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Distanzunterricht:Welches Programm wird Microsoft Teams ablösen?

Es ändert sich zwar das Programm, nicht aber das Bildschirm-Starren.

Es ändert sich zwar das Programm, nicht aber das Bildschirm-Starren.

(Foto: Ulrich Perrey/dpa)

Wegen Bedenken des bayerischen Landesdatenschutzbeauftragten wird Teams für den Online-Unterricht ersetzt - dafür gibt es zwei Alternativen.

Von Kathrin Aldenhoff

Noch immer steht nicht fest, mit welchem Videokonferenztool die Münchner Schulen ab dem kommenden Schuljahr arbeiten werden. Zur Wahl stehen zwei Programme, nämlich Webex, für das sich die Stadt München als Nachfolgeprogramm von MS Teams ursprünglich entschieden hatte. Und Visavid, das Programm, das der Freistaat Bayern seit Ende April allen öffentlichen Schulen in Bayern anbietet.

Microsoft Teams, mit dem die meisten Schulen während der vergangenen Monate im Distanz- und Wechselunterricht gearbeitet haben, wird wohl nicht weiter eingesetzt. Grund dafür sind vor allem datenschutzrechtliche Bedenken, die Bayerns Landesdatenschutzbeauftragter Thomas Petri auch im aktuellen Tätigkeitsbericht, den er Ende Mai vorlegte, äußert.

Derzeit testen einige Münchner Schulen Webex und Visavid. Das sagte eine Mitarbeiterin des Referats für Bildung und Sport bei einer Online-Veranstaltung zur IT an den Münchner Schulen, zu dem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) München vergangene Woche eingeladen hatte. Alle Münchner Schulen würden informiert, wenn eine Entscheidung gefallen sei, sagte die Referatsmitarbeiterin.

Bei beiden Programmen gebe es keine datenschutzrechtlichen Probleme, sagte Alexander Lungmus, Vorstandssprecher der GEW München und stellvertretender Vorsitzender des RBS-Referatspersonalrats. "Die Stadt muss nun entscheiden, ob sie bei ihrer Entscheidung für Webex bleibt oder auch Visavid wählt, um Kosten zu sparen."

Seit Ende April dieses Jahres können bayerische Schulen mit dem Videokonferenztool Visavid arbeiten, noch bis Ende dieses Schuljahres ist an Bayerns Schulen auch noch der Einsatz von MS Teams möglich. Visavid sei datenschutzfreundlich und technisch für den Einsatz in allen bayerischen Schulklassen ausgestaltet, schreibt das Kultusministerium auf seiner Internetseite. Das Programm biete ein hohes Maß an Datensicherheit und gewährleiste, dass Daten ausschließlich in Rechenzentren innerhalb der EU beziehungsweise des Europäischen Wirtschaftsraumes verarbeitet werden. Visavid ist eine Software der Firma Auctores GmbH, die in Neumarkt in der Oberpfalz sitzt.

Ein Münchner Realschullehrer fragte in der Online-Veranstaltung der GEW den Chef der LHM-Services GmbH, Martin Janke, ob Visavid eine Lösung für den Übergang oder für die Zukunft sei. Er sehe das als dauerhaftes Tool, sagte Janke. Die Rolle der LHM-Service GmbH sei es aber nicht, zu entscheiden, welches Programm pädagogisch sinnvoll sei. Sondern den Schulen das Programm zur Verfügung zu stellen, für das sich die Stadt entschieden hat.

Eine Umstellung werde es in jedem Fall geben

Die GEW und der Referatspersonalrat wollten bis zu den Sommerferien wissen, mit welchem Programm ab September an den Schulen gearbeitet wird, sagte Lungmus. Grund für die Ablösung von MS Teams, mit dem viele Lehrer und Schüler inzwischen sehr zufrieden sind, sind offene datenschutzrechtliche Fragen, die der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz sieht. So schreibt er es in seinem Tätigkeitsbericht 2020, der Ende Mai veröffentlicht wurde. Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie trete er dem vorübergehenden Einsatz von Microsoft Teams an öffentlichen Schulen derzeit nicht entgegen, so heißt es in dem Bericht.

"Die Aussage des Landesdatenschutzbeauftragten schwebt wie ein Damoklesschwert über allem", sagt Alexander Lungmus. "Wenn an bayerischen Schulen mit Visavid gearbeitet wird, entfällt die Grundlage für die Ausnahmegenehmigung für MS Teams." Eine Umstellung werde es also in jedem Fall geben. Nun ist nur noch die Frage, auf welches Programm.

© SZ vom 23.06.2021/wean
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