EishockeyDie NHL kommt nach München

Lesezeit: 2 Min.

Fußball trifft Eishockey: Die Sportler John-Jason Peterka (von links), Alphonso Davies und Leon Draisaitl am Donnerstag in München.
Fußball trifft Eishockey: Die Sportler John-Jason Peterka (von links), Alphonso Davies und Leon Draisaitl am Donnerstag in München.
Foto: Matthias Balk/dpa
  • Die NHL verkündet eine strategische Partnerschaft mit dem FC Bayern München zur Expansion nach Europa und Deutschland.
  • In der Spielzeit 2027/28 finden zwei NHL-Spiele im SAP Garden München statt, unter anderem mit dem Münchner John-Jason Peterka.
  • Bayern-Fußballer Alphonso Davies soll als Botschafter Eishockey in Deutschland populärer machen, spricht aber kaum mit Teamkollegen darüber.
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Die nordamerikanische Eishockey-Liga will nach Europa expandieren und verkündet den Start einer langfristigen Kooperation mit dem FC Bayern. Darunter fallen auch zwei Partien im SAP Garden.

Von Linus Freymark

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Alphonso Davies bringt für sein neues Amt unbestritten die notwendigen Qualifikationen mit: Zum einen steht der Linksverteidiger bekanntlich in Diensten des FC Bayern. Und: Er stammt aus Kanada, wo Eishockey ähnlich wie Fußball hierzulande den Status als Nationalsport genießt. Logisch also, dass der deutsche Rekordmeister seinen Spieler mit der Aufgabe betraut hat, Eishockey in Deutschland und Europa populärer zu machen.

Bislang aber kommt Davies seiner Aufgabe, das muss man so hart sagen, nur ungenügend nach. Zu erfahren war das am Donnerstag an der Säbener Straße von niemand Geringerem als Alphonso Davies. Er spreche kaum mit seinen Teamkollegen über Eishockey, verriet der Verteidiger. Und nicht nur das: Davies erweckte nicht den Eindruck, dass seine Kollegen großes Interesse an der Sportart hegen. Wenn überhaupt, würde er es bei Joshua Kimmich probieren, erzählte Davies. Der habe die richtige Mentalität. Die anderen? Haben wohl nichts als Fußball im Kopf.

Da das nach Ansicht der nordamerikanischen Profiliga NHL jedoch nur auf den Teil der Bevölkerung zutrifft, der mit Fußball sein Geld verdient, ist das alles nicht weiter schlimm. Und steht der „strategischen Partnerschaft“ in keiner Weise im Weg, die der FC Bayern und die NHL laut Bayerns Marketingvorstand Rouven Kasper geschlossen haben.

Der Gedanke dahinter: Die NHL will ihr Produkt in Deutschland und Europa vermarkten. Und der FC Bayern will nach der Weltmeisterschaft die zart auflebende Fußballbegeisterung in Nordamerika nutzen und dort populärer werden. Beide Akteure sehen schließlich großes Potenzial auf den Märkten des jeweils anderen.

Bayern-Spieler Alphonso Davies soll Werbung für Eishockey machen.
Bayern-Spieler Alphonso Davies soll Werbung für Eishockey machen.
Foto: Tom Weller/dpa

Unter diese Partnerschaft fällt auch, dass die NHL in der Spielzeit 2027/28 für zwei Spiele im SAP Garden Station macht. Dabei wird unter anderem der Münchner John-Jason „JJ“ Peterka auf dem Eis stehen, der bei den Boston Bruins unter Vertrag steht. Zwei weitere Spiele werden in der Kölner Lanxess-Arena ausgetragen unter Beteiligung des Kölner NHL-Spielers Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers. Etwas „ganz Besonderes“ seien die Partien in seiner Heimatstadt, erklärt Draisaitl, der am Donnerstag extra an die Säbener Straße gekommen ist. Und überhaupt: Er sehe für seine Sportart „sehr, sehr viel Potenzial auf dem deutschen Markt“.

Der Münchner John-Jason Peterka spielt in der NHL.
Der Münchner John-Jason Peterka spielt in der NHL.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Nur: Wenn das Potenzial so groß ist – wieso hält man sich dann mit dem SAP Garden auf und richtet die Spiele nicht gleich in der Münchner Arena aus? Das sei momentan nicht geplant, erklärt Marketingchef Kasper, man wolle zunächst einmal die kleinere Spielstätte ausprobieren. Aber „denkbar ist bei uns sehr vieles“, sagt Kasper. Und der stellvertretende NHL-Chef Bill Daly ergänzt ganz in amerikanischer Tellerwäscher-Millionärs-Logik: „The sky is the limit.“ Nicht ausgeschlossen also, dass in Fröttmaning eines Tages einem Puck anstatt eines Balles hinterhergejagt wird. „München würde alles bieten, was das angeht“, sagt der gebürtige Münchner JJ Peterka. Und überhaupt, Eishockey unter freiem Himmel wäre auch für den NHL-Profi ein Novum.

Auch über weitere „Stakeholder“ werde man sich Gedanken machen, erklärte Kasper. Bislang sei weder die Deutsche Fußball-Liga (DFL) noch der lokale und von einem österreichischen Getränkehersteller gesponserte Münchner Eishockeyverein involviert, obwohl Letzterer seine Heimspiele im SAP Garden austrägt. „Wir fangen jetzt erst mal mit uns an“, sagt Kasper. Man werde aber dranbleiben, so NHL-Co-Boss Daly. Die Internationalisierung des Eishockeys sei wie in den meisten anderen Sportarten schließlich der nächste logische Schritt. Und in Deutschland habe die NHL eine „Leidenschaft für den Sport“ ausgemacht.

Auf den frisch ernannten Eishockey-Botschafter Alphonso Davies trifft das auf jeden Fall zu. „Für mich ist es ein großer Sport, mit dem ich aufgewachsen bin“, erklärt der Kanadier. Und auch andersherum ist die Begeisterung für Fußball wohl schon auf nordamerikanischen Eisflächen angekommen. Zum Aufwärmen wird dort gerne mal eine Runde gekickt.

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