Manchmal kommt zusammen, was vielleicht nicht zwingend zusammengehört, aber in Kombination doch zumindest ein ganz hervorragendes Bild ergibt. Im Fall von vergangener Nacht waren hierfür die Zutaten: kanadischer Rauch, ein voller Mond, die Erdbeerernte, eine klare Sicht – und SZ-Leser Klaus Fischer, der den sogenannten Erdbeermond über dem Münchner Olympiagelände vom Schlossplatz in Dachau aus mit der Kamera festhielt.
Erdbeermond wird der Vollmond im Juni eigentlich allein deshalb genannt, weil er jährlich in die Zeit der Erdbeerente fällt. Dass er seinem Namen nun die zusätzliche Ehre erwies, sich farblich so sehr der Erdbeere zu nähern, dass man kaum an einen Zufall glauben möchte, hat mit den schweren Waldbränden in Kanada zu tun.
Die Rauchpartikel von dort sind in den vergangenen Tagen über den Atlantik bis nach München gelangt und sorgten zuletzt für eine außergewöhnlich dichte Bewölkung in der Stadt – und jetzt eben für die erdbeerrote Färbung des Vollmondes. Ebenfalls besonders in diesem Jahr war, wie tief der Erdbeermond stand. Das kommt so nur alle 18,6 Jahre vor, erklärte der Leiter der Münchner Volkssternwarte, Bernhard Buchner, der SZ. Auch dieser Tiefststand begünstige die rote Färbung des Mondes.
Da der Voll- nun immer mehr zum Halbmond abmagert und sich auch der Rauch aus Kanada langsam verzieht, nimmt die Chance auf spektakuläre Sichtungen in den kommenden Tagen ab. Für alle, die nicht bis zum nächsten derart tief stehenden Erdbeermond im Jahr 2043 warten wollen, hier noch einige spektakuläre Bilder aus der vergangenen Nacht.
Denn auch über anderen Städten zeigte sich der Erdtrabant in voller Pracht – zum Beispiel in Frankfurt über der Banken-Skyline, …

… über dem Schweriner See, …

… in Leipzig hinter dem Neuen Rathaus …

… und hinter dem Blomberg bei Bad Tölz, fotografiert von Tutzing aus mit Blick über den Starnberger See.


