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Das Sozialreferat unterstützt Senioren, die wenig Geld haben, mit 250 Euro beim Kauf eines Laptops oder Tablets

Von Ellen Draxel

Irmgard Voigt ist "froh und dankbar". Die 70-Jährige hat ein neues Tablet. Jetzt kann sie endlich wieder für sich und andere recherchieren. Kann sich für einen Corona-Impftermin registrieren, per E-Mail korrespondieren, Online-Banking machen und Newsletter wie die städtische Rathaus-Umschau empfangen. Als Grafikdesignerin kennt sich die Schwabingerin mit digitaler Kommunikation aus. Doch ihr altes Tablet hat den Geist aufgegeben, und ihr Laptop ist inzwischen so veraltet, dass vieles nicht mehr funktioniert. Möglich war der Kauf des neuen Geräts allerdings nur dank eines Zuschusses der Stadt. Denn mit ihrem schmalen Budget allein hätte sich Voigt das Tablet nicht leisten können. "Ich erhalte zwar keine soziale Unterstützung, habe aber nur eine Rente von 940 Euro und besitze auch ansonsten keine Reichtümer." Deshalb bekam sie die 250 Euro Zuschuss auch sofort bewilligt.

Seit einem Jahr zahlt das Sozialreferat Senioren, die mindestens 60 Jahre alt sind und entweder Grundsicherung, Sozialhilfe oder nur ein geringes Nettoeinkommen von weniger als 1350 Euro beziehen (2025 Euro bei Zwei-Personen-Haushalten) und zugleich über weniger als 5000 Euro Vermögen verfügen (10 000 Euro für Ehepaare), für den Erwerb eines Laptops oder Tablets 250 Euro dazu. Dabei muss das Gerät kein neues sein, möglich ist auch der Kauf eines gebrauchten Computers. Wichtig ist aber, dass ein Beleg mit Namen und Adresse des Verkäufers sowie dem Fabrikat des Geräts vorliegt. Denn diese Quittung müssen Antragsteller im Original zusammen mit Nachweisen über Einkommens- und Vermögensverhältnisse einreichen.

Beantragt werden kann der Zuschuss im Amt für Wohnen und Migration bei der Sachbearbeitung für freiwillige Leistungen an der Franziskanerstraße 6-8. Oder in den Sozialbürgerhäusern: Voigt wandte sich an das für sie zuständige Sozialbürgerhaus an der Heidemannstraße 170 und sagt, die Dame dort sei "superfreundlich und sehr auskunftsbereit" gewesen, "echt prima". Die Mitarbeiter helfen auch beim Ausfüllen des Antrags. Laut Sozialreferat-Sprecherin Hedwig Thomalla sind diese Dienststellen auch im Lockdown geöffnet.

Vergebens hingegen sucht, wer den Antrag online abrufen will - es gibt ihn im Netz nicht. Aus gutem Grund, wie Thomalla erklärt: "Wir nutzen die Vorsprache im Sozialbürgerhaus oder im Amt für Wohnen und Migration für eine Abklärung, ob eventuell weitere Bedarfe gedeckt werden müssen." Gerade bei Personen, die keine laufenden Sozialleistungen erhielten, aber unter der Armutsgrenze lägen. Irmgard Voigt etwa bekam noch den Tipp, sich den München-Pass ausstellen zu lassen, damit sie auch Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr und bei diversen Einrichtungen nutzen kann.

© SZ vom 17.03.2021
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