Freibad-Saison:Hier geht München baden

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Erfrischend an heißen Tagen in der Stadt: Was wäre ein Sommer ohne Freibad? (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Wo es den höchsten Sprungturm, die schönsten Liegewiesen oder die besten Becken für Schwimmer gibt – ein Überblick.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren

Die Haare noch feucht, die Flip-Flops schnalzen bei jedem Schritt und aus der Badetasche dringt ein Geruch von Chlor und Sonnenmilch: Es ist Freibad-Saison in München und der phänotypische Freibadgänger ist aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Noch bis mindestens Mitte September dauert der Betrieb in den städtischen Bädern an, einzig das Bad Georgenschwaige bleibt noch bis voraussichtlich Sommer 2025 geschlossen. Es wird gerade zu einem CO₂-neutralen Naturbad umgebaut.

Je nach Monat gelten in den Freibädern unterschiedliche Öffnungszeiten: Unter der Woche öffnen sie um 10 Uhr, von Freitag bis Samstag bereits um 9 Uhr. Schluss ist im August und September jeweils um 19 Uhr, eine Stunde früher als noch im Juli und Juni. Aber: Besonders heiße Tage erfordern besondere Maßnahmen. Bei über 25 Grad verlängern die Bäder im August bis 20 Uhr. Einzig das Westbad ist von Mai bis Juli bis 21 Uhr geöffnet, im August dann bis 20 Uhr und im September schließt es ebenfalls um 19 Uhr.

Für Frühschwimmer ist ebenfalls gesorgt: Das Schyrenbad öffnet von Montag bis Freitag bereits um 7 Uhr, ebenso das Prinzregentenbad am Dienstag und Donnerstag. Im Stadionbereich des Dantebads können zudem am Montag, Mittwoch und Freitag von 7 Uhr an morgendliche Bahnen gezogen werden, ansonsten von 7.30 Uhr an – um 23 Uhr ist auch hier Feierabend. Das Angebot des Prinzregenten- und Dantebads gilt für die gesamte Saison, von September an entfällt allerdings das Frühschwimmen im Schyrenbad.

Der Eintritt kostet bei allen Freibädern 6 Euro, der ermäßigte Preis beträgt 3,80 Euro, und Kinder unter 12 Jahren schwimmen umsonst.

Schyrenbad

Bereits seit 1847 kann man im Schyrenbad schwimmen. (Foto: Robert Haas)

Seit das Schyrenbad vor ein paar Jahren renoviert worden ist, sieht man ihm nicht mehr an, dass es sich um Münchens ältestes Freibad handelt. Bereits seit 1847 können die Münchner hier schwimmen. Allerdings nicht die Münchnerinnen, die haben erst seit 1938 Zutritt. Im Schyrenbad treffen sich vor allem die Giesinger und Isarvorstädter, um ihren Teint zu perfektionieren – auf der Liegefläche unweit der Isar oder in einem der drei Wasserbecken. Es gibt abgetrennte Bahnen für sportliche Schwimmer, eine Rutsche, auf der man ordentlich beschleunigt, und ein Planschbecken für Schwimmflügelträger. Rund um das Kinder- und Schwimmerbecken darf übrigens nicht geraucht werden, wohl aber auf der Liegewiese.

Schyrenbad, Claude-Lorrain-Straße 24, Infos unter swm.de/baeder

Prinzregentenbad

Das 25-Meter-Becken ist nicht eben lang, aber es reicht, um seine Runden zu drehen. (Foto: Robert Haas)

Das „Prinze“, wie das Bogenhausener Bad genannt wird, öffnet auch heuer seine Freibecken wie gewohnt. Dabei ist das Wasser eigentlich nur Nebensache – zumindest für die Erwachsenen. Denn das 25-Meter-Becken ist zu klein und zumindest nachmittags auch zu voll, um darin wirklich zu schwimmen. Es wird meist nur genutzt, um einmal unterzutauchen und so kurzzeitig der Hitze zu entfliehen. Hier geht es vor allem ums Sehen und Gesehenwerden.

Prinzregentenbad, Prinzregentenstraße 80, Infos unter swm.de/baeder

Dantebad

Wettkampfflair: Die Zuschauer auf der Tribüne motivieren die Schwimmer. (Foto: Stadtwerke München)

Die beiden Becken im Stadionbereich des Dantebads haben normalerweise das ganze Jahr über geöffnet – sogar bei minus zehn Grad und starkem Schneefall. Aber erst im Sommer zeigt sich das Bad in Gern in seiner vollen Pracht, wenn alle Becken der großen Anlage zugänglich sind. Im Dantebad kraulen die Schwimmer noch ein wenig schneller als woanders – womöglich motiviert die Tribüne, von der aus die Sonnenanbeter den Sportlern zuschauen, und die über dem Becken abgebildeten Olympiaringe.

