MünchenSurf-Verein will weitere Eskalation um die Eisbachwelle verhindern

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Es sprudelt, doch surfen lässt sich an der Eisbachwelle nicht mehr. Wie lässt sich das ändern?
Es sprudelt, doch surfen lässt sich an der Eisbachwelle nicht mehr. Wie lässt sich das ändern? (Foto: Catherina Hess)
  • Die Interessengemeinschaft Surfen in München will ihren Antrag auf Wiederherstellung der Eisbachwelle weiterverfolgen, wenn die Stadt mehrere Auflagen anpasst.
  • Unbekannte Surf-Aktivisten brachten in der Nacht auf den ersten Weihnachtstag eine Rampe im Eisbach an, die die Stadt am Sonntag entfernen ließ.
  • Bürgermeisterin Verena Dietl kündigte Gespräche an und kritisierte das Vorgehen der Stadtverwaltung als "nicht überlegtes Handeln".
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Die Surfer in München wollen ihren Antrag auf Wiederherstellung der Welle nun doch weiterverfolgen – wenn die Stadt einige ihrer als unerfüllbar empfundenen Auflagen anpasst. Über den aktuellen Stand im Wellenstreit.

Von Bernd Kastner

Nach der Eskalation zwischen der Stadt München und der Surf-Community um die Eisbachwelle im Englischen Garten ist die Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM), einer der beiden Wellenreiter-Vereine, um Annäherung bemüht. „Die IGSM ist an keiner weiteren Eskalation der Situation interessiert“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung, die einen möglichen Kompromiss skizziert.

In der Nacht auf den ersten Weihnachtstag hatten unbekannte Surf-Aktivisten eine Rampe im Eisbach angebracht, sodass sich die seit der Bachauskehr im Oktober verschwundene Welle wieder bildete. Die Stadtverwaltung ließ die an Seilen hängenden Bretter am Sonntag von der Feuerwehr entfernen, da sie „widerrechtlich“ und gefährlich seien.

Zuvor hatten IGSM und Surf-Club München angekündigt, den Antrag auf den wasserrechtlichen Versuch zur Wiederherstellung der Welle zurückzuziehen, verbunden mit teils heftiger Kritik am Agieren der Stadt. Als Grund nannten die Surfer die aus ihrer Sicht überzogenen und nicht erfüllbaren Auflagen der Stadtverwaltung.

„Es wäre schön gewesen“, teilt die IGSM zur Weihnachtswelle mit, „wenn die Stadt hier kulanter gewesen wäre und diesen Zustand toleriert hätte.“ Da damit nicht zu rechnen gewesen sei, habe man ähnliche Einbauten offiziell genehmigen lassen wollen, im Rahmen des Versuchs. Die IGSM kann sich nun offenbar einen Kompromiss vorstellen: Wenn die Stadt mehrere der vorgesehenen Auflagen anpasse, „könnte die IGSM den Antrag weiter verfolgen“. Mit dem Versuch, bei dem Kies ins Wasser eingebracht werden soll, hofft man die international bekannte Welle dauerhaft wiederherzustellen.

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An folgenden vorgesehenen behördlichen Auflagen stört sich die IGSM: Die Rufbereitschaft einer Person rund um die Uhr, um die Bretter notfalls schnell aus dem Wasser zu holen; die Statikberechnung für die Brücke der Prinzregentenstraße über den Eisbach, an der unten Haken für die Seile angebracht werden; die alleinige Haftungsübernahme für den Versuch durch die Surfer; das von der Stadt vorgesehene Surfverbot während des drei- oder sechsmonatigen Versuchs, während dem wahrscheinlich eine surfbare Welle entstehe.

Es sollten „weniger restriktive Auflagen“ gelten, so der Wunsch der IGSM, da es sich um einen zeitlich befristeten und wissenschaftlich begleiteten Versuch handle und die Einbauten nicht dauerhaft sein sollten. Dass die IGSM bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, zeige der Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Die Stadt fordert eine solche mit einer Versicherungssumme von mindestens fünf Millionen Euro. Um die Welle wiederherzustellen, sei die IGSM auch offen für „alternative Vorschläge“ der Stadtverwaltung, schreibt der Verein. Man wünsche sich nun zeitnahe Gespräche mit den politisch Verantwortlichen im Rathaus, „um eine pragmatische Lösung zu finden“.

Solche Gespräche hat Bürgermeisterin Verena Dietl, die Oberbürgermeister Dieter Reiter (beide SPD) derzeit vertritt, am Sonntagnachmittag angekündigt. Dietl äußerte sich irritiert über das Vorgehen der Stadtverwaltung: Dass es kurz vor Weihnachten „zu so einer unbefriedigenden Situation gekommen ist, ist für mich unverständlich und sehe ich auch als ein nicht überlegtes Handeln der Verwaltung“.

Einen Tag vor Heiligabend hatte das fürs Wasserrecht zuständige Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) an die Antragsteller geschrieben, fehlende Unterlagen für den Versuch angemahnt und eine lange Liste von Auflagen übermittelt. Das Entfernen der Rampe am Sonntagmorgen durch die Feuerwehr begründet das RKU mit der seit Kurzem geltenden Allgemeinverfügung für die Eisbachwelle, die Einbauten verbietet. „Nach dem tragischen tödlichen Surfunfall vom April dieses Jahres kann und darf die Stadt nicht genehmigte Einbauten an der Eisbachwelle nicht dulden“, teilte das RKU mit. „Bei Gefahr in Verzug muss die Vollzugsbehörde tätig werden“. Die vorgesehenen Auflagen für den Versuch seien laut RKU Standard: „Gerade bei Sicherheitsfragen gibt es hier keinen Ermessensspielraum.“

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