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Katholische Kirche:Erzbistum arbeitet sexuellen Missbrauch auf

Mariensäule in München

Das Erzbistum München und Freising hat eine Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche eingerichtet.

(Foto: dpa)

Bereits vor einem Jahr hatte die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, unabhängige Kommissionen in allen 27 Bistümern einzusetzen. In München fangen die Untersuchungen erst jetzt an.

Mit etwas Verspätung hat das Erzbistum München und Freising eine Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche eingerichtet. Wie die Erzdiözese am Montag mitteilte, fand die erste Sitzung am vergangenen Freitag statt.

Die Kommission soll nicht nur die Fallzahlen von sexuellem Missbrauch erheben, sondern auch untersuchen, wie mit Opfern und Tätern umgegangen wurde. Außerdem soll sie herausarbeiten, ob Strukturen innerhalb des Bistums "sexuellen Missbrauch ermöglicht oder erleichtert oder dessen Aufdeckung erschwert haben", wie ein Bistumssprecher sagte. Zur Vorsitzenden des achtköpfigen Gremiums wurde die Schulpsychologin Michaela Huber gewählt.

Vor einem Jahr hatte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sich auf eine "Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland" geeinigt und beschlossen, unabhängige Aufarbeitungskommissionen in allen 27 Bistümern einzusetzen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, sprach damals von einer "historischen Entscheidung".

In der Erzdiözese München und Freising, dem größten bayerischen Bistum, hatte sich die Einrichtung einer solchen Kommission, die eigentlich zum Jahresbeginn 2021 ihre Arbeit aufnehmen sollte, allerdings verzögert - unter anderem wegen der Corona-Pandemie. Auch das Bistum Würzburg meldete kürzlich, dass die Kommission dort nach Gründung eines unabhängigen Betroffenenbeirats nun die Arbeit aufnehmen kann. In Passau war man kurz vor Weihnachten so weit.

© SZ vom 11.05.2021 / dpa/infu
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