PilotprojektIn München fliegen nun selbständige Feuerwehr-Drohnen

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Die Feuerwehr in München setzt künftig ein automatisiertes Drohnensystem ein, das noch vor Eintreffen der Feuerwehr Livebilder vom Einsatzort liefern kann.
Die Feuerwehr in München setzt künftig ein automatisiertes Drohnensystem ein, das noch vor Eintreffen der Feuerwehr Livebilder vom Einsatzort liefern kann. Branddirektion München/DPA
  • Die Münchner Feuerwehr startet an diesem Mittwoch ein sechsmonatiges Pilotprojekt mit automatisierten Drohnen an zwei Standorten in Schwabing und Ramersdorf.
  • Die Drohnen steigen bei bestimmten Alarmierungsschlagworten automatisch auf, fliegen autonom zum Einsatzort und senden Livebilder an die Leitstelle.
  • Das System soll Einsatzkräften bereits auf der Anfahrt ein besseres Lagebild verschaffen und wird als erstes seiner Art in dieser Größenordnung im deutschen Feuerwehrwesen bezeichnet.
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In einem Pilotprojekt testet die Münchner Feuerwehr die automatisierten Fluggeräte. Was sie sich davon verspricht, wie Einsätze ablaufen und was passiert, wenn die Systeme ausfallen.

Von Joachim Mölter

Die Münchner Feuerwehr arbeitet bei ihren Einsätzen natürlich längst mit Drohnen, um sich im Notfall einen Überblick zu verschaffen; bislang wurden die Flugobjekte in der Regel direkt am Ort des Geschehens von jemandem gesteuert. An diesem Mittwoch startet die hiesige Feuerwehr nun ein Pilotprojekt zum Drohneneinsatz, bei dem der Pilot ganz weit in den Hintergrund rückt – und im Idealfall gar nicht mehr nötig ist. Ein halbes Jahr lang soll ein automatisierter Drohnenbetrieb getestet werden, den die Branddirektion der Landeshauptstadt stolz als ersten seiner Art „in dieser Größenordnung im deutschen Feuerwehrwesen“ ankündigt.

An zwei Standorten in der Stadt, in der Feuerwache 4 in Schwabing und der Feuerwache 5 in Ramersdorf, werden die von der Berliner Firma Skyflow entwickelten Drohnen installiert. Sie sind etwa 40 mal 40 Zentimeter groß, mit Kameras ausgestattet sowie mit Folien in den Feuerwehrfarben Rot und Gelb gekennzeichnet. Die technische Neuerung dabei: Die Drohnen sind digital mit der Leitstelle verknüpft, steigen bei bestimmten Schlagworten in der Alarmierung automatisch auf, fliegen autonom zum angegebenen Einsatzort und senden von dort hochauflösende Livebilder in die Leitstelle.

Auf diese Weise erhielten die Einsatzkräfte „schon auf der Anfahrt ein deutlich besseres Lagebild“, hofft Christian Schnepf, der Leiter der IT-Abteilung bei der Münchner Feuerwehr. Er glaubt: „Das hilft uns, den Einsatzort zu verifizieren, Gefahren frühzeitig besser einzuschätzen und unsere Einsatzkräfte gezielter einzusetzen.“ Gedacht sind die Drohnen für Einsätze bei sogenannten Großlagen, etwa bei ausgedehnten Bränden, schweren Verkehrsunfällen oder ähnlichen Katastrophen.

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Nach der sechsmonatigen Testphase sollen die Erfahrungen mit den automatisierten Drohnen ausgewertet werden; dann wird entschieden, ob und wie sie in den Regelbetrieb übernommen werden. Interesse an der neuen Technologie scheint über die Stadtgrenzen hinaus vorhanden zu sein. Für Anfang 2026 sei eine Ausdehnung des Projektes durch einen dritten Drohnenstandort im Landkreis München mit dem Landratsamt bereits besprochen, teilt die Münchner Feuerwehr mit. Auf Anforderung seien aber jetzt schon Drohnenflüge in angrenzende Kreise möglich, heißt es. Durch die beiden Standorte in Schwabing und in Ramersdorf könne ohnehin das gesamte Münchner Stadtgebiet abgedeckt werden.

Nach Hersteller-Angaben können die Drohnen fast eine Stunde lang in der Luft bleiben, ehe sie wieder aufgeladen werden müssen. Ansonsten wirbt das Unternehmen auf seiner Homepage mit der schnellen Einsatzbereitschaft. „Take-off sofort nach Eingang des Alarms“, heißt es dort: „Box auf, Propeller an – Autostart ohne Wartezeit.“ Das Ganze innerhalb von zehn Sekunden. Mit 55 Kilometern pro Stunde soll die Drohne dann auf direktem Weg zu ihrem Einsatzort sausen.

In der Erprobungsphase werden die Drohnen im Hintergrund noch von speziell ausgebildeten Steuermännern und Steuerfrauen der Firma Skyflow überwacht, die bei Bedarf jederzeit in den Flug eingreifen können. Bei der Münchner Feuerwehr sieht man in dem Pilotprojekt schon jetzt „einen weiteren zukunftsweisenden Schritt hin zu einer digital unterstützten Einsatzführung“. Dort fühlt man sich in einer Vorreiterrolle und gibt sich zuversichtlich: „Die gewonnenen Erfahrungen werden auch für andere Städte und Feuerwehren in Deutschland von Bedeutung sein.“

Der Einsatz der Drohnen sei mit den Betreibern von Rettungs- und Polizeihubschraubern abgestimmt, versichert die Feuerwehr. Um Kollisionen zu vermeiden, seien die Drohnen mit Sensoren ausgestattet, die mögliche Hindernisse erkennen. Außerdem seien die Sicherheitsmechanismen so programmiert, dass gesperrte Lufträume, Gefahrenbereiche und andere sensible Zonen selbständig umflogen werden. Und bei einem Ausfall der Systeme soll ein integrierter Fallschirm eine kontrollierte Notlandung ermöglichen.

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