Europäisches Patentamt:Der schwarze Klotz wird zum Denkmal

Europäisches Patentamt: Der Entwurf "bringt hier Landschaft und Architektur in einzigartiger Weise zusammen", begründet Generalkonservator Mathias Pfeil den Denkmalschutz.

Der Entwurf "bringt hier Landschaft und Architektur in einzigartiger Weise zusammen", begründet Generalkonservator Mathias Pfeil den Denkmalschutz.

(Foto: Claus Schunk)

Der Bau des Europäischen Patentamts prägt das Stadtbild und wurde nun in die Denkmalliste des Freistaats aufgenommen. Doch einst war er heftig umstritten - weil dafür 24 Häuser an der Isar abgerissen wurden.

Von Heiner Effern

Der mächtige Block am Isarufer, der nun in die Denkmalliste des Freistaats aufgenommen worden ist, sei ein "Kontrapunkt" zu seinem Umfeld. So nennt jedenfalls der bayerische Generalkonservator Mathias Pfeil den Sitz des Europäischen Patentamts, der nun offiziell von seiner Behörde gewürdigt und geschützt ist. Das Gebäude wurde in den 1970er-Jahren vom Büro Gerkan, Marg und Partner (GMP) errichtet, seit 1980 residieren darin die Hüter europäischer Patente. Vor und während des Baus gab es tatsächlich auch viele Kontra-Stimmen in der Stadt, vor allem weil dafür 24 Häuser an der Isar abgerissen werden mussten. Darunter einige Gebäude im Jugendstil.

Unter Architekten dagegen wurde der Bau durchaus wertgeschätzt. Mittlerweile gehört der lange Block am Bob-van-Benthem-Platz gegenüber der Museumsinsel zum Stadtbild an der Isar. Der Entwurf des Büros GMP "bringt hier Landschaft und Architektur in einzigartiger Weise zusammen und überträgt dabei mit dem Skulpturenpark der Kunst eine bedeutende architektonische Rolle, wie es selten geschieht", sagt Generalkonservator Pfeil.

Angeregt hatte die Auszeichnung Volkwin Marg selbst, sein Büro-Mitbegründer Meinhard von Gerkan erlebte sie nicht mehr. Er starb vergangene Woche. Das Europäische Patentamt gehört nun zu den jüngsten Denkmälern Bayerns.

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