Der Riesenflohmarkt
Bierdeckel liegen neben High Heels und Hackebeile neben Jesus-Bildern – der Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese ist schon ein besonderes Phänomen. Traditionell geht es hier an diesem Tag zu wie ein paar Monate später beim Oktoberfest. Vom Goetheplatz aus schieben sich die Menschen schon am Vormittag dicht an dicht Richtung Theresienwiese, die übersät ist mit Ständen und Verkaufstischen, so weit das Auge reicht. Und es sind nicht nur Münchner, die ihren überflüssigen Hausrat verscherbeln wollen. Aus ganz Europa reisen Händler an und verleihen dem Treiben ein wenig internationales Flair.
Wer seine Waren anbieten möchte, muss sich vorher anmelden über den städtischen Anbieter München Ticket, entweder online oder in den Vorverkaufsstellen. Organisiert wird er vom Bayerischen Roten Kreuz, das die Einnahmen aus Stand- und Parkplatzgebühren für den guten Zweck verwendet, etwa für die Ausbildung und Ausrüstung ehrenamtlicher Helfer im Sanitäts- und Betreuungsdienst, im Katastrophenschutz und der Wasserwacht. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter mitspielt, wenn es am Samstag, 18. April, um sieben Uhr morgens wieder losgeht. Dann steht danach auch einem entspannten Bummel über das Frühlingsfest, das am Tag zuvor, am 17. April, auf demselben Gelände beginnt, nichts im Wege. Dieses Jahr wird es übrigens aus Anlass seines 60. Bestehens einmalig von zwei auf drei Wochen, vom 17. April bis 10. Mai, verlängert.
Der Wohltätigkeitsbazar

Einen besonders nachhaltigen Flohmarkt gibt es am Schatzbogen: Der „MS Bazar“ unterstützt mit Spenden bayerische Multiple-Sklerose-Betroffene und ihre Angehörigen. Was ursprünglich als kleiner Flohmarkt in einer Privatwohnung begonnen hat, ist in mehr als 40 Jahren zu einem der größten, ehrenamtlich geführten Wohltätigkeitsbasare Deutschlands geworden. Schönes und Wertvolles für einen guten Zweck – unter diesem Motto öffnet der MS Bazar mehrmals im Jahr seine Türen, im Sommer am 12. Juni (13 bis 18 Uhr) und 13. Juni (11 bis 17 Uhr).
Trödeln bei Nacht

Bei Nacht durch Gässchen schlendern und zwischen all den Lämpchen und Lichtlein, die die Standbetreiber zwischen ihre Trödelware platzieren, nach Rarem stöbern, das hat schon was. Ein ganz besonders charmanter Nachtflohmarkt ist der in Wasserburg am Inn am 31. Juli ab 19 Uhr. Mit Taschen- oder Stirnlampe ausgerüstet geht es durch Herrengasse, Kirchhofplatz und Schustergasse auf der Suche nach kleinen Schätzen, dazwischen bietet die wunderschöne Altstadt viele Möglichkeiten zur Einkehr.
Der bekannteste Nachtflohmarkt in München, der Midnightbazar, ist seit vorigem Jahr mit neuem Konzept und einem festen Standort in der alten Paketposthalle, dem heutigen Pineapple Park, in der Arnulfstraße durchgestartet. Der Markt vereint nun unterschiedliche Formate: Design- und Vintagemärkte sowie Food- und Kunstevents sollen Kreative, Händler und Besucher gleichermaßen anziehen. Jeweils freitags und samstags hat der besondere Markt von 17 Uhr bis 23 Uhr geöffnet. Am Samstagvormittag gibt es einen Kinderflohmarkt mit Kinderprogramm. Nächste Termine sind der 10. und 11. April.
Sobald die Dämmerung hereinbricht, werden auch hier die Kerzen angezündet: Eine ganz besondere Atmosphäre herrscht auch beim Glonner Nachtflohmarkt rund um den Maibaum. Am 11. Juli von 18 Uhr an kann man bis in die Nacht hinein ergattern, was Keller und Speicher der Bürger zu bieten haben. Die Band Mardi Gras sorgt für Stimmung, es gibt Tanzeinlagen der Vereine und andere Vorführungen. Der in ehrenamtlicher Arbeit erzielte Reinerlös kommt sozialen und anderen förderungswürdigen Projekten in Glonn zugute.
In Höfen und Gärten

Die Münchner Hofflohmärkte werden immer beliebter. Hier bekommt man nicht nur günstige Secondhand-Klamotten, sondern auch interessante Einblicke in das Leben seiner Mitmenschen in den sonst nicht zugänglichen Hinterhöfen der Stadtviertel. Privatleute bieten an, was sie nicht mehr brauchen, vom Geschirr bis zur Bettwäsche, vom Designerkleid bis zur antiken Schultasche vom Opa. Viel hat sich geändert seit 2000, als die Nachbarschaft Schwabing in der Seidlvilla mit der Organisation der dezentralen Hinterhof-Flohmärkte begann, 2003 griff eine Initiative im Glockenbachviertel die Idee auf.
Heute sind die Hinterhof- und Gartenflohmärkte längst ein stadtweites, ja eigentlich bundesweites Phänomen. Die Flohmärkte beleben die Viertel, man feilscht und handelt und plaudert, gönnt sich zwischendurch eine Kleinigkeit in einem der umliegenden Cafés und Restaurants, entdeckt die Stadtviertel oder Ortschaften und freut sich über das bunte Treiben und die ergatterten Schätze.
Wer sich für die Teilnahme an den Hofflohmärkten mit seinem Hinterhof anmelden möchte, muss eine Gebühr bezahlen. Dann wird der Hof als roter Punkt auf einem Stadtviertel-Plan der jeweils teilnehmenden Hinterhöfe vermerkt. Viele Hinterhof-Verkaufsgemeinschaften kennzeichnen ihre Teilnahme mit Luftballons am Hauseingang. Diese „Roadmaps“ zu den jeweiligen Flohmärkten kann man auf der Webseite der Hofflohmärkte München herunterladen. Am 11. April geht die Hofflohmarkt-Saison in Pullach los, erster Termin in München ist der 2. Mai im Westend.
Bücher aller Art

Es hat durchaus seinen Reiz, sich auf einem Flohmarkt einfach treiben zu lassen. Wer allerdings ganz klare Vorstellungen hat, was er dort sucht, muss manchmal lange suchen bis er fündig wird. Erfolgversprechender sind jene Märkte, die ein spezielles Produkt anbieten. Das besondere Sachbuch, das man schon lange sucht, findet man eher auf einem Bücherflohmarkt als im allgemeinen Trödel – beim Bücherflohmarkt Lisar am 13. Juni an der Isarpromenade in der Widenmayerstraße zum Beispiel (Ersatztermin 20. Juni bei schlechtem Wetter). Die eine verkauft dort nach dem Staatsexamen ihre gesamten Jura-Bücher, der andere Reisebücher, die er nicht mehr braucht. Am Ufer der Isar zwischen Maximilianstraße (Ausgangspunkt) und Prinzregentenstraße reihen sich die Stände bis Höhe Liebigstraße. Ein kleines Stück Paris mitten in der Stadt, das dieses Jahr sein 15. Bestehen feiert und im Herbst wiederkommt (12. September, Ersatztermin 26. September).
Radl für jeden Geschmack

Wer für den Sommer ein neues Fahrrad sucht, ist bei der großen Radldult am Mariahilfplatz richtig, die den ehemaligen Münchner Radlflohmarkt ablöst. Am 14. Juni wechseln dort von 10 bis 17 Uhr unzählige Citybikes, Renn- und Kinderräder ihre Besitzer. Das Programm dürfte für Fahrradbegeisterte und Familien gleichermaßen interessant sein. Zu den Höhepunkten zählen BMX-Shows, ein Fahrrad-Looping und Livemusik von der Express Brass Band. In Workshops können Besucher Buttons gestalten oder Schlüsselanhänger aus alten Fahrradreifen basteln. Ein zentraler Bestandteil ist der Radl-Sicherheitscheck, bei dem die Besucher die Möglichkeit haben, ihre Fahrräder kostenlos überprüfen zu lassen. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg sowie ein Glücksrad mit Fragen rund ums Radfahren. Neben Infoständen und einer Fahrradshow ist auch für Essen, Trinken und musikalische Unterhaltung gesorgt.
Rennrad- und Gravel-Fans werden am 12. April vielleicht in Thalkirchen fündig: Am Sonntag, 12. April, verwandelt sich von 11 bis 16 Uhr die Blumengroßmarkthalle zum Schnäppchenmarkt für die Rennradler-Szene. Beim sogenannten Rasenmäher-Flohmarkt werden komplette Räder, Ersatzteile, Zubehör und Bekleidung feilgeboten. Besonders für Sammler und Liebhaber klassischer Räder dürfte dieser Markt attraktiv sein: Seltene Klassiker, Oldtimer und echte Raritäten aus den frühen Rennradler-Jahren sind hier ebenso zu finden wie aktuelle Highlights der Szene. Wer früh kommt, hat die besten Chancen, echte Schnäppchen zu ergattern – denn die begehrtesten Stücke sind schnell vergriffen.
Das gilt auch für die gebrauchten Drahtesel, die am 25. April in Schwabing verkauft werden: Im Hinterhof der Firma „Hochzeitsrischka München“ im Rückgebäude der Destouchestraße 65 gibt es auch dieses Jahr wieder einen Fahrradflohmarkt. Hier wird von 13 bis 16 Uhr so ziemlich alles angeboten, was fährt: funktionstüchtige Damen-, Herren- und Kinderfahrräder aller Art, Citybikes, Rennräder, Hollandräder und Mountainbikes.
Trachten und Kindersachen

Wer sich für die kommende Wiesn neu einkleiden möchte, aber kein kleines Vermögen zahlen will, für den ist vielleicht der Trachtenflohmarkt im Hofbräukeller etwas. Am Samstag, 18. April werden dort von 9 bis 15 Uhr Raritäten und Luxus-Trachten für die Volksfestsaison feilgeboten.
Playmobil, Stofftiere, Spiele, Puppen und Spielzeug – auch für die ganz Kleinen gibt es jede Menge Angebote, etwa den bereits genannten Midnight-Bazar im Backstage am 11. Mai von 9 bis 13 Uhr. Ob Baby-Strampler oder Winterausrüstung: Vieles für den Nachwuchs findet man zum Beispiel am 18. Mai in der Maxvorstadt (Kindergarten St. Bonifaz, 9.30 bis 12 Uhr) und am selben Tag von 10 bis 16 Uhr in der Erzgießereistraße 48. Kaffee, Kuchen und alles rund ums Kind gibt es an diesem Tag auch in der Kita St. Theresia (9 bis 13 Uhr) und in Schwabing am Kirchplatz Maria vom Guten Rat (9 bis 13 Uhr) sowie in vielen anderen Stadtvierteln zu unterschiedlichen Terminen.

