahre alt ist“.
In Freiham entsteht eines der größten neuen Stadtviertel Europas. Im ersten Abschnitt werden bereits seit 2016 etwa 4500 Wohnungen errichtet, im zweiten sollen noch einmal 6200 folgen. Insgesamt sollen dort in den 2040er-Jahren etwa 25 000 Menschen leben. Dann soll auch der Park mit den beiden Seen fertig sein. Und ebenso der dritte auf der anderen Seite der Autobahn. Dieser wird jedoch im Bereich einer Kiesgrube unabhängig vom Park vorangetrieben.

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Der neue Park soll sich auf der Seite des neuen Stadtviertels etwa zwei Kilometer entlang der Autobahn erstrecken. Der Zubringer für die A99 wird den Park in eine Nord- und Südhälfte teilen, die durch Landschaftsbrücken verbunden werden. Über diese wird auch die Hauptwege-Achse führen, die alle Parkteile von der Bahnstrecke nach Buchloe im Norden bis zur Bodenseestraße im Süden verbinden soll. Radfahrer, Jogger und Fußgänger sollen so viel Platz erhalten, dass sie sich friedlich nebeneinander bewegen können.
Beginnen will die Stadt mit einem großen Gelände, in dem sich Schüler und Jugendliche austoben können. Ganz im Süden neben den Sportplätzen sind unter anderem eine Tanz- und Performancefläche mit einer Spiegelwand aus poliertem Edelstahl sowie Plätze für Boule, Beachvolleyball, Basketball, Pickleball oder Teqball geplant, ebenso Geräte für Calisthenics und eine Anlage für Parcours. Ergänzt wird dieses Angebot von einem Boulder-Würfel zum Klettern und einer Spiel- und Chill-Fläche mit Holzdecks, Trampolinen oder Hängematten.
Ursprünglich sollte allein dieser Parkabschnitt 15 bis 20 Millionen Euro kosten. Statt Kunstrasen werden nun jedoch einige Spielstätten mit Asphalt ausgestattet, der Chill-Bereich muss sich mit Holzpaletten begnügen, um nur einige der Sparmaßnahmen zu nennen. Das drückt den Preis auf fünf Millionen Euro.

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Eigentlich sollte dieser Teil längst fertig sein, doch die Parkpläne wurden immer wieder von großen Infrastrukturprojekten ausgebremst. Zum Beispiel erklärte die Autobahndirektion, dass sie die A99 um eine Fahrspur pro Richtung erweitern will, was auch umfangreiche Änderungen im Lärmschutz bedingt. Dazu musste eine unterirdische Wendeanlage für die U5 eingeplant werden, die die Stadt grundsätzlich bis Freiham verlängern will.
Das neue Konzept ist wegen der langen Laufzeit nur mehr grob ausgearbeitet, damit nicht wieder Planungen von der Zeit überholt werden. Fest eingeplant ist aber eine ausgiebige gastronomische Versorgung der Besucher. Entlang der Hauptwege von Nord nach Süd sieht die Stadt Potenzial für zwei bis drei Kioske. Dazu sollen ebenso viele größere Gaststätten mit Wirtsgarten realisiert werden, gerne auch in der Nähe der beiden neuen Seen. Bis dahin werden die Neu-Freihamer, die schon eingezogen sind, aber noch lange entlang von Äckern und Wiesen spazieren gehen.

