Sommer in MünchenWelches Freibad ist am schönsten – und wo gibt's die besten Pommes?

Lesezeit: 7 Min.

Das Michaelibad ist das größte Freizeitbad Münchens.
Das Michaelibad ist das größte Freizeitbad Münchens. (Foto: Joana Hahn)

Es ist Sommer in der Stadt und Abkühlung gefragt. Wo lässt es sich besonders gut sonnen? Was ist das Highlight in den acht Freibädern? Und wie teuer sind die Fritten in den Kiosken? Ein Streifzug.

Von Lisa Bögl und Jana Jöbstl

Wenn es heiß wird in der Stadt, ist der natürliche Reflex vieler Münchnerinnen und Münchner, den direkten Weg zur Isar einzuschlagen. Doch manchmal sehnt man sich einfach nach einem Tag im Freibad, vom Drei-Meter-Turm springen, Bahnen im 50-Meter-Becken ziehen und natürlich Pommes vom Kiosk essen.

In München gibt es insgesamt acht Freibäder, die allesamt von den Stadtwerken betrieben werden. Dabei besticht jedes Bad mit unterschiedlichen Besonderheiten. Das älteste Bad Münchens, das Schyrenbad, öffnete bereits 1847 und wurde 2006 generalsaniert. Das Bad Georgenschwaige wurde erst kürzlich wiedereröffnet und ist eines von zwei Naturbädern in der Stadt. Wie im Maria-Einsiedel-Bad gibt es hier eine naturnahe Wasseraufbereitung.

Der Eintritt kostet bei allen Freibädern 6,30 Euro, der ermäßigte Preis beträgt 4 Euro. Kinder unter zwölf Jahren und München-Pass-Inhaber schwimmen umsonst.

Doch wo überzeugt der Kiosk am meisten? Welches Bad ist besonders bei Frühschwimmern beliebt? Und wo lässt es sich am besten Abkühlen? Wir haben die Freibäder der Landeshauptstadt getestet.

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Naturbad Georgenschwaige

(Foto: Stephan Rumpf)

Natürlich, modern, besonders: So lässt sich das neue Bad zwischen Petueltunnel und Luitpoldpark in drei Wörtern beschreiben. Das Georgenschwaigbad darf sich nach einem Brand und Umbauarbeiten seit dieser Sommersaison das zweite Naturbad Münchens nennen.

Das Herzstück des modernen Wasseraufbereitungssystems ist ein 1000 Quadratmeter großer Schilfbereich. Statt chemischer Zusätze übernehmen nun Mikroorganismen die Reinigung des Wassers. Außerdem sorgt die Photovoltaikanlage für eine konstante Wassertemperatur von 22 Grad. Bei der Umgestaltung wurde zudem besonders auf die Barrierefreiheit geachtet. Im Schwimmerbecken ermöglicht eine Rampe Rollstuhlfahrern ein sanftes Hineingleiten ins Wasser.

Für ein wenig mehr Strand-Feeling sorgt der Sandboden im Nichtschwimmerbecken, auf dem Holzsteg lässt es sich besonders gut sonnen und die Breitwellenrutsche ist bei Klein und Groß beliebt. Das Urlaubsgefühl setzt sich am ebenfalls renovierten Kiosk fort. Neben dem Klassiker Schinken-Käse-Toast, gibt es Wundertüten, Eiskaffee und natürlich Pommes. Und zwar die günstigsten in allen Münchner Freibädern. Für 4 Euro wird eine Schale frischer, gut gewürzter, knackiger Freibad-Fritten serviert. Ketchup und Mayo darf man kostenfrei nachfüllen. Den Genuss können übrigens auch Nicht-Freibad-Besucher genießen, da der Kiosk auch von außen geöffnet ist.

Am besten radelt man direkt zum Freibad oder kommt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, Parkplätze an der Belgradstraße ergattert man nur mit viel Glück und Geduld.

Das Naturbad Georgenschwaige ist montags bis donnerstags von 10 Uhr an geöffnet, freitags sowie am Wochenende ab 9 Uhr. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr.