Dantebad-Sommerbad, Postillonstraße 17, Infos unter swm.de/baeder

Michaelibad

Im Michaelibad gibt es sogar ein Zehn-Meter-Brett. (Foto: Robert Haas/Robert Haas)

Sechsmal wirbelt es einen um die Kurve, und dann macht es: platsch! Im Michaelibad am Ostpark steht die längste Rutsche der Stadt. Erst nach mehr als 60 Metern hat der Badegast Wasser unter den Füßen. Doch das ist nicht die einzige Attraktion. Im „Michi“ gibt es für jeden was: eine Sprunganlage mit einem Zehn-Meter-Brett für Mutige, eine Rutsche in Elefantenform für Kinder, ein 50-Meter-Becken für Sportliche oder einen abgetrennten FKK-Bereich für Nudisten.

Michaeli-Freibad, Heinrich-Wieland-Straße 24, Infos unter swm.de/baeder

Westbad

Eine der Attraktionen im Westbad: die große Rutsche. (Foto: SWM)

In keinem anderen Münchner Freibad sind die Liegewiesen so weitflächig wie im Westbad. Doch der größte Pluspunkt der Anlage zwischen Pasing und Laim ist auch ihr großes Verhängnis; denn die Größe macht es besonders schwierig, aus den Augen verlorene Kinder wiederzufinden. Die Durchsage „Der kleine Kevin sucht seine Eltern“ schallt regelmäßig über die Liegewiese. Verzweifelten Eltern sei empfohlen, zuerst im östlichen Teil des Bades zu suchen, denn die meisten Kinder büxen zu dem beliebten Plansch- und Matschbereich aus. Verlorengegangene Kinder dagegen haben gute Chancen, Mami und Papi im 50-Meter-Becken oder auf der langen Edelstahl-Rutsche wiederzufinden. Wenn sie nicht gerade in einem der beiden modernen Saunabereiche relaxen, welcher, so auch wie das Hallenbad, in diesem Jahr aufgrund einer Dachsanierung bis Montag, 16. September 2024 geschlossen hat.

Westbad, Weinbergerstraße 11, Infos unter swm.de/baeder

Ungererbad

Hier fühlt sich auch die Spaßbadfraktion wohl. (Foto: Alessandra Schellnegger)

Ob Schnullerträger, Student oder Senior, Anzugträger oder Ausgeflippter, Spaßbadfraktion oder Sonnenanbeter: Das Treiben im Schwabinger Ungererbad ist so bunt wie auf der Leopoldstraße. Hier fühlt sich ganz München wohl – nur der Sportschwimmer nicht. Denn das große Schwimmbecken macht einen Knick und bringt selbst Wasserprofis gehörig aus der Bahn. Für alle anderen ist dafür umso mehr geboten: Wasserrutsche, Fußballwiese, Drei-Meter-Sprungturm oder ein FKK-Bereich für Damen. Besonders schön: Die Liegewiesen sind verwinkelt, so findet jeder Gast ein ruhiges Fleckchen.

Ungererbad, Traubestraße 3, Infos unter swm.de/baeder

Bad Maria Einsiedel

Chlorfrei: Das Maria Einsiedel wird auf biologische Art gereinigt. (Foto: Catherina Hess)

Im Maria Einsiedel fühlen sich Naturfreunde wohl, Frostbeulen eher weniger. Der Grund: Das Maria Einsiedel ist ein Naturbad, das auf biologische Art gereinigt wird. Deshalb beträgt die Wassertemperatur gerade mal 22 Grad und ist somit zwei Grad kühler als in den anderen Freibädern. War es vor zwei Jahren wegen erhöhter Keimbelastung zwischenzeitlich geschlossen und öffnete im vergangenen Jahr wieder seine Tore, hat in diesem Jahr der Kiosk aufgrund eines Pächterwechsels und den damit verbundenen Umbauarbeiten nicht geöffnet. Stattdessen steht ein Verkaufswagen mit eingeschränktem Sortiment bereit. Das soll den Spaß aber keineswegs mindern: Mit seinem grün schimmernden, chlorfreien Badesee gilt das Maria Einsiedel als schönstes Freibad der Stadt.

Naturbad Maria Einsiedel, Zentralländstraße 28, Infos unter swm.de/baeder

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