In Yisca Haranis Augen glitzern Tränen, als sie sich von dem goldschimmernden Erinnerungszeichen abwendet, das gerade zum Gedenken an ihre Großtante, Josefa Thannhauser an der Hauswand der Prinz-Ludwig-Straße 6 angebracht worden ist. Sichtlich bewegt nimmt sie das Mikrofon in die Hand und wendet sich an die Gruppe junger Menschen, die um sie herumsteht. „Es braucht einen Samen, damit ein Baum daraus wachsen kann“, sagt Harani mit bebender Stimme auf Englisch. „Und ihr alle seid die Samen.“
Gedenken an Opfer des NS-RegimesSieben Zeichen, die den „Glauben an die Menschheit wieder wachsen lassen“
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Yisca Harani (links) bringt gemeinsam mit ihren Geschwistern die Erinnerungszeichen für ihre Vorfahren von der Familie Thannhauser an.
Robert HaasDie Nazis vertrieben viele Jüdinnen und Juden aus städtischen Wohnungen. Ihre Schicksale haben Auszubildende der Münchner Wohnen erforscht. Zum Projektabschluss reisen Nachfahren aus Israel an – und zeigen sich zutiefst gerührt.
Von Katharina Haase