<strong>Michaelibad</strong>

(Foto: Jana Jöbstl)

Das Michaelibad ist nicht nur das größte Freizeitbad Münchens, es bietet auch ein echtes Allround-Paket. Der Kinder-Spiel- und Wasserbereich überzeugt mit einigen Schattenplätzen und auch Sonnenanbeter kommen auf den großen Liegeflächen auf ihre Kosten. Für sportliche Besucherinnen und Besucher ist das Bad bestens ausgestattet: Im 50-Meter-Becken dürfen die Schwimmer angeben, die Mutigen können von der 10-Meter-Sprunganlage hüpfen oder die 64-Meter-Wasserrutsche testen, es gibt eine Fußballwiese, zwei Beachvolleyballfelder und einen Calisthenics-Park. Letzterer heizt sich bei Temperaturen über 25 Grad allerdings unangenehm auf und macht das Trainieren fast unmöglich.

Besonders positiv fällt der „Krakenkiosk“ mit einem besonderen Service auf: Es gibt eisgekühlte Zwiebeln für den lästigen Bienen- oder Wespenstich. Die Pommes gibt es in der 250 Gramm Schale für fünf Euro, inklusive Mayo- und Ketchup-Flat. Dank Salz und Pommes-Gewürz geschmacklich so gut, dass man an geschäftigen Tagen auch gerne 20 Minuten Wartezeit in Kauf nimmt.

Das Michaelibad (Freibad) ist montags bis donnerstags von 10 Uhr an geöffnet, freitags sowie am Wochenende ab 9 Uhr. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr. Bei Temperaturen unter 20 Grad bleibt das Bad geschlossen.

<strong>Prinzregentenbad</strong>

(Foto: Yoav Kedem)

Wo im „Prinze“ vor einigen Monaten noch Menschen mit Schlittschuhen über eine große Eisfläche geglitten sind, erstreckt sich jetzt ein Mini-Strand mit warmem, hellem Sand. Beachvolleyballfelder laden zum Sporteln ein. Die Liegen daneben, die sich im angenehmen Schatten der Schirme sammeln, sind kostenlos. Und auch auf der Rasenfläche gibts ausreichend sonnengeschützte Plätze, weil vergleichsweise viele Bäume Schatten spenden.

Abkühlung verschaffen ein Erlebnisbecken mit Strudel und kleiner Wasserrutsche und ein Schwimmerbecken mit 25-Meter-Bahn und der 50 Meter langen Rutsche. Von zwei Türmen können Sprungkünstler ihr Talent beweisen, aus einem oder drei Metern. Action ist auch auf dem Spielplatz geboten. Aber: Vorsicht vor der Rutsche! Die von der Sonne aufgeheizte Fläche weckt schmerzhafte Kindheitserinnerungen. Da denkt man doch lieber an heiße Pommes zurück.

Die gibt es im „Prinze“ beim Kiosk, der zum angrenzenden Restaurant Aquamarin gehört. Man bekommt sie für 4,70 Euro (inklusive Ketchup) in einer praktischen To-go-Box. Möchte man Mayo zusätzlich, kostet die 30 Cent extra. Dank Salzspender zum individuellen nachwürzen haben die sonst recht gewöhnlichen Pommes einen guten Geschmack. Ungewöhnlich für einen Freibad-Kiosk: Es gibt eine Auswahl an Salaten und gekühlten Snacks in einem Selbstbedienungskühlschrank.

Überzeugend am „Prinze“ ist auch die zentrale Lage direkt an der U-Bahn-Station Prinzregentenplatz. Parkplätze gibt es – im Gegensatz zu Liegeplätzen – allerdings nicht viele!

Das Prinzregentenbad ist montags und mittwochs von 10 Uhr an geöffnet, dienstags und donnerstags bereits ab 7 Uhr und freitags sowie am Wochenende ab 9 Uhr. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr.

<strong>Ungererbad</strong>

(Foto: Friedrich Bungert)

Wer am Ungererbad ankommt, wird von einem Gebäude im Rosa-Retro-Look begrüßt. Geht man durch die zuckerwattenfarbige Pforte eröffnet sich ein weitläufiges Gelände, durch das sogar ein kleiner Kanal fließt, den man über eine Brücke überqueren kann. Im Ungererbad ist wirklich viel Platz, es gibt Fußball- und Beachvolleyballplätze, einen gemischten und einen Damen-FKK-Bereich, Trampoline und natürlich Schwimmbecken: zwei Planschbecken für die Kleinen, drei Becken für die Größeren, davon ein reines Sportbecken mit Sprungtürmen.

