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Englischer Garten:Polizei weist Rassismus-Vorwurf zurück

Coronavirus - Bayern

Im Englischen Garten in München (hier ein Archivbild aus dem April 2020) patroulliert die Polizei regelmäßig.

(Foto: dpa)

Auf Twitter berichtet ein Mann, die Polizei habe seinen Bruder mit zwei "schwarzen Kumpels" grundlos des Englischen Gartens verwiesen. Die entgegnet, Grund sei Aggressivität bei einer Kontrolle gewesen.

Die Münchner Polizei hat einen im sozialen Netzwerk Twitter geäußerten Vorwurf zurückgewiesen, sie habe drei jungen Männern nur wegen ihrer Hautfarbe Platzverweise erteilt. "Wir nehmen diesen Vorfall jedoch sehr ernst", sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag, die Aufklärung sei noch in der Nacht angelaufen. Zudem suche man das Gespräch mit den direkt Beteiligten sowie dem Twitter-Nutzer, der den Vorwurf im Internet geteilt hatte. Dieser hatte in der Nacht zum Donnerstag geschildert, die Polizei habe seinen Bruder mit zwei "schwarzen Kumpels" ohne ersichtlichen Grund nicht in den Englischen Garten gelassen, während andere Menschen mit weißer Hautfarbe nicht gehindert worden seien.

Die Polizei erklärte nun zur Begründung des Platzverweises, die drei Männer hätten bei der Kontrolle am Mittwochabend versucht, diese zu umgehen, und seien zum Teil aggressiv geworden. An diesem Abend seien 90 Platzverweise an Menschen unterschiedlichster Nationalitäten erteilt worden. Eine Häufung bestimmter Gruppen sei dabei nicht zu erkennen. Dennoch solle der Vorwurf gründlich aufgearbeitet werden.

Einer der drei jungen Männer - dessen Bruder getwittert hat - schildert die Situation hingegen anders: Sie seien ohne Grund kontrolliert worden, sagt er. Als sie an der Paradiesstraße in den Englischen Garten wollten, seien sie aufgehalten worden. Die Personenkontrolle sei von der Polizei mit Hinweis auf Vorfälle in anderen Teilen des Parks begründet. Sie hätten ihre Ausweise vorgezeigt, die Namen seien notiert worden und unmittelbar darauf habe es einen Platzverweis für 24 Stunden gegeben, so erzählt es der junge Mann. Er und seine Freunde hätten daraufhin frustriert das Weite gesucht, seien aber noch von einem Mann gestoppft worden, der die Szene miterlebt hat. Er habe sich als Zeuge angeboten, am Donnerstag sei auch ein Anwalt eingeschaltet worden. Über diesen sollen nun die weiteren Schritte geklärt werden.

Aktuell wird viel über Polizeieinsätze diskutiert, bei denen Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass kontrolliert werden. Noch im Juni hatte das Bundesinnenministerium eine Studie über das sogenannte Racial Profiling in Aussicht gestellt, doch Ressortchef Horst Seehofer (CSU) nahm die Ankündigung wieder zurück. Dafür steht er bis heute in der Kritik. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte gesagt, er sehe keine Notwendigkeit für eine solche Untersuchung. Vielmehr müsse bei Verdachtsfällen konsequent gehandelt werden.

© SZ.de/dpa/kast

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