Süddeutsche Zeitung

Freizeit:Freibäder bleiben kostenlos für Kinder

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Wer unter zwölf Jahre alt ist oder einen München-Pass besitzt, muss weiterhin keinen Eintritt bezahlen. Die Saison soll schon nächste Woche losgehen.

Von Joachim Mölter

Es sieht zwar aktuell nicht danach aus, wenn man aus dem Fenster schaut, aber nächste Woche beginnt in München die Freibadsaison. Am 2. Mai öffnet das Schyrenbad in Untergiesing seine Türen, als traditionell erstes der hiesigen Freibäder. Von Mitte Mai an können Besucher dann auch im Dantebad planschen, im Michaeli-Bad, Naturbad Maria Einsiedel, Prinzregenten-, Ungerer- und Westbad.

Rechtzeitig vor dem ersten Sprung ins kalte Wasser gibt es eine gute Nachricht für Kinder unter zwölf Jahren sowie Besitzer und Besitzerinnen von München- oder Ferienpässen: Sie dürfen auch in diesem Sommer kostenlos in die sieben städtischen Freibäder. Das hat der Stadtrat am Mittwoch einstimmig beschlossen.

Ursprünglich sollten der zugrundeliegende Antrag der CSU/Freie-Wähler-Fraktion und die Beschlussvorlage des Wirtschaftsreferats in der vorigen Woche im Fachausschuss besprochen werden, aber nach der kurzfristigen Absage der Sitzung kam das Thema direkt auf die Tagesordnung der Vollversammlung. Und dort hielt man eine weitere Diskussion nach den durchweg positiven Erfahrungen des Vorjahres für überflüssig.

2023 hatten Kinder unter Zwölf das Angebot rund 158 000 Mal angenommen. Aber vor allem von München-Pass-Besitzern wurde es "deutlich über die erwarteten Eintritte hinaus genutzt", wie es in der Beschlussvorlage heißt, nämlich 43 650 Mal. Das war fast eine Verdopplung im Vergleich zu 2o22, als 23 877 Mal jemand mit einem München-Pass ins Freibad kam. Bei Kindern und Jugendlichen hatte sich das Angebot ebenfalls einer zunehmenden Beliebtheit erfreut, allerdings nicht in diesem Ausmaß: 2022 waren 146 186 freie Eintritte gezählt worden. Insgesamt registrierten die Stadtwerke als Betreiber der Münchner Freibäder im vorigen Sommer 1,055 Millionen Besucher, ein Plus von 100 000 im Vergleich zum Jahr zuvor.

Bei einem regulären Eintrittspreis von sechs Euro für Erwachsene und 3,80 Euro für Kinder und Jugendliche bis zum 15. Geburtstag entgingen den Stadtwerken durch die Gewährung des kostenlosen Zugangs Einnahmen in Höhe von etwas mehr als einer Dreiviertelmillion Euro, genau waren es 768 390,40. Diese Summe wurde aus Haushaltsmitteln der Stadt beglichen. Künftig sollen jährlich 800 000 Euro für die Maßnahme bereitgestellt werden. 600 000 sind bereits seit vorigem Jahr beim Referat für Arbeit und Wirtschaft dauerhaft dafür eingeplant. Nun kommen 200 000 Euro aus dem Budget des Sozialreferats für freiwillige Transferleistungen hinzu. Dieses Geld wird quasi umgeschichtet, um damit den kostenlosen Zugang von München-Pass-Besitzern und -Besitzerinnen in die Bäder zu finanzieren.

Hintergrund des freien Schwimmbadeintritts ist zum einen, auch Bürgern mit geringem Einkommen die Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Geschehen zu ermöglichen. Zum anderen sollen angesichts der allgemeinen Preissteigerungen für Lebenshaltungskosten speziell Familien entlastet werden. Ein ebenfalls nicht unwichtiger Aspekt: die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Damit die sich auch über Wasser halten können, wenn sie später mit ihren Freunden am Flaucher baden gehen.

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