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Flughafen München:Ein klarer Abstauber von Söder

Empfang FC Bayern München

Markus Söder (CSU) steht auf dem Rollfeld des Münchner Flughafens.

(Foto: dpa)

Keine dritte Startbahn am Münchner Flughafen während seiner Amtszeit - das verkündete Bayerns Ministerpräsident Söder. Im Grunde vollzieht er damit nur das Naheliegende.

Kommentar von René Hofmann

Wäre Markus Söder Fußballprofi - man könnte ihn zum Abstauberkönig krönen. Aus kurzer Distanz den Ball unbedrängt ins freie Tor bugsieren: Darin hat er - aufs Politische übertragen - eine Meisterschaft entwickelt. "In meiner Amtszeit wird die dritte Startbahn nicht mehr kommen", verkündete Söder bei der Klausur der CSU-Fraktion mit Blick auf den Münchner Flughafen.

Söders Amtszeit läuft bis 2023. Bis dahin war im Koalitionsvertrag mit den Freien Wählern ohnehin verankert, die Planungen für ein weiteres, umstrittenes Asphaltband auf Eis zu legen. Im Grunde hat Söder also Beschlossenes noch einmal bestätigt. Selbst wenn man annimmt, dass er tatsächlich bis 2028 als bayerischer Ministerpräsident wirken will und kann, gewinnen seine Worte kaum an Tragweite.

Corona hat das Flughafengeschäft derart zertrümmert, dass es Jahre dauern wird, bis es wieder auf einstige Größe gewachsen sein wird - wenn es diese denn je wieder erreicht. Neue Flächen, um Flugzeuge in den Himmel steigen zu lassen, werden lange keine gebraucht werden, weshalb Söder nun einfach das Naheliegende vollzieht: Er räumt das Thema ab. Beim Fußball gelten Abstaubertore nicht als wirklich große Kunst, weil sie so einfach aussehen. Aber das stimmt nicht. Es braucht ein besonderes Talent, um derlei Chancen zu wittern.

© SZ vom 17.09.2020
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