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Freizeit in München:Kinder dürfen kostenlos ins Freibad

Michaelibad

Schon 2019 hatte der Stadtrat entschieden, Kindern und Jugendlichen freien Eintritt in die acht Sommerbäder zu gewähren.

(Foto: Florian Peljak)

Unter Zwölfjährige müssen in diesem Jahr keinen Eintritt in den Sommerbädern zahlen. Wann diese überhaupt öffnen dürfen, steht aber noch nicht fest.

Von Anna Hoben

Noch ist unklar, wann die Münchner Freibäder in die Saison starten können. Kinder bis zwölf Jahre sollen in diesem Sommer wieder kostenlos ins Freibad gehen können. Diesen Kompromiss hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner hatte den kostenlosen Eintritt für Kinder und Jugendliche wie im vergangenen Jahr komplett streichen wollen. Das gefiel SPD und Grünen nicht; sie stellten einen entsprechenden Änderungsantrag.

"Der Sommer wird gut", sagte Simone Burger (SPD) und zitierte damit den Bundestagsabgeordneten und Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Der sei in den vergangenen Monaten nicht dafür bekannt gewesen, "unnötig gute Laune zu verbreiten", sondern eher dafür, "Recht zu haben". Insofern habe sie große Hoffnung, dass die Menschen bald die Freibäder besuchen könnten.

Einen normalen Betrieb werde es freilich nicht geben, auch in diesem Sommer würden Masken und Abstand das Bild bestimmen. Die Stadt habe sich zudem verändert durch die Pandemie; vielen Menschen gehe es finanziell schlecht. Deshalb sei zum einen der freie Eintritt für München-Pass-Inhaber essenziell, auch außerhalb der Ferienzeiten. "Jede Seniorin in der Grundsicherung soll jeden Tag ins Freibad gehen können, wenn sie will", sagte Burger. Zum anderen wolle man Familien unterstützen und Kindern bis zwölf Jahren den freien Eintritt ermöglichen. Über den Punkt habe die Koalition intensiver diskutiert. Kinder hätten in der Pandemie auf so vieles verzichten müssen, so Burger.

Manuel Pretzl wies anschließend darauf hin, dass die CSU schon im vergangenen Jahr "hart dafür gekämpft" habe, das Projekt damals aber an der Koalition gescheitert sei, "obwohl damals noch mehr Geld da war als heute". Man wolle aber nicht kleinkariert sein und trotzdem zustimmen. Stefan Jagel (Linke) sagte, er erinnere sich gut, wie seine Fraktion zusammen mit der CSU 2020 vergeblich zusammen für das Projekt gekämpft habe.

Schon 2019 hatte der Stadtrat entschieden, Kindern und Jugendlichen freien Eintritt in die acht Sommerbäder zu gewähren. Damals profitierten alle bis 18 Jahre von der Regelung. Es ging darum, Familien zu entlasten und einen Beitrag dazu zu leisten, dass Kinder besser schwimmen lernen. Knapp 1,8 Millionen Euro ließ die Stadt sich das kosten. 2020 strich sie das Projekt wegen der Corona-Pandemie. Nur mit einem Ferienpass kamen Kinder und Jugendliche kostenlos ins Freibad.

Das Angebot für alle war 2019 sehr gut angenommen worden. Allerdings, so heißt es in der Vorlage des Wirtschaftsreferats, habe der freie Eintritt auch dazu geführt, "dass Kinder und Jugendliche die Sommerbäder als sozialen Raum entdeckten und für sich nutzten". Baden und Schwimmen hätten oft nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Es gab in jenem Sommer einige Zwischenfälle mit rivalisierenden Gruppen von Jugendlichen, mehrmals musste die Polizei anrücken. All das habe zu einer Verdrängung von Stammgästen geführt, heißt es in dem Papier. Auch deshalb plädierte das Referat dafür, die Regelung nicht wieder einzuführen. Im Stadtrat wies Wirtschaftsreferent Baumgärtner zudem auf die angespannte Finanzlage hin, versicherte aber: "Ich werde mich sehr gerne bemühen, dieses Geld zu finden."

Die Stadtwerke, die die Bäder betreiben, wissen bislang nicht, wann und wie sie die Sommerbäder überhaupt öffnen können. Das hänge von den Vorgaben der bayerischen Staatsregierung und des Gesundheitsministeriums ab, sagte Bäderchefin Nicole Gargitter auf Anfrage: "Wir haben dafür aktuell keine zeitliche Prognose." Man gehe aber davon aus, dass man - wenn man öffnen dürfe - auch in diesem Jahr wieder mit einem Online-Buchungssystem arbeiten werde. Diese und die übrigen Maßnahmen hätten sich im vergangenen Jahr gut eingespielt. Die ersten Freibäder hatten 2020 am 11. Juni geöffnet. Insgesamt zählten die Bäder in der Saison 600 000 Besucherinnen und Besucher.

© SZ vom 06.05.2021/baso, van
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