250 neue Betten für Geflüchtete: Nach monatelangem Ringen hat der Sozialausschuss des Stadtrats am Donnerstag gegen die Stimmen der Fraktionen von CSU/Freie Wähler und ÖDP/München-Liste eine neue Flüchtlingsunterkunft in Lochhausen beschlossen. Künftig werden am nordwestlichen Rand der Stadt, an der Lochhausener Straße, zwei zweistöckige Gebäude für Flüchtlinge entstehen. Bisher ist dort ein Feld, das als Pferdekoppel genutzt wird.
Der Plan dafür lag bereits im Dezember vergangenen Jahres vor. Zweimal wurde die Abstimmung vertagt, den dritten Antrag auf Vertagung lehnte eine deutliche Mehrheit nun ab. Zuvor richtete der Chef des Amts für Wohnen und Migration, Gerhard Mayer, einen dringlichen Appell an die Stadträtinnen und Stadträte, den Standort zu beschließen: Zurzeit lebten 1500 geflüchtete Menschen in Leichtbauhallen in der Stadt, sagte er. Dies sei menschenunwürdig, die Betroffenen benötigten schnell Ersatz. „Wir brauchen diese Plätze“, so Mayer.
Kritik am Standort kam zuerst von Vertreterinnen und Vertretern des örtlichen Bezirksausschusses (BA). Die CSU-Fraktion im BA lehnte die Flüchtlingsunterkunft ab mit Verweis auf die antizipierte Verkehrsbeeinträchtigung der Staatsstraße durch Baumaßnahmen sowie auf den Verlust einer Grünfläche. Auch sorge man sich um die Pferde der benachbarten Reitschule, die dadurch Lärm- und Lichtbelastung ausgesetzt seien. Zudem sei die Infrastruktur vor Ort nicht ausreichend.
Dieser Kritik folgte auch die CSU/Freie-Wähler-Fraktion im Stadtrat. Besonders die aus ihrer Sicht nicht ausreichenden sozialen Angebote für Kinder- und Jugendliche vor Ort hob die Stadträtin Alexandra Gaßmann hervor. Zudem sei ein Bus Richtung Lochhausen nicht ausreichend. Auch die Fraktion ÖDP/München-Liste sprach sich abermals gegen den Standort aus. Vorgeschlagen hat sie zwei Alternativstandorte, jedoch wurden beide von der Verwaltung als ungeeignet abgewiesen.
Die Grünen-Stadträtin Clara Nitsche erinnerte die Anwesenden an die „humanitäre Verantwortung“, die Geflüchteten menschenwürdig unterzubringen. In einem Änderungsantrag brachte sie noch eine Verlängerung des Fußwegs zur kommenden Unterkunft ein und forderte den Stadtrat auf, Wege zu finden, um mehr Kinder- und Jugendangebote in Lochhausen zu realisieren.

