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Rechtsradikaler Übergriff:Mann schreit rechte Parolen und attackiert Fahrgast im Regionalexpress

  • Im Zug zwischen München und Regensburg hat ein Rechtsradikaler einen anderen Fahrgast angegriffen und dabei rechte Parolen von sich gegeben.
  • Der Tatverdächtige wurde festgenommen - ein Atemalkoholtest ergab mehr als zwei Promille.
  • Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Allein aus den vergangenen sieben Tagen sind sechs mutmaßlich rechts motivierte Attacken in München bekannt geworden. Eine davon ereignete sich am frühen Montagabend in einem Regionalexpress auf der Strecke München-Regensburg. Ein Triebfahrzeugführer informierte am frühen Montagabend die Bundespolizei über eine körperliche Auseinandersetzung in seinem Zug. Er stoppte den Regionalexpress am Haltepunkt Feldmoching außerplanmäßig. Den ermittelnden Beamten zufolge soll ein 30-jähriger Fahrgast einen 22-Jährigen ins Gesicht geschlagen und getreten haben. Während der Attacke soll er rechtsradikale Parolen gerufen haben.

Das Opfer des Angriffs, das aus Landshut stammt, erlitt Rötungen, lehnte eine ärztliche Behandlung ab und konnte seine Reise fortsetzen. Der Tatverdächtige wurde festgenommen und auf die Dienststelle am Hauptbahnhof München gebracht. Ein freiwilliger Atemalkoholtest zeigte einen Wert von 2,08 Promille. Weiterhin gab der Mann an Drogen konsumiert zu haben. Seine Mutter holte ihn im Laufe des Abends von der Inspektion ab. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Neben den Schlägen im Regionalexpress gab es zudem einen Anschlag auf eine Gedenkstätte für Nazi-Opfer und Steinwürfe auf ein israelisches Restaurant sowie rechtsradikale Schmierereien an den Wohnungen einer Migrantenfamilie und einer Fotografin. Bundes- und Landespolizei sowie zivilgesellschaftliche Organisationen haben in diesem Jahr schon von 44 gewaltsamen rassistischen, antisemitischen oder schwulenfeindlichen Attacken durch mutmaßlich rechte Täter berichtet. Im gesamten Jahr 2018 hatte die Polizei 33 politisch rechts motivierte Gewalttaten registriert, 2017 waren es 29 gewesen.

© SZ.de/pvn/bm/vfs
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