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Urlaubsrückkehr:So laufen die Corona-Tests am Flughafen ab

Corona-Teststation Flughafen

Reisende, die am Münchner Flughafen ankommen, können sich dort kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Seit Samstag können sich ankommende Fluggäste in München auf das Coronavirus testen lassen. Bislang wurde noch kein einziger Infizierter gemeldet.

Von Ramona Dinauer

Es ist noch kein Strom von Urlaubern, der am Montagnachmittag aus dem Terminal 2 des Münchner Flughafens kommt - obwohl die Reisefreude allmählich wieder zunimmt, sieht man eher wenige Menschen dort. Im Freien strahlen drei weiße Zelte in der Sonne, erwarten die Reisenden. "Kostenloser Corona-Test" prangt auf den Plakaten am Eingang. Damit setzt die bayerische Staatsregierung einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern um: Seit Samstag können sich alle ankommenden Fluggäste auf Sars-CoV2 testen lassen.

Wie zum Beispiel Tom Haider. Nach einem halben Jahr Praktikum in den USA landete er am Montag in München. "Schon beim Ausstieg kam die Durchsage, dass man sich hier kostenlos testen lassen kann", sagt Haider, "das finde ich eine super Sache." Nur fünf Minuten später kommt er wieder hinter der schwarzen Absperrung der Teststation hervor. Ein kurzer Rachenabstrich, ein Formblatt ausfüllen - dann kann Haider in seine Heimat Traunstein weiterreisen.

Fast alle, die unter dem Zeltdach vor dem Terminal 2 mit ihren Koffern entlang rollen, biegen zum Corona-Test-Center ab. Rund 1340 Personen haben sich laut offiziellen Angaben am Münchner Flughafen am Samstag und Sonntag testen lassen. Bislang gab es hier keine positiven SARS-CoV-2-Ergebnisse, teilte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit.

Darauf hoffen auch Dilara Bas und Gürkan Ertug. Nach einer Woche Strandurlaub gehen die beiden braun gebrannt in die Teststation. Bas hat sich das Testverfahren deutlich unangenehmer vorgestellt, sagt er. Nach fünf Minuten ist alles erledigt. "Wäre der Test nicht kostenlos, würden wir ihn wahrscheinlich auch nicht machen", sagt Ertug. Knapp 200 Euro würde ein solcher Test am Flughafen München normalerweise kosten, doch wer seine Bordkarte vorzeigt, muss nichts bezahlen. Die Mitarbeiter des Test-Centers hätten bereits einige Personen aus Freising abweisen müssen, die sich kostenlos testen lassen wollten, sagt Flughafenmitarbeiter Salim Tastan.

Fällt der Corona-Test negativ aus, bekommen die Reisenden die gute Nachricht innerhalb von zwei bis drei Tagen per E-Mail. Positive Ergebnisse werden schneller an die Betroffenen gemeldet - und auch an das Gesundheitsamt. Dilara Bas und Gürkan Ertug hatten sich nach ihrem Türkeiurlaub eigens eine zusätzliche Woche freigenommen, um ein Testergebnis abwarten zu können. Gebucht hatten sie ihre Reise schon im Februar.

Nachdem der Flugverkehr im April fast gänzlich zum Erliegen kam, buchen nun wieder mehr Menschen Flüge, wenn auch verhalten, sagt Horst Jahnke, Sprecher des Flughafens. Am Sonntag starteten oder landeten rund 31 700 Passagiere. Am selben Tag im Vorjahr waren es mehr als 120 000.

Zwei Passagiere bekamen am Montag indes Ärger mit der Polizei: Die beiden Zwillingsschwestern hatten sich geweigert, während des Fluges von Budapest nach München im Flugzeug eine Maske zu tragen. Statt der Bitte des Bordpersonals zu folgen, zeigten sie dem Kabinenchef den Mittelfinger. Die Polizei nahm sie nach der Landung in Empfang, nun muss jede 1000 Euro Bußgeld zahlen.

© SZ vom 28.07.2020/kafe

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