Denkmalschützer im Stress:Abbruchpläne für historische Stadthäuser

In der Altstadt gibt es Überlegungen, zwei Gebäude abzureißen und einen Wohn- und Geschäftskomplex zu errichten.

Ein wachsames Auge behält der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel auf zwei historische Stadthäuser an der Ledererstraße 11 und 13, für die offenbar Abbruch- und Neubaupläne existieren, obwohl dort der Denkmalschutz in unterschiedlicher Abstufung gilt. Wie der Vorsitzende des Bau-Unterausschusses Wolfgang Püschel (SPD) berichtete, liegt für die beiden Grundstücke bei der Lokalbaukommission (LBK) ein Vorbescheidsantrag für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses vor. Dessen Urheber, so Püschel, wolle offenbar keine Rücksicht auf den Schutz des kleineren, westlichen Gebäudes mit der Nummer 11 nehmen, obwohl dieses als Einzeldenkmal eingetragen ist.

Das Gebäude beherbergte lange Zeit eine Metzgerei und steht derzeit leer. Im östlichen, Richtung Hofbräuhaus gelegenen Nachbargebäude Nummer 13 befindet sich derzeit ein Hotel mit Gaststätte. Dort gilt, wie in der gesamten Altstadt, der Ensembleschutz.

Wie LBK-Sprecher Ingo Trömer mitteilt, habe der Antragsteller nicht explizit darum gebeten, den Denkmalschutzaspekt außen vor zu lassen, diesen in seinem Antrag aber auch nicht erwähnt. Dies sei zwar nicht unbedingt die Regel, aber auch nicht illegal. Bei der Prüfung eines endgültigen Bauantrags gehe der Einzel- und Ensembleschutz aber auf jeden Fall in die Entscheidung ein. Alarmiert, nicht zuletzt durch den Fall "Giesinger Uhrmacherhäusl", will der Bezirksausschuss die weitere Entwicklung dennoch genau beobachten.

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