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Corona-Krise:Flughafen München schließt das Terminal 1

Flughafen in München, 2020

Von April bis Anfang Juli war in diesem Jahr das Terminal 1 des Münchner Flughafens dicht - jetzt ist es erneut so weit.

(Foto: Marco Einfeldt)

Weil die Zahl der Flüge wieder massiv abgenommen hat, werden die Passagiere nur noch im Terminal 2 abgefertigt - auf unbestimmte Zeit.

Von Dominik Hutter

Der Münchner Flughafen richtet sich auf stille Monate ein - und schließt daher am 1. Dezember erneut sein Terminal 1. Angesichts der nach einem kurzen Sommerhoch wieder stark gesunkenen Passagierzahlen reicht das für jährlich rund 25 Millionen Fluggäste ausgelegte Terminal 2 locker aus, um den gesamten Verkehr abzuwickeln. Fluggesellschaften wie Air France, Alitalia, British Airways oder Emirates ziehen daher vorübergehend vom westlichen in den östlichen Teil des Flughafens um. Für wie lange, ist unklar - die Betreibergesellschaft FMG wagt derzeit keine Prognose fürs Frühjahr. Terminal 2 ist normalerweise der Lufthansa und ihren Partnergesellschaften des Luftfahrtbündnisses Star Alliance vorbehalten. Es verfügt auch noch über ein Satellitenterminal auf dem östlichen Vorfeld, das aber bereits seit Monaten mangels Nachfrage geschlossen ist.

Terminal 1, das die Abfertigungsbereiche A bis E umfasst, war bereits Ende April geschlossen worden. Als im Sommer der Verkehr wieder etwas anzog, hatte die FMG die Hallen Anfang Juli wiedereröffnet. Achtung: Diesmal befindet sich der Check-in der umgezogenen Airlines in der Ankunftsebene von Terminal 2 (Ebene 03). Im Frühjahr war dafür noch das Modul Z im Zentralbereich reserviert gewesen. Das Gepäck für Ankommende wird über die Bänder von Terminal 2 ausgegeben. Wer als Autofahrer nicht unbedingt noch vor dem Flug einen längeren Fußmarsch zurücklegen will, sollte möglichst nicht die Parkhäuser mit den niedrigen Nummern nahe Terminal 1 ansteuern (von denen ohnehin einige geschlossen sind), sondern Richtung P 20 oder P 26 fahren.

Der Münchner Flughafen, der einst an der Marke von 50 Millionen Passagieren gekratzt hat, erreicht in diesem Jahr voraussichtlich nicht einmal die Fluggastzahlen seines ersten Betriebsjahres. Damals, 1992, wurden rund zwölf Millionen gezählt - bis Mitte Mai noch in den inzwischen weitgehend abgerissenen Hallen des Vorgänger-Airports in Riem.

Entsprechend leer geht es aktuell in den auf wesentlich höheren Andrang ausgelegten Terminals im Erdinger Moos zu. Zahlreiche Geschäfte und Restaurants sind geschlossen - im Internetauftritt des Flughafens gibt es eine Liste aller noch geöffneten Angebote. Das Sortiment an Interkontinentalflügen ist stark geschrumpft, die Lufthansa hat nur noch acht Langstreckenmaschinen im Einsatz. Bei der FMG rechnet man erst 2024 mit der Rückkehr zu alter Größe, sicher ist das freilich nicht.

Sollte es die Corona-Situation zulassen, will die Lufthansa bis 2024 aber wieder bis zu 30 Langstreckenflugzeuge von München aus einsetzen - das sieht eine Absichtserklärung mit der FMG vor, die Ende Oktober unterzeichnet wurde. Das Drehkreuz soll nach Ende der Krise weiter ausgebaut werden. Derzeit ist man davon weit entfernt. Dafür sind die Pünktlichkeitswerte rekordverdächtig.

© SZ.de/kast/van
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