Englischer GartenPlötzlich baut sich die Eisbachwelle auf – doch Surfen wird verboten

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Wenig Welle, viel Weißwasser: Das Surfen auf der Eisbachwelle ist derzeit verboten.
Wenig Welle, viel Weißwasser: Das Surfen auf der Eisbachwelle ist derzeit verboten. Stephan Rumpf

Die aktuelle Wasserwalze ist mit ihrem früheren Zustand nicht vergleichbar. Selbst die Surfer warnen aus einem Grund vor Lebensgefahr.

Von Linus Freymark

Die Stadt München hat das Surfen auf der Eisbachwelle untersagt. Grund für den Passus in der aktuellen Allgemeinverfügung ist, dass Vertreter der Surfer laut Stadt erklärt haben, dass die aktuelle Situation lebensgefährlich sei. Die zwischendurch vollständig verschwundene Welle hat sich mittlerweile zumindest teilweise wieder aufgebaut und wird offenbar auch von einigen Sportlern wieder gesurft – auch wenn sie mit ihrem früheren Zustand nicht vergleichbar ist. Das Problem derzeit: das Weißwasser. Den Angaben der Stadt zufolge kann diese Wasserwalze die Surfer unter Wasser ziehen. Dabei sei es kaum möglich, sich schwimmend aus den Wassermassen zu befreien.

Im April 2025 war eine Surferin nach einem Unfall im Krankenhaus gestorben. Ihre Leash, die Sicherheitsleine am Board, hatte sich aus unbekannten Gründen verfangen. Erst Strömungsrettern der Feuerwehr war es unter Lebensgefahr gelungen, die 33-Jährige aus dem Eisbach zu holen.

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Das nun erlassene Verbot dient laut Stadt „dem Schutz von Leben und Gesundheit der Surfenden auf dem Eisbach“. Auch Rettungskräfte soll es davor bewahren, sich bei Einsätzen in Lebensgefahr begeben zu müssen, „um Personen aus der Welle beziehungsweise dem Weißwasser zu befreien“. Bislang war das Surfen am Haus der Kunst nach einer Allgemeinverfügung vom Dezember 2025 erlaubt, „sofern sich eine ‚surfbare‘ Welle bildet“.

Genau das war nach einer Flussreinigung durch das städtische Baureferat im vergangenen Herbst allerdings zunächst nicht mehr der Fall. Um die Welle zurückzuholen, hatten Surfer an Weihnachten nicht genehmigte Einbauten angebracht. Dadurch war das Surfen kurzzeitig wieder möglich – bis die Stadt die illegalen Vorrichtungen wieder abmontieren ließ. Daraufhin war es zwischenzeitlich zum Streit zwischen Stadt und Surfern gekommen.

Derzeit suchen beide Seiten gemeinsam nach einer Möglichkeit, die Welle wieder entstehen zu lassen. Sie soll in einem mehrmonatigen Versuch mithilfe von genehmigten Einbauten wieder surfbar gemacht werden. In der vergangenen Woche gab es erste Tests dafür. Bislang aber brachten die Aktionen noch nicht den gewünschten Effekt.

Wann die Welle am Haus der Kunst wieder zum weltberühmten Surfspot wird, der für die Sportler so wichtig ist und für Touristen eine große Anziehungskraft hat, hängt vom Erfolg dieser Versuche ab. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) rechnet damit, dass es spätestens im Sommer so weit ist.

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