Die Sicherheitskontrollen am Flughafen München werden vom 18. September an für Passagiere noch einmal unkomplizierter werden. Bereits seit 2019 hat der Flughafen München neue Geräte am Sicherheitscheck getestet, bei denen das Handgepäck mittels Computertomografie durchleuchtet wird. Diese sogenannten CT-Scanner sind jetzt an fast allen Kontrollstellen des Airports in Betrieb. Einen Tag vor der Eröffnung des Oktoberfests fallen deshalb auch die strengen Regeln für den Transport von Flüssigkeiten weg, dies gilt für alle Kontrollstellen.
Bisher galt die EU-weite Regel, dass insgesamt nur maximal ein Liter an Flüssigkeiten im Handgepäck mitgenommen werden durfte. Dieser musste verteilt sein auf Einzelbehälter mit einem Volumen von höchstens 100 Millilitern und verpackt in durchsichtigen Zip-Beuteln, die bei der Kontrolle aus dem Handgepäck genommen werden mussten. Fortan dürfen Passagiere beliebig viele Einzelbehältnisse mit sich führen, die jeweils ein Volumen von bis zu zwei Litern haben dürfen, wie das bayerische Verkehrsministerium mitteilt. Auch elektronische Geräte können künftig an allen Kontrollspuren im Handgepäck bleiben.
Der Flughafen hat die Kontrollspuren in beiden Terminals seit Oktober 2022 schrittweise auf die neue Technik umgerüstet. Die CT-Scanner erstellen 3D-Bilder des Gepäckinhaltes und schlagen bei Verdacht automatisch Alarm. Das Sicherheitspersonal kann zudem den Inhalt des Handgepäcks besser erkennen. Die Geräte messen die Dichte der Flüssigkeiten und erkennen, ob es sich in einer Flasche zum Beispiel um Limonade oder Weißbier handelt, was erlaubt wäre, oder um verbotenen Brennspiritus respektive anderen potenziellen Sprengstoff.
Bis zu vier Passagiere können gleichzeitig ihr Handgepäck zur Kontrolle abgeben, jede Kontrollspur hat zwei Bänder. Sollte der Software etwas verdächtig vorkommen, wird das Gepäckstück auf dem „NIO-Band“ separiert, was für „nicht in Ordnung“ steht. Dann nehmen die Security-Mitarbeiter noch einmal eine Kontrolle per Hand vor.
Die Kontrollen laufen nun auch deutlich schneller. Bis zu 520 Fluggäste können pro Stunde an einer Doppelschleuse mit zwei Spuren abgefertigt werden, vorher waren es etwa 325. Derzeit sind 44 Kontrollspuren mit CT-Technik ausgestattet. Eine Umsteiger-Kontrollstelle im Satellitengebäude wird noch bis Mai 2027 umgerüstet. Bis dahin werden dort Flüssigkeiten mit speziellen Geräten kontrolliert.
Der Freistaat Bayern hat als Hauptgesellschafter des Münchner Flughafens insgesamt rund 45 Millionen Euro in die neue Kontrolltechnik investiert. Am deutlich kleineren Airport Nürnberg war die Umrüstung schneller abgeschlossen, dort fiel die Flüssigkeitsbeschränkung schon im Mai dieses Jahres. Nürnberg war damit der erste deutsche Flughafen. Am Flughafen Memmingen soll die Ausstattung mit CT-Technologie erst im Rahmen der nächsten Terminalerweiterung erfolgen.
Das bayerische Verkehrsministerium weist darauf hin, dass Fluggäste Flüssigkeitsbehälter mit einem Volumen von mehr als zwei Litern weiterhin im aufgegebenen Reisegepäck transportieren müssen. Außerdem sollten Reisende mit Anschlussflügen auf die jeweiligen Vorschriften an den Umsteigeflughäfen achten. Dort können andere Regeln für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck gelten.

