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Foodsharing München:Essen retten

Neue Ideen für alt gewordene Lebensmittel: Foodsharing-Vorstand Kieran Oswald in seiner Küche.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Übrige oder falsch gekaufte Lebensmittel muss man nicht wegwerfen. Der Verein Foodsharing hilft, sie weiterzugeben - und hat schmackhafte Rezepte im Angebot, etwa für Bananenbrot.

Von Laura Kaufmann

Dass 70 Prozent aller Lebensmittel in Privathaushalten weggeworfen werden, ist für Kieran Oswald schwer zu begreifen. Wenn das Brot hart wird, gibt es bei ihm eben Brotsuppe. Tatsache ist aber, dass in vielen Münchner Kühlschränken der Kohlrabi wieder schimmelig geworden ist, und die Reste vom Vortag hat auch niemand mehr gegessen. Dazu kommen Fehlkäufe, die herumstehen. Bier, das eigentlich alkoholfrei hätte sein sollen, solche Dinge.

Doch dafür gibt es eine Lösung: den Verein Foodsharing, in dessen Münchner Ortsverein Kieran Oswald als Vorstand tätig ist. Das große Ziel von Foodsharing ist es, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Dazu baut der Verein auf drei Säulen: Einmal sind das Vorträge in Schulen, Kindergärten oder auf Messen. Außerdem unterstützt er Privatpersonen, Lebensmittel nicht verschwenden zu müssen. Dazu gibt es einerseits die Website foodsharing.de, auf der sich jeder einfach registrieren und dann Lebensmittel verschenken kann, die bei ihm übrig sind. Wer das lieber offline möchte, kann bei Abgabestellen und "Fair-Teilern" in den Vierteln Übriges vorbeibringen und abholen; die Adressen sind auf foodsharing-muenchen.de zu finden.

Dritte Säule der Essensrettung ist die Zusammenarbeit mit Betrieben, die dem Verein übrig gebliebene Waren zur Verfügung stellen: Bäcker, Supermärkte, Cafés - über 100 sind es schon. "Gewürzöle, veganes Eis, Proteinwasser, Müsliriegel und Salamisticks", zählt Oswald ein paar der Lieferungen aus diesem Sommer auf. "Foodsaver" verteilen die Lebensmittel dann weiter. 1242 Mitglieder hat der vor drei Jahren gegründete Ortsverein, er wächst stetig. Kieran Oswald ist sehr zufrieden mit der Entwicklung. Er freut sich jetzt auf das Ende der Coronakrise. Wenn endlich wieder ein großes Team-Dinner stattfinden kann.

Hier sein Rezept, das sich hervorragend für schon überreife Bananen eignet:

Bananenbrot

Zutaten für eine Kastenform: Vier sehr reife Bananen (etwa 400 Gramm), 80 Gramm geschmacksneutrales Öl (zum Beispiel Sonnenblumenöl), 80 Gramm Zucker, 250 Gramm Mehl, 10 Gramm Backpulver, etwas Zimt, 100 Gramm Schokolade. Dunkle Schokolade passt besonders gut. Je nach Geschmack noch Walnüsse.

Zubereitung: Den Ofen auf 150 Grad Umluft oder 165 Grad bei Ober- und Unterhitze vorheizen. Bananen mit Sonnenblumenöl und Zucker pürieren (zerdrücken geht auch, aber püriert wird das "Brot" noch besser). Mehl, Backpulver und Zimt hinzugeben. Teig mit einem Löffel umrühren. Schokolade und eventuell Walnüsse hacken und unter den Teig heben. Die Kastenform einfetten. (Verteilt man zusätzlich eine Zimt-Zucker-Mischung in der eingefetteten Form, gibt das dem Bananenbrot eine leckere "Kruste".) Teig in die Form geben. Bananenbrot je nach Ofen für etwa 40 Minuten backen.

© SZ vom 26.11.2020/van
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