ImmobilienMehr als 220 Büros – gebaut und vermietet von der Kirche

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Die Simulation zeigt, wie das Gebäude einmal aussehen soll. Der ehemalige Klosterhof mit seiner historischen Brunnenanlage soll wiederhergestellt werden.
Die Simulation zeigt, wie das Gebäude einmal aussehen soll. Der ehemalige Klosterhof mit seiner historischen Brunnenanlage soll wiederhergestellt werden. Values Real Estate
  • Die Erzdiözese München und Freising lässt ein ehemaliges Verwaltungsgebäude in der Rochusstraße generalsanieren und zu mehr als 220 Büros umbauen.
  • Das denkmalgeschützte Gebäude soll bis Mitte 2028 fertiggestellt werden und als nachhaltige Finanzquelle für kirchliche Angebote dienen.
  • Bei der Sanierung soll der ehemalige Klosterhof mit historischer Brunnenanlage wiederhergestellt und das außergewöhnliche Ambiente bewahrt werden.
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Direkt neben der Dreifaltigkeitskirche beim Promenadeplatz will die Erzdiözese ein denkmalgeschütztes Gebäude generalsanieren. Es soll eine Immobilie mit „außergewöhnlichem Ambiente“ entstehen.

Von Emily Joy Neumann

Einst war hier ein Kloster, später der Sitz des Erzbischöflichen Ordinariats, zuletzt blieb es ungenutzt: Das Grundstück in der Rochusstraße neben der Dreifaltigkeitskirche hat im Lauf der Jahrhunderte schon viele Veränderungen durchlebt. Nun steht die nächste bevor. Die Erzdiözese München und Freising lässt eines ihrer ehemaligen Verwaltungsgebäude generalsanieren und in eine Büroimmobilie umfunktionieren. Auf den sechs Stockwerken sollen mehr als 220 Büros zur Vermietung entstehen.

Mit der Projektentwicklung inklusive der Neuvermietung hat die Erzdiözese das Hamburger Immobilienunternehmen Values Real Estate beauftragt. In München ist der Investor kein Fremder: Er entwickelt unter anderem auch das „Candid-Tor“, ein Quartier in Untergiesing.

Eine Besonderheit des neuen Projekts in der Altstadt: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 1711 wurde an diesem Standort ein Kloster der Karmelitinnen, einem Bettelorden, gegründet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es im Zuge der Säkularisierung aufgelöst, das Klostergebäude einige Jahrzehnte später abgerissen und durch ein Mietshaus ersetzt.

Nachdem dieses im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, entstand an seiner Stelle ein Neubau, der dem historischen Kloster maßstabsgetreu nachempfunden wurde. In den 1970er-Jahren erwarb schließlich die Erzdiözese München und Freising den Wiederaufbau, der 1978 noch einmal erweitert wurde. Er wurde zum Hauptsitz des Erzbischöflichen Ordinariats, bis dieses 2016 in die nahegelegene Kapellenstraße umzog.

Mit der geplanten Neuausrichtung folgt die Erzdiözese einer langfristigen Gesamtstrategie. Diese sieht unter anderem vor, die Anzahl kirchlicher Immobilien zu verringern, um finanzielle und personelle Mittel gezielter einsetzen zu können. Auch Verwaltungsflächen sollen dabei reduziert werden.

Angesichts absehbar sinkender Einnahmen aus der Kirchensteuer soll die Bürovermietung in der Rochusstraße als nachhaltige Finanzquelle dienen. Die Sanierung wird zunächst aus Eigenmitteln der Erzdiözese bezahlt. Perspektivisch sollen die Mieteinnahmen zur Finanzierung kirchlicher Angebote beitragen, so die Pressestelle der Erzdiözese.

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Bei den anstehenden Arbeiten soll besonderer Fokus auf der denkmalgerechten und nachhaltigen Umsetzung liegen. Das Gebäude soll „mit größtem Respekt vor seiner historischen Substanz“ umgewandelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung von Values Real Estate. Dazu gehöre etwa der behutsame Umgang mit dem hohen Deckengewölbe und die Wiederherstellung des ehemaligen Klosterhofs mit seiner historischen Brunnenanlage, erklärt Frederik Schriever, Managing Director von Values Real Estate Projektentwicklung Süd. Ziel sei es, bei dem Ausbau zu modernen Büroflächen das „außergewöhnliche Ambiente“ der Immobilie zu wahren. Dazu soll auch das hinzugezogene Architekturbüro MVRDV beitragen, das unter anderem das Bürogebäude „Werk12“ im Werksviertel gestaltet hat.

Values Real Estate will den Bauantrag nach eigenen Angaben in den kommenden Wochen einreichen, mit einer Baugenehmigung rechnet das Unternehmen gegen Ende des Jahres. Bis Mitte 2028 sollen die Büros dann fertiggestellt und vermietet sein. Feste Vorgaben bei der Mieterauswahl nennt die Erzdiözese nicht, lediglich „langfristig orientiert“ und „seriös“ solle der zukünftige Mieter sein.

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