Die gesperrte Eisbachwelle hält nicht alle Sportler vom Surfen ab. Am frühen Montagmorgen war ein Mann mit seinem Brett auf der Welle unterwegs. Wie eine Sprecherin der Münchner Polizei auf Nachfrage betonte, ist das Surfen dort weiterhin verboten – und kann teuer werden. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss demnach mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro rechnen.
Der Polizei seien bislang aber keine weiteren Fälle bekannt, teilte die Sprecherin mit. Sie fügte hinzu, dass die Wiederöffnung der Welle vom Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlung abhänge. Nach Angaben der Stadt wird die Einhaltung des Surfverbots täglich durch die Verwaltung kontrolliert.


Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte die Surfer Mitte Mai um Geduld gebeten: „Die Staatsanwaltschaft, mit der ich in Verbindung stehe, braucht noch etwas, bis sie die Ermittlungen abgeschlossen hat und das Verfahren hoffentlich einstellt.“ Sobald die Einstellung verfügt sei, werde er alles dafür tun, dass die Welle schnellstmöglich wieder surfbar ist, kündigte der Rathauschef an.
Reiter musste sich am Montag einer Schulteroperation unterziehen. Sein Stellvertreter, Dominik Krause von den Grünen, meldete sich zu Wort: „Ich kann verstehen, dass sich viele nach einer Wiedereröffnung der Eisbachwelle sehnen. Aber noch hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen nicht abgeschlossen. Ich bitte deshalb weiterhin um Geduld und danke der Surfer-Community für ihr Verständnis.“
In einer Aussendung betont die Stadt: „Das Surfen auf der Eisbachwelle ist weiterhin verboten, der Zugang wird durch physische Barrieren erschwert, die Beschilderung des Verbots ist eindeutig.“ Das Verbot werde durch die Stadtverwaltung kontrolliert. Sollte ein Verstoß entdeckt werden, werde die Polizei hinzugezogen, da nur diese die Personalien feststellen kann – was die Voraussetzung dafür ist, dass ein Bußgeld verhängt werden kann.
Dominik Krause mahnt die Surfer zur Einsicht. „Einzelne schwarze Schafe gibt es leider immer“, wird er in der Mitteilung der Stadt zitiert: „Ich kann nur appellieren, das temporäre Surfverbot einzuhalten. Das ist auch eine Frage des Respekts gegenüber dem Opfer und den Einsatzkräften nach dem tragischen Unfall.“
Seit am 17. April eine Surferin tödlich verunglückt war, ist die Eisbachwelle gesperrt. Die Fangleine des Brettes der 33-Jährigen hatte sich am Untergrund verhakt, wenige Tage später starb sie im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Nach dem Unfall hatten sich bereits mehrere Tausend Unterstützer der weltbekannten Surfwelle an OB Reiter gewandt und darum gebeten, die Welle wieder zugänglich zu machen. Vorige Woche machte auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Surfern Hoffnung. „Wir wollen, dass München Surfer-Paradies bleibt“, sagte er nach einer Kabinettssitzung. Es gebe zwar auch Gefahren. „Das heißt aber nicht, dass auf Dauer Surfen nicht mehr möglich sein darf.“


