Es werden immer mehr, schon klar. Aber wie viele E-Bikes gibt es eigentlich schon in Deutschland? Nun, es sind derzeit rund 16 Millionen, und in jedem Jahr kommen etwa zwei Millionen neue dazu. 53 Prozent der Radkäufer entscheiden sich mittlerweile für ein E-Bike, 47 Prozent für ein sogenanntes Bio-Bike. E-Mountainbikes sind dabei die Verkaufsschlager, gefolgt von E-Trekkingbikes, E-Citybikes und E-Lastenfahrrädern. E-Rennrad und E-Gravelbike blieben mit etwa 1,5 Prozent Marktanteil weiterhin eine Nische. Das E-Bike ist also längst kein Hobby-Gegenstand mehr, sondern ein ernst zu nehmender Teil der urbanen Mobilitätspolitik, Hashtag Strom statt Schweiß. Insofern werden die E-Bike-Days wohl auch in diesem Jahr wieder viele Münchner anziehen.
Vom 24. bis 26. April verwandelt die Rad-Messe den Olympiapark einmal mehr in ein großes Testlabor. Auf einer Fläche von rund 20 000 Quadratmetern präsentieren etwa 130 Marken mehr als tausend E-Bikes und Pedelecs, die man nicht nur anschauen, sondern auch ausprobieren darf: drauf setzen und losfahren, durch den Olympiapark, hoch auf den Olympiaberg, mit dem Rückenwind des Zeitgeists und einem Motor, der einem netterweise vorgaukelt, man habe gar nicht mal so schlecht trainiert.
Seit der Premiere vor zehn Jahren zählen die E-Bike-Days zu den umfangreichsten Veranstaltungen rund um moderne Elektromobilität auf zwei Rädern. Die Branche wächst immer noch, wenn auch nicht mehr so sprunghaft. Die Modelle werden besser, die Akkus leichter, die Motoren leiser – und das Publikumsinteresse wächst: Nicht mehr nur der technikaffine Frühpensionär mit Goretex-Jacke und GPS-Uhr ist hier anzutreffen, sondern auch die 30-jährige Stadtradlerin, der Vater mit drei Kindern auf dem Lastenrad und der Geschäftsreisende, der seinen Dienstwagen längst gegen ein Dienstrad getauscht hat.

Das Angebot? Von Urban- und Tour-Bikes über E-Mountainbikes bis hin zu Lasten-, Liege- und Tiefeinsteigern ist alles vertreten, was zwei Räder, einen Akku und einen Verkaufspreis im vierstelligen Bereich hat. Wer ein sportliches Gerät für den Alpenausflug sucht, wird genauso fündig wie die junge Familie, die den Kinderwagen endlich gegen ein Lastenrad tauschen will, oder der Pendler, der jeden Morgen schwitzend am Bahnsteig steht und sich fragt, warum das eigentlich so sein muss. Wesentlicher Bestandteil dieser Messe unter freiem Himmel ist zudem ein Fachkongress mit Vorträgen und Diskussionen zu Infrastruktur-Projekten, Fördermöglichkeiten oder dem Dienstrad-Privileg.

Eigens angelegte und abgesperrte Teststrecken im Olympiapark machen realitätsnahe Fahrerlebnisse möglich. Für E-Mountainbikes stehen anspruchsvollere Routen mit Höhenmetern und Steigungen zur Verfügung, während urbane Modelle auf eher moderaten Strecken getestet werden können. Wer lieber begleitet und unter Anleitung testen möchte, meldet sich für einen der Fahrtechnik-Kurse an, die in zwei Levels angeboten werden: E-MTB-Einsteiger (täglich 10.30 bis 12 Uhr und 15.30 bis 17 Uhr) oder Fortgeschrittene (täglich 13 bis 14.30 Uhr). So ein Kurs macht durchaus Sinn, denn ein E-Bike ist eben kein normales Fahrrad, reagiert und beschleunigt ganz anders, und wer das erste Mal mit 250 Watt Unterstützung in eine enge Kurve einbiegt, lernt schnell: Respekt vor der Physik schadet nicht.
Und das alles vor prima Kulisse: Der Olympiaberg als urbaner Bikepark – warum ist eigentlich nicht schon längst jemand auf diese Idee gekommen? Wer mal mit dem normalen Rad hoch zum höchsten Punkt gekeucht ist und oben mit hochrotem Kopf die Aussicht Richtung Alpenkette genossen hat, kann sich gut vorstellen: Mit Elektrounterstützung wird das Erlebnis sicher nochmal ein ganz anderes. Mit weniger Leiden, aber mehr Genuss.
E-Bike-Days, 24. bis 26. April, Freitag 12–19 Uhr, Samstag 10–19 Uhr, Sonntag 10–17 Uhr, Eintritt frei, eine vorherige Registrierung wird empfohlen unter ebikedays.de