Eine Besonderheit findet sich auf der schattigen Liegewiese. 20 Minuten kann man sich hier unter einem Pavillon Nacken, Hände oder Füße massieren lassen. Auch die Pommes für 4,50 Euro inklusive Ketchup und Mayo sind keine Standard-Variante: Als sogenannte Skin-on-Pommes wandern sie inklusive Kartoffelschale über den Kiosktresen, sie schmecken intensiv und sind knusprig.

Jedes Jahr vor der Winterruhe des Ungerer- sowie des Dantebads werden die Becken beim Hundeschwimmen auch zwei Tage lang für vierbeinige Wasserliebhaber geöffnet. Der Parkplatz des Ungererbads ist – wie könnte es anders sein – weitläufig. Das erleichtert die Anreise.

Das Ungererbad ist montags bis donnerstags von 10 Uhr an geöffnet, freitags sowie am Wochenende ab 9 Uhr. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr. Bei Temperaturen unter 20 Grad bleibt das Bad geschlossen.

<strong>Dantebad</strong>

(Foto: Jana Jöbstl)

Ein Hauch von Olympia weht noch heute durch das Dantebad. Das große Schwimmerbecken wird von den Flutlichtanlagen gerahmt, die bei den Olympischen Spielen 1972 ihr Licht auf die Top-Athleten geworfen haben. Unter ihnen befinden sich breite Stufen, auf denen die Badegäste in der Sonne brutzeln können. Neben dem Stadionbecken gibt es ein weiteres 50-Meter-Schwimmerbecken. Das Attraktionsbecken mit Sprudelliegen- und grotte und das Nichtschwimmerbecken, in das eine breite Rutsche führt, laden zum entspannteren Planschen ein.

Auch auf dem Land kann Sport betrieben werden: Tischtennis, überdimensionales Schach, Fußball und Beachvolleyball gibt es dafür zur Auswahl. Auf der riesigen Liegewiese gibt es vergleichsweise wenig Schatten, dafür wird sie an sonnigen Nachmittagen von älteren Herrschaften auch mal für ein Boccia-Match genutzt. Zwischen den Bäumen lurt der Olympiaturm durch.

Die Pommes erzeugen im Vergleich mit der Konkurrenz keine Geschmacksexplosion, für 4,50 Euro stillen sie aber trotzdem alle Heißhunger-Attacken. Ketchup und Mayo sind inklusive.

Das Dantebad ist montags bis donnerstags von 10 Uhr an geöffnet, freitags sowie am Wochenende ab 9 Uhr. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr. Der Stadionbereich hat montags, mittwochs und freitags bereits von 7 Uhr an auf, an den restlichen Tagen von 7.30 Uhr bis 23 Uhr. Bei Temperaturen unter 20 Grad öffnet nur der Stadionbereich.

<strong>Westbad</strong>

(Foto: Jana Jöbstl)

Den Geruch von Sonnencreme in der Nase und bunte Schirme auf der weitläufigen Liegewiese: Im Westbad stellt sich direkt ab Eintritt Urlaubsfeeling ein. Ob für Groß oder Klein, hier ist für jeden was dabei.

Auf dem Erlebnisspielplatz neben dem Kiosk können sich die Minis austoben, es gibt Beachvolleyballfelder, Tischtennisplatten, einen Basketballkorb, einen Sprungturm, eine 64-Meter-Rutsche und natürlich mehrere Becken inklusive 50-Meter-Bahn. Wer das weitläufige Gelände ganz erkundet, entdeckt hinter einem kleinen Hügel auch das große Fußballfeld. Im kühlen Schatten zahlreicher Bäume lässt es sich an besonders heißen Tagen gut aushalten, oder man genießt bis in die Abendstunden die Sonne – und vergisst dabei fast die Schließzeiten.

