Nach zwei Brandanschlägen auf ihre eigenen Fahrzeuge hat die Münchner Polizei die Ermittlungsgruppe (EG) „Brand“ ins Leben gerufen. Zusätzlich setzen die Beamten eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro aus für Hinweise, die dabei helfen, Tatverdächtige zu ermitteln.
Am frühen Morgen des 25. Januar hatten Unbekannte gegen 2.40 Uhr durch einen vorsätzlich gelegten Brand 23 Polizeifahrzeuge der Hundestaffel in Untermenzing schwer beschädigt und laut Polizei einen Sachschaden von rund drei Millionen Euro verursacht. Vier Monate später, am 22. Mai, brach gegen 3.15 Uhr ein wohl ebenfalls durch Brandstiftung verursachtes Feuer auf dem Gelände der Reiterstaffel in der Schichtlstraße in Trudering aus. Hierbei wurden sechs Fahrzeuge beschädigt, der Sachschaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf etwa eine Million Euro.
Die Polizei spricht von „außergewöhnlichen Taten“ und einem „Angriff auf den Staat“. Bei der Suche nach den Verantwortlichen für die mutmaßlichen Brandanschläge ermittele die neu gegründete EG Brand „in alle Richtungen“. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beziehen die Beamten dabei auch die „hybride Bedrohung“ ein. Darunter fallen Cyberattacken oder anderweitige Sabotageakte, die sich gegen die Infrastruktur eines Staates richten. Bislang gebe es aber keine konkreten Hinweise darauf, dass dies bei den Bränden der Fall gewesen ist.
Zur Aufklärung der Taten bittet die Polizei Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich unter der 089/2910-0 zu melden. Zudem werden die Beamten in den kommenden Tagen Fahndungsplakate in der Stadt aufhängen. Die Polizei sieht einen Zusammenhang zwischen den beiden mutmaßlichen Brandanschlägen. Unabhängig von den zwei Vorfällen ermittelt eine zweite Ermittlungsgruppe, die EG Raute, zu einer weiteren Serie von Brandanschlägen, bei der unter anderem Funkmasten und Bahnanlagen zerstört worden waren.

