Halb so viele Einnahmen, deutlich weniger AngestellteWie die evangelische Kirche mit dem Mitgliederschwund zu kämpfen hat

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Die evangelische Kirche in Bayern steht vor einer „epochalen Zäsur“, sagt der Münchner Stadtdekan Bernhard Liess.
Die evangelische Kirche in Bayern steht vor einer „epochalen Zäsur“, sagt der Münchner Stadtdekan Bernhard Liess. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Die evangelische Kirche in Bayern steht vor einer „epochalen Zäsur" mit sinkenden Mitgliederzahlen auf eine Million bis 1,5 Millionen bis 2035.
  • Die 62 Kirchengemeinden des Münchner Stadtdekanats sollen sich Anfang 2026 zu zehn Regionalgemeinden zusammenschließen.
  • Bis Ende 2026 müssen die neuen Regionalgemeinden entscheiden, welche Immobilien langfristig erhalten oder abgegeben werden.
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Die Kirche steht vor einem großen Umbruch – auch in München. Bis Ende nächsten Jahres soll klar sein, von welchen Immobilien sich das Stadtdekanat trennt.

Von Andrea Schlaier

Als „epochale Zäsur“ hat der evangelische Stadtdekan Bernhard Liess die Veränderungen bezeichnet, die bis 2035 auf seine bayerische Kirche und damit auch auf sein Dekanat zukommen: Die Mitgliederzahl in Bayern soll demnach auf eine Million bis 1,5 Millionen sinken. Ende 2024 lag sie noch bei knapp über zwei Millionen. „Die finanziellen Mittel werden sich halbieren, auch die Anzahl der Mitarbeitenden wird um rund 40 Prozent sinken.“ Im Bereich des Stadtdekanats liegt der Haushaltsplan für 2026 mit mehr als 800 000 Euro im Minus. Die Aufwendungen von rund 25,4 Millionen Euro sind höher als die Erträge von knapp 24,6 Millionen Euro.

Ihre oft sanierungsbedürftigen und von immer weniger Gläubigen besuchten Immobilien sind für die evangelische wie auch die katholische Kirche zur finanziellen Last geworden. Die landeskirchlichen Zuweisungen werden bei der evangelischen Landeskirche zurückgehen, die Personal- und Sachkosten konstant steigen, heißt es bei der Dekanatssynode, dem Leitungsorgan des Dekanats, in das jede Kirchengemeinde Vertreter entsendet. Liess zieht daraus den Schluss, dass „Kirche künftig stärker von einem verantwortlichen unternehmerischen Geist geleitet werden“ müsse. Es werde sich zudem die Frage stellen, „ob flächendeckend an allen Orten für alle Zielgruppen noch alle Angebote zur Verfügung stehen müssen.“

Das Ausmaß des Wandels skizzierte Liess innerhalb der Dekanatssynode mit ihren mehr als 100 Teilnehmenden. Bereits Anfang 2026 werde über neue Strukturen entschieden: Die 62 Kirchengemeinden des Stadtdekanats sollen sich zu zehn sogenannten Nachbarschaftsräumen zusammenschließen, die dann „Regionalgemeinden“ heißen werden. Es geht darum, mit weniger Raum übergreifende Angebote zu entwickeln. Sprich: Es wird wohl nicht wie bisher das gesamte gemeindliche Programm überall stattfinden. Liess spricht von „Mut zur Lücke“.

Die 2026 dann neu gebildeten Regionalgemeinden müssen, so der Auftrag der Synode, als Grundlage für künftige Immobilienplanung den Gebäudebestand in ihrem Bereich kategorisieren: Kategorie A sind Gebäude, die langfristig aus Kirchensteuermitteln erhalten werden sollen, Gruppe B diejenigen, die bis 2035 umgewandelt werden können und schließlich C, „für die ein unverzüglicher Transformations- und Abgabebedarf besteht“. Von März nächsten Jahres an, so heißt es in der Versammlung, haben die Regionalgemeinden vier bis sechs Monate Zeit für diese Einteilung. Ende 2026 will man dann einen Überblick haben, was gebraucht und finanziert werden kann. Und wovon man sich verabschiedet.

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