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Ernergiewende:CSU sieht Klimaziele der Stadt in Gefahr

Manuel Pretzl bei Haushaltsdebatte im Münchner Stadtrat, 2019

Manuel Pretzl will die Energiewende hin zur Klimaneutralität im Jahr 2035 noch schaffen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Münchner CSU-Fraktion schnürt deshalb ein Antragspaket. Die grün-rote Stadtratskoalition müsse nun beweisen, "dass sie es ernst meint mit dem Umweltschutz".

Von Thomas Anlauf

Mit einem großen Antragspaket will die Münchner CSU-Fraktion Impulse setzen, um die Energiewende hin zur Klimaneutralität im Jahr 2035 noch zu schaffen. "Die Einhaltung der Klimaziele ist eines der zentralen Zukunftsthemen für unsere Stadt", sagt der CSU-Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl. Nach der Ausrufung des Klimanotstands im Dezember 2019 müsse die grün-rote Stadtratskoalition nun beweisen, "dass sie es ernst meint mit dem Umweltschutz". Die Stadt müsse "Münchens Klima-Kreislauf schnell in Schwung bringen, um bis 2030 echte Ergebnisse zu erzielen", sagte Pretzl am Dienstag.

Die CSU setzt dabei vor allem auf die sogenannte Circular Economy, also insbesondere auf die Abfallvermeidung und Wiederverwertung von Rohstoffen. Zwar sind viele Punkte, die die CSU in ihrem Antragspaket an diesem Mittwoch fordert, bereits in Stadtratsbeschlüsse gefasst oder beispielsweise vom Kommunalreferat als Zielvorgabe bekannt. Allerdings will Pretzl, dass die bisherigen Ansätze bei Einzelprojekten künftig "verbindlich für die gesamte Stadt" gelten sollen. Münchens Klimaziele seien bereits durch die Corona-Krise gefährdet. "Einzelne Maßnahmen reichen hier nicht mehr aus - es braucht grundsätzlich neue Standards, um die Klimaziele zu erreichen und damit die Umwelt nachhaltig zu schützen."

So fordern die Christsozialen, dass kommunale Bauten nur noch nach den Standards einer Circular Economy gebaut werden. Regionale Baustoffe erhalten demnach den Vorzug, auch wiederverwendbare Stoffe sollen "vorrangig" zum Einsatz kommen, die dann bei einem späteren Abriss zerlegt und wiederverwendet werden können. Als Vorbild dient der CSU das Modellprojekt in der ehemaligen Bayernkaserne, wo derzeit die Baracken abgerissen werden und der Bauschutt möglichst für die Neubauten in der künftigen Siedlung verwendet wird. In diesem Zusammenhang soll München bei eigenen Bauprojekten verstärkt auf Holzbauweise setzen und lieber bestehende Gebäude energetisch sanieren statt sie abzureißen und neu zu bauen.

Auch in anderen Bereichen sieht die CSU noch Steigerungsmöglichkeiten, um Abfall zu vermeiden. So sollten neben dem Gebrauchtwarenkaufhaus Halle 2 des Abfallwirtschaftsbetriebs AWM weitere Räume angeboten werden, in denen gebrauchte Möbel, Kleidung und Elektrogeräte günstig oder sogar kostenlos angeboten werden. Um die Zahl der Photovoltaik-Anlagen auf Münchner Dächern und Brachflächen zu erhöhen, fordert die CSU ein Online-Kataster. Im Stadtrat wurde jedoch bereits im Dezember die Münchner Solar-Ausbauoffensive beschlossen, die von den Stadtwerken in den kommenden Jahren mit dem Ausbau von Photovoltaik-Anlagen umgesetzt werden soll. Wie berichtet, ist die Energiewende bei den Stadtwerken derzeit ins Stocken geraten, weil es beim Umbau der Kraftwerksanlagen auf klimaneutrale Technik coronabedingt zu Verzögerungen kommt.

© SZ vom 31.03.2021/sbeh
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