Der Bahnsteig an Gleis 8 am Münchner Ostbahnhof ist an diesem Abend unter der Woche brechend voll – wie an nahezu jedem Tag. Die Pendlerinnen und Pendler warten auf die RB 54 über Rosenheim nach Kufstein, die pünktlich vom Hauptbahnhof kommend einfährt. Trotz der Masse an Menschen, die in die Abteile strömt, bricht der Zug kurz darauf auf die Minute genau um 18.53 Uhr Richtung Alpen auf. An ein Durchkommen, geschweige denn an einen Sitzplatz ist für die zuletzt Zugestiegenen kaum mehr zu denken. Für viele heißt es: Reisen im Stehen – bis nach Grafing Bahnhof, Rosenheim, Brannenburg oder sogar Kufstein. Wie an so vielen Tagen.
Deutsche BahnDer Bahn-Boom im Regionalverkehr erreicht seine Grenzen
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Viele Regio-Routen führen sternförmig in Richtung Landeshauptstadt, das verursacht Probleme. Auch der Zustand der Strecken unterscheidet sich stark. Und eine wichtige Magistrale ist nicht einmal elektrifiziert.
Von Martin Mühlfenzl

Was Münchner über Verkehr denken:„Ich habe mir wieder ein Auto gekauft“
Natürlich verzögert sich die Weiterfahrt irgendwann auf unbestimmte Zeit: Die SZ ist einen Tag unterwegs auf der Stammstrecke, um mit Münchnerinnen und Münchnern über den Verkehr zu sprechen – und trifft auf entspannte Pendler, Desillusionierte und eine begeisterte Radlerin, die sich vor Kurzem ein Auto angeschafft hat.
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