Schwabing:Das sind die Pläne für den neuen Elisabethmarkt

Elisabethmarkt

So soll er aussehen, wenn der neue Elisabethmarkt Ende 2023 oder Anfang 2024 fertig ist: Viel Holz, begrünte Dächer, heimelige Atmosphäre.

(Foto: Jost Hauer/Bogevischs Büro)

Der neue Markt soll verwinkelt und heimelig werden, ein markttypischer Grünton durchblitzen und die neuen Dachterrassen öffentlich zugänglich sein. Auf jeden Fall soll der Ort "mehr als einfach nur DIN-gerecht" werden, so die Planer.

Von Ellen Draxel

Charmant soll er werden, der neue Elisabethmarkt. Das war von Anfang an die Forderung der Schwabinger. Ein Treffpunkt mit Flair, an dem man gerne verweilt, vielleicht mit der Nachbarin oder dem Nachbarn ein Schwätzchen hält und gemütlich in der Sonne sitzt. Ein Ort, an dem man irgendwie zuhause ist.

"Der Elisabethmarkt prägt Schwabing - und Schwabing prägt den Elisabethmarkt", sagt Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) zur Optik des voraussichtlich Ende 2023 oder Anfang 2024 fertiggestellten Areals. Die Standl seien "wieder typisch verwinkelt angelegt, mit drei heimeligen Plätzen". Am Entrée, auf dem Bankerl- und dem Brunnenplatz könnten Besucher "die ganz besondere Marktatmosphäre genießen", ein Päuschen einlegen und sich zum Ratschen hinsetzen. Oder sie ließen einfach die Aussicht von den zwei neuen Dachterrassen auf die begrünten Marktdächer auf sich wirken.

Wie das Grundgerüst des künftigen Marktes aussieht, durften Anwohner vor zwei Jahren mitbestimmen, damals gab es einen Bürgerworkshop mit jeder Menge Bauklötzchen, die die Stände repräsentierten. Die bunten Glassteine wurden an dem Abend so lange hin- und hergeschoben, bis das herauskam, was nun gebaut wird: zehn Gebäude, unterschiedlich strukturiert und labyrinthartig angeordnet, die jeweils Platz für zwei oder drei der insgesamt 22 Stände bieten. Acht Gebäude erhalten ein begrüntes Zeltdach aus Metall, zwei eine Dachterrasse.

Auf den Dachterrassen kann man - umgeben von kleinen Bäumen und Sträuchern - bis abends die Sonne genießen. Zudem verstecken die Terrassengebäude in ihrer Mitte auch den Müll, sodass dieser für die Marktbesucher künftig nicht mehr wahrnehmbar ist. Nie hätte er "auch nur zu träumen gewagt", meinte seinerzeit ein Workshop-Teilnehmer, dass die Idee der Bürger, den neuen Elisabethmarkt mit Dachterrassen zu bereichern, Eingang in die Planung finden würde.

Zur Mittagspause auf die Dachterrasse

Die Architekten von Bogevischs Büro und Bauchplan sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen: Sie haben aus den Dachterrassen öffentliche, für jeden nutzbare Räume kreiert. "Das macht Schwabing unserer Meinung nach noch ein Stückchen lebenswerter", sagt Bauchplan-Chef Florian Otto.

Schüler des benachbarten Giselagymnasiums können künftig auf dem Dach ihre Mittagspause verbringen, wer möchte, bringt sein Essen und sein Getränk selbst mit. "Die Terrassen werden, wie viele andere Plätze auf dem Markt auch, ein konsumfreier Raum", betont Corinna Fendt, die bei den Markthallen für die vier festen Lebensmittelmärkte in der Stadt zuständig ist. "Dieser Punkt war uns sehr wichtig." Eine der Dachflächen ist auch barrierefrei über einen Aufzug erreichbar.

Dennoch - eine Einschränkung gibt es nach derzeitigem Stand: Der Zugang zu den Dachterrassen ist nur während der Öffnungszeiten des Marktes möglich. Schließlich, erklärt Fendt, müsse "ja irgendjemand darauf aufpassen".

Damit der Markt auf jeden Fall "mehr als einfach nur DIN-gerecht wird", wie Landschaftsarchitekt Otto es formuliert, haben sich die Planer zusätzlich so manche gestalterische Besonderheit einfallen lassen. Da ist zum einen der für die Markthallen typische Grünton. "Die Stände", erläutert Architekt Rainer Hofmann von Bogevischs Büro, "werden aus einer Massivholzkonstruktion bestehen, mit einem auf die Bedürfnisse der Händler zugeschnittenem Interieur und einer auf Fuge gesetzten Holzfassade, durch die ein Grünton durchblitzt". Ein Effekt, wie er bereits auf dem Viktualienmarkt zu sehen ist.

Außerdem bekommt jeder Stand eine eigene Markise in einem leichten Grünton, um die Warenauslage und die Häuschen vor Hitze zu schützen. Zum anderen soll es laut Landschaftsarchitekt Otto ein farbiges Pflaster "aus denselben Gehwegplatten geben, wie sie in vielen Innenhöfen Schwabings zu finden sind".

Die rötlichen Steine werden in zwei verschiedenen Größen verlegt: Kleinere Quadrate für den Bereich der Warenauslage und größere für die Fußgängerzone. "Vielleicht macht es dieses Pflaster auch möglich, mal die eine oder andere alte Platte einzubauen", meint der Freiflächenplaner.

Definitiv fest vorgesehen sind jedenfalls charmante Hingucker auf dem Boden, die an besondere Fliesenkreationen in Bädern erinnern: Pflastersteine mit einem eingravierten Schaf etwa. Oder mit einer Biene - zu entdecken vor einem Stand, an dem es, na klar, Honig zu kaufen gibt.

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