Großmarkthalle:316 Kilogramm Marihuana, zehn Kilogramm Haschisch

Lesezeit: 2 min

München Großmarkthalle

Die mutmaßlichen Drogendealer gründeten einen Obst- und Gemüsehandel, um die Transporte zu verschleiern. In der Großmarkthalle wurden sie festgenommen.

(Foto: imago)

Zwei mutmaßliche Dealer sollen von Spanien aus Drogen nach München geschmuggelt haben. Zur Tarnung nutzten sie offenbar einen Gemüsehandel. Nun stehen sie vor Gericht.

Von Andreas Salch

Ihre mutmaßlichen Komplizen hatte die Polizei längst festgenommen. Doch das soll Bajram A. und seinen Bruder Behar A. nicht davon abgehalten haben, weiter Drogen von Spanien nach München zu schmuggeln und mit dem Verkauf glänzende Geschäfte zu machen. Nicht weniger als 361 Kilogramm Marihuana sowie zehn Kilogramm Haschisch sollen es insgesamt gewesen sein. Die Brüder agierten nicht allein. Der 29-jährige Behar A. soll einer von zwei Anführern einer Bande gewesen sein, die streng hierarchisch organisiert war.

Am frühen Abend des 29. November 2021 gelang es Ermittlern der Polizei, vier Mitglieder der Bande in der Großmarkthalle festzunehmen. Dabei wurden 175 Kilogramm Marihuana sichergestellt, versteckt zwischen Obst- und Gemüse-Paletten. Bajram und Behar A. hatten vor dem Coup zusammen mit weiteren Bandenmitgliedern extra einen Obst- und Gemüsehandel namens "Obst und Gemüse BamBam" gegründet. Auf diese Weise, so glaubten sie, könnten ihre Mittäter die Drogen unauffällig in Empfang nehmen. Doch die Fahnder der Polizei hatten Wind von dem Transport bekommen. Beim Abladen der Paletten wurden vier mutmaßliche Komplizen vorläufig festgenommen - und Ende April vor dem Landgericht München I zu jeweils langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Seit Donnerstag müssen sich nun Bajram A. und sein Bruder Behar A. vor Gericht verantworten. Sie sollen nicht nur an der Lieferung der 175 Kilogramm Haschisch in die Großmarkthalle beteiligt gewesen sein, sondern auch noch nach der Festnahme ihrer mutmaßlichen Komplizen weiter Marihuana und Haschisch mithilfe eines Kuriers nach München geschmuggelt haben: Anfang Februar des vergangenen Jahres sollen es zunächst 20 Kilogramm gewesen sein, weitere 46 Kilo Marihuana sowie zehn Kilogramm Haschisch trafen dann Ende desselben Monats ein. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge wurden die Drogen alle in München verkauft. Offenbar liefen die Geschäfte gut, denn schon kurze Zeit später soll ein Kurier im Auftrag der Brüder weitere 100 Kilogramm Marihuana von Spanien aus über Köln nach München transportiert haben. Ein Gramm wurde an Abnehmer für 4,30 oder 4,40 Euro weiterverkauft.

Ende Juni 2021 gelang es der Polizei schließlich, die Brüder in Spanien festzunehmen. Nur wenige Tage zuvor hatten sie erneut ein Paket voller Drogen aufgegeben. Die Sendung war als Kinderspielzeug deklariert. Zum Prozessauftakt machten beide Angeklagten keine Angaben. Die Verhandlung wird Ende September fortgesetzt.

Zur SZ-Startseite

SZ Plus125 Jahre Justizpalast
:"Ein Symbol für die Unabhängigkeit der Justiz"

Der monumentale Justizpalast steht 125 Jahre nach seiner Eröffnung für die Unabhängigkeit der Dritten Gewalt. Sein Bau fiel in eine Zeit des Aufbruchs. Im Nationalsozialismus wurde er ein Ort des Schreckens.

Lesen Sie mehr zum Thema