An der WittelsbacherbrückeIn München eröffnet ein Park für Fledermäuse

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Der Kleine Abendsegler gilt in Bayern als stark gefährdet.
Der Kleine Abendsegler gilt in Bayern als stark gefährdet. (Foto: Ralph Sturm/LBV)

An der Wittelsbacherbrücke entsteht ein Refugium für die Tiere. Wieso der Park in dieser Form in Deutschland einzigartig ist und welche Vorteile es bringt, Fledermäuse in der Nachbarschaft zu haben.

Von Johann Posch

Die Rufe von Fledermäusen bleiben für das menschliche Ohr meist verborgen – ihre Ultraschalllaute liegen außerhalb unseres Wahrnehmungsbereichs. Doch ein unscheinbarer Kasten im Süden der Münchner Frühlingsanlagen in der Nähe der Wittelsbacherbrücke kann die kleinen Säugetiere für Menschen hörbar machen – als Herzstück des neuen Münchner Fledermausparks.

Der Kasten ist etwa zwei Meter hoch und mit Holz verkleidet. Mit einem feinen Mikrofon fängt er die Fledermaus-Rufe, die einem Fiepen ähneln, ein und gibt sie in einer für das menschliche Ohr hörbaren Frequenz über einen kleinen Lautsprecher wieder.

Die Soundinstallation macht die Ultraschallrufe der Fledermäuse für Menschen hörbar.
Die Soundinstallation macht die Ultraschallrufe der Fledermäuse für Menschen hörbar. (Foto: Hanne Wiesener/LBV)

Die Soundanlage ist jeweils in der Morgen- und in der Abenddämmerung für 90 Minuten eingeschaltet. Der Park ist rund um die Uhr geöffnet, und der Zutritt ist kostenlos. Die Eröffnung findet an diesem Sonntag um 19.30 Uhr statt, eine Stunde später geht die Soundinstallation in Betrieb. Der Park ist etwa sechs Hektar groß und voller Informationstafeln über die Tiere. Zum einen soll er Fledermäuse für die Menschen hör- und sichtbarer machen, zum anderen soll er den Tieren einen Lebensraum bieten, wie Isabel Rohde, die Verantwortliche des Projekts vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz München (LBV), erklärt. Zusammen mit der Stadt München und der Rosner & Seidl Stiftung hat der LBV den Park ins Leben gerufen.

Er ist laut Rohde dringend notwendig, denn die Tiere haben es schwer in der Stadt. Zwischen renovierten Fassaden und versiegelten Flächen finden sie kaum noch ein ruhiges Plätzchen oder Futter. 25 Fledermausarten leben in Deutschland – sechs davon im Münchner Fledermauspark. Darunter der Kleinabendsegler, der in Bayern als stark gefährdet gilt.

Auf dem Gelände wurden 50 briefkastengroße Fledermauskästen in die Bäume gehängt. Dort finden die Tiere am Tag ein dunkles Plätzchen zum Schlafen. Wenn die Nacht anbricht, kommen sie heraus und gehen auf Beutejagd. Die in München heimischen Arten ernähren sich ausschließlich von Insekten und Mücken. Isabel Rohde sagt, dass sie ungefähr 1000 Insekten pro Nacht fressen – davon profitieren jedenfalls auch menschliche Nachbarn.

Wann man die Fledermäuse am besten beobachten kann

Damit die Tiere auch wirklich genügend Futter finden, wurde zusätzlich ein Totholzhaufen, in dem es vor Larven nur so wimmelt, zusammengetragen und hinter der Soundanlage eine Blühwiese angesät. Über der Wiese schwirren Libellen, Bienen und andere kleine Tiere. Ein Festmahl für die Fledermäuse.

Wie viele Tiere im Park unterwegs sind, kann Isabel Rohde nur schwer sagen. Wenn man die Fledermäuse sehen möchte, empfiehlt sie, bei Dämmerung den Park zu besuchen, dann kämen die ersten Tiere aus ihren Verstecken, und man könne die Rufe aus der Soundanlage hören. Wer besonders scharfe Augen habe, könne vielleicht sogar einen Blick auf die streichholzschachtelgroßen Zwergfledermäuse erhaschen, meint die Fledermausexpertin.

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