Nach dem Badespaß ist vor den Freibad-Pommes. Am Kiosk ist man vorbereitet und hat große Schalen voller Fritten bereitstehen, damit der Hunger schneller gestillt werden kann. Für 4,50 Euro erhält man heiße, knusprige und gut salzige Pommes mit Ketchup oder Mayo, für einen Aufpreis von 30 Cent gibt es beide Soßen.

Das Westbad (Freibad) ist montags bis donnerstags von zehn Uhr an geöffnet, freitags sowie am Wochenende ab neun Uhr. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr. Bei Temperaturen unter 20 Grad bleibt das Bad geschlossen.

<strong>Schyrenbad</strong>

(Foto: Robert Haas)

Wer schon frühmorgens vor der Arbeit ein paar Bahnen ziehen möchte, ist im Schyrenbad an der richtigen Adresse. Unter der Woche öffnet es schon um 7 Uhr. Gekrault werden kann dann im 50-Meter-Becken mit drei Schwimmbahnen. Entspannt ins Wasser gleiten lässt es sich auf der Breitwasserrutsche, die ins Nichtschwimmerbecken führt.

Die großen Bäume spenden viel Schatten auf der Liegewiese, vier Tischtennisplatten mit Netz erzeugen Turnieratmosphäre. Für die Kinder gibt es einen schönen Holzspielplatz.

Am Kiosk wird viel Veganes angeboten, besonders sind allerdings die Pommes. Auch hier gibt es sie in der Skin-on-Variante. Für 4,70 Euro kommt man in den Genuss dieser ausreichend gesalzenen Pommes – Ketchup und Mayo sind inklusive. Achtung: Wer sich in die pralle Sonne an die weiß lackierten Biergartentische setzt, braucht dringend eine Sonnenbrille. Diese reflektieren das Licht und blenden sonst – sehen dafür aber, passend zum restlichen Freibad, hübsch aus.

Das Schyrenbad ist montags bis freitags bereits von 7 Uhr an geöffnet, am Wochenende ab 9 Uhr. Von 1. bis 30. September gelten andere Uhrzeiten: Das Freibad öffnet dann montags bis donnerstags erst ab 10 Uhr, am Wochenende von 9 Uhr an. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr.

<strong>Naturbad Maria Einsiedel</strong>

(Foto: Jana Jöbstl)

Mehr Grün geht nicht: Das Maria Einsiedel liegt fast versteckt inmitten der Isarauen, zehn Gehminuten von der U-Bahn-Haltestelle Thalkirchen entfernt. Für all jene, die nicht in Sendling wohnen, eine kleine Reise, die sich lohnt. Hinter dem Eingang eröffnet sich ein Freibad, das Ruhesuchende und Schwimmfreude gleichermaßen abholt.

Auf der weitläufigen Liegewiese findet hier jeder den Ort, den er oder sie sucht. Unter einem der zahlreichen Bäume rechts vom Bezahlhäuschen gibt es ausreichend Schatten, am großzügigen Kinderspiel- und Planschplatz eine Menge Spaß und im FKK-Bereich genügend Privatsphäre. Nicht nur die Umgebung, auch die Naturschwimmbecken sind grün, da sie biologisch und ganz ohne Chlor und Chemie gereinigt werden. Doch das Highlight im Maria Einsiedel ist der eiskalte Isar-Kanal, in dem man sich einmal quer durchs Freibad treiben lassen kann.

Freunde des Tischtennis-Sports finden an einem der fünf Tische bestimmt immer einen Spielgefährten, direkt daneben werden im Kiosk Pommes, kleine Snacks und gekühlte Getränke verkauft. Die geriffelten Fritten für 4,50 Euro pro Tüte werden auf Wunsch mit Ketchup und Mayo serviert. Fazit: knusprig, salzig, eine richtig gute Portion klassischer Freibad-Pommes.

Das Naturbad Maria Einsiedel ist montags bis donnerstags von 10 Uhr an geöffnet, freitags sowie am Wochenende ab 9 Uhr. Badeschluss ist um 19 Uhr, bei gutem Wetter um 20 Uhr. Bei Temperaturen unter 20 Grad bleibt das Bad geschlossen.

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