Schwabing:Klimaaktivisten besetzen Eingang der Munich-Re-Zentrale

Lesezeit: 1 min

Schwabing: Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben am Firmensitz der Munich Re Plakate angebracht und Bengalos abgebrannt.

Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben am Firmensitz der Munich Re Plakate angebracht und Bengalos abgebrannt.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Die Aktivisten von Extinction Rebellion fordern, dass der Konzern seine "Geschäftspolitik zugunsten von Kohle, Öl und Gas" aufgibt. Die Polizei nimmt mehrere Protestierende in Gewahrsam.

Von Thomas Anlauf und Joachim Mölter

Kurz vor Sonnenaufgang haben Klimaaktivistinnen und -aktivisten von Extinction Rebellion München am Donnerstag das Eingangsportal des weltweit agierenden Rückversicherers Munich Re an der Königinstraße besetzt. Mit der etwa einstündigen Aktion wolle man "gegen die klimaschädliche Geschäftspolitik zugunsten von Kohle, Öl und Gas" protestieren, teilte die Umweltgruppe mit. Über eine zehn Meter lange Leiter kletterten mehrere Protestierende auf die Säulenfassade des Hauptgebäudes und ließen Banner herunter, auf denen auf Englisch stand: "Munich Re versichert Zerstörung!" und "Ausstieg aus fossilen Brennstoffen jetzt!" Mit Bengalofeuer auf dem Portal und vor dem Eingang, wo sich mehrere Aktivisten in Schutzanzügen leblos auf den Boden legten, sollte die Klimapolitik des Rückversicherers angeprangert werden.

Extinction Rebellion kritisiert, dass die Munich Re nach wie vor Kohleindustrie sowie die Förderung von Öl und Gas rückversichere. "Die Einhaltung der Pariser Klimaziele hängt entscheidend von Konzernen wie der Munich Re ab, indem sie weiterhin klimaschädliche Investitionen in Öl und Gas tätigt, befeuert sie die Klimakrise sogar noch, stellt sich aber gleichzeitig als verantwortungsbewusst dar", sagt Susanne Egli, Biologin und Aktivistin bei Extinction Rebellion. Der Konzern hat angekündigt, bis 2050 klimaneutral zu werden und will sukzessive die Kohlendioxid-Emissionen aus dem Öl- und Gas-Versicherungsgeschäft herunterfahren.

Die nicht angemeldete Aktion vor der Zentrale der Rückversicherung rief die Polizei auf den Plan. Diese nahm nach Angaben von Extinction Rebellion drei Protestierende auf dem Säulenportal mehrere Stunden in Gewahrsam. Ihnen drohen nun Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs, Verstößen gegen das Versammlungsrecht und möglicher Sachbeschädigung. Die weltweit vernetzte Bewegung Exinction Rebellion setzt sich gewaltfrei für den Klima- und Naturschutz ein.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusSZ-Serie: Nachhaltig leben
:"Macht die Dächer voll, bitte, bitte!"

Die Energieberaterin Çiğdem Şanalmiş informiert seit fast zwei Jahrzehnten über Photovoltaik. Warum sich die Anlagen in ihren Augen auf wirklich allen verfügbaren Flächen lohnen - und sie obendrein noch glücklich machen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB