Pilotprojekt im ProbebetriebDie S-Bahn braucht keinen Fahrer mehr – zumindest beim Rangieren

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Keine Zukunftsmusik mehr: Christian Bernreiter (CSU), Verkehrsminister in Bayern, steuert eine S-Bahn aus der Betriebszentrale.
Keine Zukunftsmusik mehr: Christian Bernreiter (CSU), Verkehrsminister in Bayern, steuert eine S-Bahn aus der Betriebszentrale.
Sven Hoppe/dpa
  • Die Münchner S-Bahn erprobt deutschlandweit erstmals das ferngesteuerte Rangieren von Zügen per Tablet oder 5G-Verbindung.
  • Das Verfahren soll Zeit sparen und die Fahrzeugverfügbarkeit erhöhen, da Bahnen schneller gereinigt und wieder eingesetzt werden können.
  • Für die Einführung im Alltag fehlen noch eine staatliche Anschubfinanzierung von 25 Millionen Euro und die offizielle Zulassung.
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Münchner S-Bahnen können künftig ferngesteuert rangiert werden. Das soll Kosten sparen, die Fahrzeuge können außerdem schneller wieder auf die Strecken geschickt werden. Damit aus dem Probebetrieb Alltag werden kann, fehlt allerdings noch etwas.

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Die Münchner S-Bahn erprobt deutschlandweit erstmals das ferngesteuerte Rangieren von Zügen – was in Zukunft Kosten sparen und Kunden wie Mitarbeitern Vorteile bringen könnte. Denn bislang werden Züge auf den Werksgeländen per Hand rangiert, indem ein Mitarbeiter teils längere Strecken zu einer Bahn hinläuft und sie dann an ihr Ziel fährt.

Im Münchner Test funktioniert dies nun auch ferngesteuert. Das spare erheblich Zeit ein, wie S-Bahn-Chef Heiko Büttner bei einer Vorführung erläuterte. Positive Folge für die Fahrgäste: „Wir gehen davon aus, dass das die Fahrzeugverfügbarkeit erhöht.“ Denn per Fernsteuerung rangiert, könnten die Bahnen schneller instandgesetzt, gereinigt und wieder auf die Strecken geschickt werden. Für die Bedienung per Fernsteuerung können die Mitarbeiter entweder ein Tablet nutzen, was etwa in den Werkshallen von Vorteil ist. Oder die Triebfahrzeugführer steuern die Bahnen über eine eigens eingerichtete 5G-Verbindung von einem Gebäude aus, wo sie auf großen Bildschirmen dank Kameras an den Zügen sogar mehr sehen, als wenn sie auf dem Führerstand säßen.

Das Rangieren kann per Tablet oder vom Führerstandspult im „Remote Operation Center“ aus erfolgen.
Das Rangieren kann per Tablet oder vom Führerstandspult im „Remote Operation Center“ aus erfolgen.
Sven Hoppe/dpa

Im sogenannten Remote Operation Center kann der Triebfahrzeugführer den Zug dabei nicht nur vorwärts- und rückwärtsfahren lassen. „Wir können Türen öffnen, Signale geben, Lichter bedienen – alles Mögliche, was der Lokführer auch kann“, schilderte Büttner. Perspektivisch sei auch Kuppeln und Entkuppeln möglich – und das alles, ohne dass die Mitarbeiter der Witterung ausgesetzt seien. „Es geht um effizienteres Rangieren und Betriebsabläufe, mehr Wirtschaftlichkeit, aber auch die Attraktivität der S-Bahn als Arbeitgeber“, fasste Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) die Vorteile unter Verweis auf den Fachkräftemangel zusammen.

Das Verfahren soll möglichst bald vom Probebetrieb in den Alltag übergehen und dann auch in anderen deutschen S-Bahn-Netzen eingeführt werden. Frankfurt, Stuttgart und Köln etwa nutzen die gleiche Fahrzeugreihe, mit der in München derzeit der Test stattfindet, der noch dazu auf andere Reihen übertragbar ist.
Doch dafür sei eine Anschubfinanzierung vom Staat nötig, betonte der für den Regionalverkehr zuständige Vorstand der Deutschen Bahn, Harmen van Zijderveld – dem Vernehmen nach geht es um rund 25 Millionen Euro. Und: Die Technik muss noch offiziell zugelassen werden. Läuft alles glatt, könnten schon im Jahr 2028 die ersten 100 der knapp 300 Münchner S-Bahnen per Fernsteuerung rangiert werden.

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