Japans Kaiser hat Geburtstag. Und gefeiert wird auch in München. Seit dem 1. Mai 2019 ist Kaiser Naruhito der 126. Tennō von Japan. Seit dem 23. Februar ist er 66 Jahre alt. Zu diesem Anlass lädt das japanische Generalkonsulat in München am Dienstagabend zu einem Empfang ins Künstlerhaus am Lenbachplatz.
Fernöstlich ist am Interieur des dortigen Festsaals wenig. Über der Bühne thront eine Figur der griechischen Göttin Athene, die für Weisheit steht, aber auch für die richtige Strategie im Kampf sowie für die Künste, das Handwerk und auch die Handarbeit. Wer will, kann ein Zeichen darin sehen, wie gut die unterschiedlichen Welten sich doch mitunter zusammenfügen können. Denn unter ihr ist neben dem Rednerpult ein Beispiel der traditionellen japanischen Handwerkskunst des Blumensteckens Ikebana aufgebaut – aus der Sōgetsu-Schule, in der nicht die feste Form hervorgehoben wird, sondern die Freiheit des Ausdrucks.
Das Verbindende und die gemeinsamen Werte betont, nachdem die Violinistin Yukino Nakamura zur Begrüßung die Nationalhymnen und die Bayernhymne vorgetragen hat, Kenichi Bessho, der seit Oktober 2023 als Generalkonsul in München wirkt. Japan sei für Bayern ein „zentraler und zuverlässiger Partner in Asien“, streicht Bayerns Europaminister Eric Beißwenger (CSU) heraus, „ein Stabilitätsanker“. Beide, das Land und der Freistaat, vereinten „Tradition und Moderne“.

Beispiele, wie eng und lebendig das Miteinander ist, fallen beiden viele ein. Gut 8000 japanische Staatsbürger leben in Bayern, rund 400 japanische Unternehmen haben im Freistaat einen Sitz. 140 Hochschul- und 16 Städtepartnerschaften gibt es aktuell. Die japanische Kultur fasziniert vor allem viele junge Menschen, aber nicht nur die. „Grüntee und Matcha gehören zum bayerischen Alltag“, sagt der japanische Generalkonsul, bevor er das Büfett eröffnet, wo neben Grüntee auch Sake offeriert wird sowie – unter anderem – Streifen von Wagyū-Rindern.
Die Bedeutung der Beziehungen lässt sich auch an der Gästeliste ablesen: Wohnbauminister Christian Bernreiter (CSU) nähert sich nach den Reden dem Wagyū-Rind. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, ist zugegen und auch der Generalkonsul der Ukraine in München. Als dieser von seinem japanischen Kollegen die Versicherung „Japan steht der Ukraine bei“ zu hören bekommt, brandet spontan Applaus auf.
430 000 Deutsche haben im vergangenen Jahr Japan als Touristen besucht. Das ist, auch dank der Weltausstellung, die von April bis Oktober in Osaka stattfand, ein Rekord. Diesen auszubauen, ist der Anspruch. Und so wird auch an diesem Abend mit Broschüren für einen Besuch geworben.
Die dabei wohl überraschendste: Fukushima, wo sich 2011 nach einem Erdbeben die Nuklearkatastrophe ereignete, die den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie zur Folge hatte, lädt die Welt ein, den Wiederaufbau zu besichtigen. Schon seit einigen Jahren gibt es dort auch ein Nuclear Disaster Memorial Museum.

