Das Surfen auf der Eisbachwelle am Haus der Kunst ist ab sofort unter Auflagen wieder erlaubt. Eine entsprechend angepasste Allgemeinverfügung von Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) ist am Freitag in Kraft getreten. Nachdem die Welle zuletzt nur noch mithilfe von Einbauten für das Wellenreiten nutzbar und vorübergehend gesperrt war, sind nun offenbar die Versuche zur Rettung des Surfspots erfolgreich gewesen. Die Welle steht von selbst – damit steht einer Wiedereröffnung nichts mehr im Wege. „Jetzt hat die Natur mitgespielt, und die Welle ist wieder da“, so Krause. „Das Surfen am Eisbach ist Teil des Münchner Lebensgefühls, die Eisbachwelle ist ein Wahrzeichen der Stadt München.“
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Auch bei den Surfern ist die Freude über die Rückkehr der Welle groß. „Die Welle ist zurück“, jubelte der Surfclub München auf Instagram, der zusammen mit der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) die Surfer in der Debatte um die Welle repräsentiert. „Wir sind glücklich, erleichtert und zutiefst dankbar.“ Der Spot am Haus der Kunst sei „ein Symbol der Münchner Surfkultur“. Gleichzeitig wolle man weiter für die Belange der Surfer einstehen. Denn die Vorgaben der Stadt werden in der Szene von vielen kritisch gesehen.
Die berühmte Welle war nach einem tödlichen Unfall, bei dem vor einem Jahr eine 33-jährige Surferin ums Leben kam, für die Wassersportler vorübergehend gesperrt worden. Ihre Leash, die Sicherheitsleine am Board, hatte sich aus unbekannten Gründen verfangen. Erst Strömungsrettern der Feuerwehr war es unter Lebensgefahr gelungen, die 33-Jährige aus dem Eisbach zu holen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft förderten keine klare Ursache für den Unfall zutage.
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In der Folge kam es zum Streit zwischen der Stadt und den Surfern. Kern des Konflikts war die Frage, wie das Surfen auf der Welle nach dem tödlichen Unfall möglichst risikoarm und rechtssicher wieder erlaubt werden kann. In erster Linie ging es dabei um Haftungsfragen.
Nachdem das Surfen zwischenzeitlich wieder erlaubt war, gab es im Oktober erneut Aufregung: Nach einer wohl zu gründlich geratenen Reinigung des Bachbetts durch das städtische Baureferat baute sich die Welle nicht mehr wie gewohnt auf. Das Surfen war nicht mehr möglich. Rund um Weihnachten waren dann plötzlich wieder Sportler auf dem Wasser. Offenbar hatten die Surfer mit nicht genehmigten Einbauten nachgeholfen und die Welle zurückkehren lassen. Die Stadt reagierte und ließ die Vorrichtungen entfernen – sehr zum Ärger der Surfer. Letztlich einigten sich beide Seiten darauf, in genehmigten Versuchen zu testen, welche Einbauten geeignet sind, um die Welle ohne rechtliche Bedenken dauerhaft surfbar zu machen. Das Surfen blieb bis zuletzt verboten. Dennoch waren immer wieder Sportler auf dem Wasser.
Für das Surfen am Haus der Kunst gelten weiterhin Regeln, die bereits während der vorübergehenden Freigabe im vergangenen Jahr vorgegeben waren. So müssen die Surfer unter anderem eine selbstlösende Leash nutzen. Zudem ist das Surfen zwischen 22 Uhr und 5.30 Uhr untersagt. Den weiteren Hinweisen und Anweisungen auf den Schildern rund um die Welle sei Folge zu leisten, betont die Stadt. Unerlaubte Einbauten, wie sie die Surfer in der Vergangenheit immer wieder genutzt hatten, oder Vandalismus an den Schildern „können umgehend eine abermalige Sperrung der Welle erforderlich machen“.
Dass der Surfspot bereits jetzt offiziell freigegeben wurde, kommt überraschend. Münchens neu gewählter Oberbürgermeister Dominik Krause hatte zum Jahrestag des tödlichen Unfalls am 16. April vergangenen Jahres noch erklärt, er hoffe „bis zu den Sommerferien auf eine Lösung“. Nun ist es deutlich schneller gegangen.

