MünchenMehr als 300 Kellereinbrüche in sechs Wochen

Lesezeit: 1 Min.

Ziel der Einbrüche sind laut Polizei vor allem Mietshäuser, deren Keller miteinander verbunden seien.
Ziel der Einbrüche sind laut Polizei vor allem Mietshäuser, deren Keller miteinander verbunden seien. Silas Stein/dpa

Die Polizei warnt vor Gruppen, die auf Streifzug gehen. Vier Verdächtige wurden bislang festgenommen. Wo die Täter einsteigen und auf was sie es abgesehen haben.

Von Joachim Mölter

In München ist die Zahl der Kellereinbrüche in jüngster Zeit deutlich gestiegen. Allein seit Jahresbeginn hat die Polizei mehr als 300 Fälle registriert, wie Winfried Kotschenreuther am Dienstag berichtete, der Leiter des für diese Delikte zuständigen Kommissariats 53. Die Fälle verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Bislang sind vier Tatverdächtige festgenommen worden, so Kotschenreuther weiter; alle rechnet er dem Obdachlosenmilieu zu.

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse geht die Kripo davon aus, dass es sich bei den Tätern um „ortsansässige Gruppen“ handelt, überwiegend Personen ohne festen Wohnsitz, wie die Ermittlerin Isabel Hofmann erklärte: „Es wirkt, als ob sie ihre Beute für den eigenen Lebensunterhalt stehlen.“ Zu den entwendeten Gegenständen zählten vor allem Lebensmittel, Bekleidung und Werkzeuge, aber auch elektronische Geräte. „Einiges wird veräußert, manches auch einfach wieder weggeschmissen“, so Hofmann.

Von einer Clan-Kriminalität könne man nicht sprechen, so Kotschenreuther; dem Anschein nach bildeten die Täter eher temporäre Zweckbündnisse für ihre Streifzüge. Ziel der Einbrüche seien vor allem Mietshäuser, deren Keller miteinander verbunden seien. Dort brechen die Täter die meist nur leicht verschlossenen Abteile auf.

Die Geschädigten bemerkten die Einbrüche oft erst nach Tagen, berichtete Hofmann; viele wüssten auch gar nicht genau, was bei ihnen alles im Keller lagere. Der Beuteschaden sei daher nur schwierig zu beziffern.

Die Polizei weist darauf hin, nicht an den Sicherungsmöglichkeiten der Kellerabteile zu sparen und zum Beispiel massive Schlösser zu verwenden oder Kameras zu installieren. Auch sollten generell keine wertvollen Dinge im Keller aufbewahrt werden. Fachleute des Kommissariats 105 für Prävention und Opferschutz bieten eine kostenlose Beratung zum Einbruchschutz an. Anfragen können an die E-Mail-Adresse beratungsstelle-muenchen@polizei.bayern.de gerichtet werden.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Parallelen zum Fall Pelicot?
:Als der Staatsanwalt die Anklage verliest, herrscht Entsetzen im Gerichtssaal

Ein 27-jähriger Student steht wegen versuchten Mordes vor Gericht, weil er seine Freundin betäubt, vergewaltigt und gefilmt haben soll. Auf ihn gestoßen sind die Ermittler offenbar wegen eines anderen schockierenden Falls mit vielen weiteren Opfern.

SZ PlusVon Susi Wimmer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: